Wolltet ihr schon immer eigene Äpfel oder Birnen ernten, habt aber keinen großen Garten? Dann solltet ihr mal über Spalierobst nachdenken. Die ideale Pflanzzeit ist übrigens – jetzt!

Apfel_Birne_kistengruen

Lieblingsobst im Herbst: Apfel und Birne.

Boah, ist euch auch so kalt?

Irgendwie will sich mein Körper grad gar nicht an die derzeitige Wetterlage gewöhnen. Temperaturen unter null Grad in der Nacht, Raureif am Morgen, der erste Schnee – der Winter kam in diesem Jahr mal wieder so… plötzlich! ;-)

Und doch ist diese Zeit ideal, um noch ein paar Obstbäumchen zu pflanzen.

Ja, richtig gelesen: Ab Ende Oktober können Apfel, Birne, Pfirsich oder Aprikose in die Erde gebracht werden. Zumindest solange der Boden noch nicht steinhart gefroren ist.

Das haben mir die Obstbaum-Experten verraten, mit denen ich für meinen journalistischen Artikel über Spalierobst gesprochen habe.

 

Spalierobst vs. freistehender Obstbaum
Naschobst vom Balkon: Mein Pfirsichbaum soll im kommenden Jahr schon Früchte tragen. :-)

Naschobst vom Balkon: Mein Pfirsichbaum soll im kommenden Jahr schon Früchte tragen. :-)

Als Spalierobst bezeichnet die Fachwelt in der Regel Obstbäume, die nicht freistehend wachsen, sondern an einem Gerüst – dem Spalier – gezogen werden.

Dafür wird ihnen die Krone ziemlich gestutzt und die wenigen verbleibenden Äste werden so in Form gebracht, dass sie möglichst wenig Platz benötigen.

Und das macht sie wiederum für Kleinstgärtner attraktiv. Spalierobst kann nämlich nicht nur im Garten, sondern auch an Hauswänden, freistehenden Mauern und an Zäunen gezogen werden – Hauptsache sie haben etwas, an dem sie sich festhalten können. ;-)

Sicherlich: Optisch sind Spalierobst-Bäume sehr gewöhnungsbedürftig.

Andererseits: Eigene Äpfel, Birnen oder Pfirsiche zu ernten – das hat doch auch was für sich, oder? Also ich könnte mir das für unseren Hinterhof sehr gut vorstellen… :-)

 

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Kategorien: Pflanzen

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

6 Kommentare

Birthe · 14. November 2016 um 9:21 pm

Hallo Mel,
Spalierobst ist sicherlich eine gute Alternative zu breiten und ausladenden Bäumen. Warum auch nicht – Ist mal etwas anderes. Viele Obst“baum“-Plantagen bestehen eigentlich aus Spalierobst – mit hohen Erträgen !
Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Birthe

    Mel · 15. November 2016 um 2:48 pm

    Hallo Birthe,

    da hast Du recht, ist ja auch viel praktischer für die Ernte!
    Ich kann mich gut dran erinnern, wie meine Eltern mit Leiter und Sack über die Schulter die großen Bäume erklommen haben, um jeden Apfel von Hand zu pflücken. Und wie viel Schiss ich hatte, weil mir das viel zu hoch und wacklig war… :-(
    Für Angsthasen wie mich ist Spalier- und Formobst also genail. :-) Ich muss jetzt nur noch unsere Vermieter überzeugen – und mich zwischen all den Möglichkeiten entscheiden… ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Wolfgang · 16. November 2016 um 9:53 pm

Hallo Mel,
dieses Thema beschäftigt mich seit einigen Monaten.
Wichtig bei der Planung der Apfelbäume sind meiner Meinung nach folgende Punkte:

Die Unterlage-am besten M9, dadurch nur 2-2,5 m hoch und 1,10 m Pflanzabstand

Die richtige Apfelsorte – nach Standort,Lage und deinem Geschmack

Wenig schneiden und viel Äste nach unten binden.
Ausserdem kann man die Blüten und kleinen Früchte reduzieren und so regelmäßig und gleichmäßige Äpfel ernten. Das geht natürlcih nicht bei einem großen Apfelbaum.

Wieder ein Pluspunkt für den Spalierbaum.

Vor 4 Wochen habe ich meine ersten Spalierbäume gepflanzt. Davor habe ich mich bei einem Experten mit 300 Spalierbäumen ausführlich informiert.

Mittlerweile denke ich über neue Apfelsorten nach,die regelmäßig tragen und nicht alternieren ( nur alle 2 Jahre tragen).

Spalierbäume machen deutlich weniger Arbeit und alle Arbeiten sind ohne Leiter möglich.

Ich möchte auch nicht vom Apfelbaum fallen, merke bei der Pflege einiger Halbstammbäume das es schon aufwendig ist diese zu ernten und zu schneiden.

Spalierbäume sind mein neues Experimentierfeld für die nächsten Jahre!

Schöne Apfel-Grüsse
Wolfgang

    Mel · 18. November 2016 um 9:07 am

    Hallo Wolfgang,

    wow, Dein Obstbaum-Projekt klingt ja richtig spannend. :-)

    Freunde von mir wollen sich am Wochenende auch nach Obstbäumen für ihren Kleingarten umsehen. Sie sind aber wohl schwindelfreier als ich und wollen einen schönen großen Baum. Bin ja mal gespannt, wie das wird. :-)

    Was ist denn der Vorteil an Bäumen, die nur alle zwei Jahre tragen?

    Ich drücke Dir die Daumen für Dein Projekt und freue mich, mehr darüber zu lesen!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Wolfgang · 18. November 2016 um 5:28 pm

Hallo Mel.
wenn deine Freunde einen kleinen Garten haben, empfehle ich ihnen einen schwachwüchsigen Baum.

Zu deiner Frage. Das Alternieren ist kein Vorteil sondern vielmehr ein Erschöpfungsstand des Obstbaumes. Nach einer großen Ernte bildet er im Folgejahr sehr wenige Blüten aus.
Das Reduzieren der Blüten und u.a.die Auswahl der Apfelsorte verhindert das Ganze und führt zu regelmäßiger Ernte.

Schwachwüchsige Bäume beginnen meist schon im erste Jahr zu tragen. Hochstamm+Halbstammbäume benötigen in der Regel 10-15 Jahre bis zur ersten Ernte. Manchmal dauert es auch 20 Jahre und sein Besitzer hat bis dahin die Geduld verloren und ihn gerodet.

Zum Platzbedarf: Spalierbäume benötigen rund 2-3 qm Platz. Halbstamm ca. 50-80 qm.

Ausserdem kann man sich bei kleinen Bäume verschiedene Sorten pflanzen und so bei optimaler Pflege von Juli bis in den Mai nächsten Jahres eigene Äpfel haben.

Bei mir klappt es noch nicht ganz. Wir haben von August bis April eigenes Obst.
Aber ich arbeite daran :-)

Ich werde berichten wie es im Apfelgarten weiter geht.

Schöne Apfelgrüße
Wolfgang

    Mel · 21. November 2016 um 2:15 pm

    Hallo Wolfgang,

    das klingt vernüftig, das mit dem Alternieren. :-)
    Eigenes Obbst das ganze Jahr über – das klingt herrlich! Und weckt bei mir gleich Kindheitserinnerungen: Meine Eltern hatten ein halbes Dutzend Streuobstwiesen mit unertschiedlichen Aüfelsorten, aber auch den ein oder anderen Kirsch-, Birn-, Zwetschken-, Walnuss- und Quittenbaum.
    Gefühlt hatten wir dadurch fast das ganze Jahr über eigenes Obst. Und wenn es nichts Frisches gab, dann zumindest eingekocht. ;-) War aber auch eine ganz schöne Arbeit…

    Kistengrüne Grüße in den Apfelgarten!
    Mel

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