Die richtigen Pflanzen für einen Balkongarten zu finden, ist gar nicht einfach. Diese Tipps helfen dir bei der Pflanzenwahl.

Anfang des Jahres macht sich bei mir eine gefährliche Stimmung breit: Eine unbändige Vorfreude auf das Balkongarten-Jahr trifft auf die neuesten Pflanzen-Kataloge. Mit einer riesigen Auswahl an Kräutern, Gemüse, Obstgehölzen und Blumen, die ich unbedingt alle haben muss!

Platz gibt es ja angeblich auf dem kleinsten Balkon.

Es stellt sich nur die Frage: Reicht er auch?

Diverse Kräuter und Wildpflanzen, zwei Blaubeeren, eine Stachelbeere und eine Himbeere gehören aktuell zu den Stammgästen in meinem Balkongarten. Ab Mai ziehen dann noch diverse Tomaten ein. Und dann ist sie eigentlich voll, meine sechs Quadratmeter große, grüne Oase.

Eigentlich.

Denn jedes Jahr schaffe ich dann doch noch Platz für neue Pflanzen.

Einen Hopfen, zum Beispiel, Brennnessel oder Schlupperkohl.

Wie das geht?

Bei der Auswahl meiner Balkonpflanzen folge ich meist drei Leitfragen, die ich dir gern an dieser Stelle verrate. Ich hoffe, sie können dir die Qual der Wahl erleichtern!

So viel Platz!?

Persönliche Vorliebe oder eine Frage der Freude

Einen Balkongarten ohne Tomaten kann ich mir nicht vorstellen. Sie müssen jedes Jahr im Balkongarten wachsen, am besten gleich mehrere Exemplare und unterschiedliche Sorten.

Es gibt aber auch Gemüse, die mag ich einfach nicht.

Rettich, zum Beispiel.

Egal, wie viele tolle Sorten es davon gibt: Ich esse ihn einfach nicht gern. Daher wird das Wurzelgemüse – Stand jetzt – sehr wahrscheinlich nie einen Platz in meinem Balkongarten bekommen.

Auch Petunie und Bambus müssen sich ein anderes Zuhause finden – mein Balkon wird es nicht.

Denn um es mit einer japanischen Aufräumexpertin zu sagen: In meinem Balkongarten wachsen nur Pflanzen, die mir Freude bereiten – weil ich sie gerne esse, rieche oder einfach wunderschön finde.

Anders als bei der Aufräumphilosophie gibt es auch Ausnahmen von der Regel:

Ein bisschen Dill darf sein

Dill kann ich ebenfalls nicht leiden. Dass er dennoch gelegentlich im Balkongarten wächst, liegt an seinen insektenfreundlichen Blüten.

In diesem Fall heißt es also eher:

Macht die Pflanze mir Freude – oder jemanden, der:die mir wichtig ist?

Lohnt der Anbau?

Ich bin ehrlich: Mein Balkongarten reicht nicht für die Selbstversorgung.

Selbst wenn ich die gesamte Fläche in einen Kartoffelacker umwandele, würde sie meinen Bedarf an diesen leckeren Knollen nicht decken. Dafür esse ich sie einfach zu gern.

Dass also ab und zu eine Kartoffel auf dem Balkon wächst, hat also keinen quantitativen, sondern eher qualitativen Grund:

Ich baue an, was es im Handel nicht zu kaufen gibt.

Um bei der Kartoffel zu bleiben: Rote Emmalie, Blaue Annelise und andere bunte Sorten.

Ähnliches gilt auch für andere Kräuter und Gemüse. Hirschhornwegerich und Schlupperkohl habe ich noch nie im Supermarkt und nur selten auf dem Markt gesehen. Indem wir sie auf dem Balkon anbauen, tragen wir also auch dazu bei, die Vielfalt der Arten zu erhalten.

Und falls dir die Erntemenge nicht egal ist, kann ich dir Kräuter wie Schnittknoblauch und Minze sowie Zucchini empfehlen. Eine Pflanze deckt in der Regel meinen Bedarf.

Der Standort muss passen

Sonne oder Schatten? Kübel oder Balkonkasten? Und muss die Erde sauer sein?

Der Standort entscheidet letztlich darüber, ob eine Pflanze wirklich zu einem Balkon passt. Sprich: ob sie wächst und gedeiht oder – trotz hingebungsvoller Pflege – vor sich hin kümmert.

Abendsonne durch Physalisblätter fotografiert
Abendsonne auf dem Balkon

Unter dem Begriff Standort versammeln sich für mich mehrere Faktoren:

  • Sonneneinstrahlung: Mag die Pflanze Schatten oder pralle Sonne?
  • Schutz: Steht die Pflanze gern in Wind und Regen oder lieber unter einem Dach?
  • Erde: Reicht normale Pflanzenerde aus?
  • Gefäßgröße: Wie groß muss der Kübel mindestens sein – und hält die Statik das Gewicht aus?

Letzteres mag trivial klingen. Aber gerade mit Blick auf Obstbäume ist es sinnvoll, Sorten zu wählen, die eher klein bleiben oder schmal wachsen. In den vergangenen Jahren hat sich da einiges getan – auch weil immer mehr Menschen ihren Balkon oder ihre Terrasse in einen Naschgarten verwandeln.

Wenn der Platz doch nicht reicht

Ich hoffe, dass dir meine drei Leitfragen

  • Mag ich die Pflanze?
  • Lohnt sich der Anbau?
  • Passt die Pflanze zum Standort?

helfen, die richtigen Pflanzen für deinen Balkon zu finden.

Mir gelingt das inzwischen ganz gut. Aber auch ich muss immer mal Abstriche machen und schreibe die Kandidaten, die es nicht in die engere Auswahl geschafft haben, auf eine Wunschliste – fürs nächste Jahr.

Und jetzt du!

Wie wählst du die perfekten Pflanzen für deinen Balkon aus? Schreibe deine Tipps in den Kommentarbereich – ich bin gespannt!

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Kategorien: Balkon-GartenPflanzen

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

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