Feldsalat gehört zu meinen liebsten Salaten – und das nicht nur im Winter! Ich liebe seine frische dunkelgrüne Farbe und sein nussiges Aroma. Zudem lässt er sich im Balkon-Garten ganz einfach anbauen.

Feldsalat wächst im Balkonkasten
Kein Winter ohne leckeren Wintersalat! Am liebsten frisch aus dem Balkon-Garten

Je weiter fortgeschritten das Jahr, desto seltener wird frisches Grün auf dem Balkon. Ab November haben sich die meisten Pflanzen verabschiedet. Daran haben auch die kühlen, manchmal schon dauer-frostigen Nächte ihren Anteil.

Es gibt aber auch Grünzeug, dem die winterlichen Temperaturen wenig ausmachen. Feldsalat, zum Beispiel. Er gehört – wie Postelein – zu den robusten Wintersalaten und gilt als sehr gesund, da er unter anderem Vitamin C enthält.

Grundsätzlich kannst du Feldsalat das ganze Jahr über anbauen. Meist hat er aber erst ab Ende Oktober Saison und ist dann auch vermehrt im Handel zu finden.

In meinem Balkon-Garten säe ich ihn erst ab dem Spätsommer in die abgeernteten Kisten und Balkonkästen. So habe ich auch noch etwas, worauf ich mich im Winter freuen kann!

Woran erkenne ich Feldsalat?

Feldsalat (Valerianella locusta) soll lange Zeit wild gesammelt worden sein, bis er seinen Weg in den Garten fand. Er gehört zu den Baldriangewächsen. Vielleicht kennst du ihn auch als Nüsschen, Nüsslisalat, Vogerlsalat oder Rapunzel.

Die weißen Blüten des Feldsalat
Ab April grünt und blüht der Feldsalat im Balkonkasten.

Die weichen, in der Regel dunkelgrünen Blätter wachsen in einer Rosette. Sie haben eine rundliche Form und können – je nach Sorte – bis zu zehn Zentimeter lang werden.

Wenn du Feldsalat nicht erntest, schießt er im Frühjahr in die Höhe und bildet ab April viele winzige weiße Blüten aus, die sehr hübsch blühen.

Wie bei allen Pflanzen gibt es auch bei Feldsalat unterschiedliche Sorten. Je nachdem wachsen sie schnell, vertragen Frost besser als andere oder sind besonders resistent gegenüber Mehltau. Achte beim Kauf darauf, ob der Feldsalat deine Ansprüche erfüllt.

Übrigens: Feldsalat zählt zu den Gründüngern, weil er mit seinen feinen Wurzeln die Erde locker und so die Bodenqualität verbessern soll.

Wann wird Feldsalat gesät?

Feldsalat mag keine große Hitze: Ist es ihm zu warm oder zu trocken, keimen die Samen eher schlecht. Daher wird er in der Regel im Herbst und Winter angebaut. Hast du einen schattigen, kühlen Balkon, kannst du den Nüsslisalat aber auch in den übrigen Monaten aussäen.

Vertrocknter Feldsalat mit Samen
Ab Mai kannst du die Samen ernten oder den Feldsalat sich selbst aussäen lassen.

Für eine Aussaat im Garten gelten die Monate August bis Oktober als ideal. Wenn es auf dem Balkon nicht allzu kalt ist, pflanze ich ihn auch noch bis zum Februar an.

Meist säe ich aus, sobald das Sommergemüse abgeerntet ist und ich die Lücken unkompliziert schließen will. Feldsalat ist nämlich eine ideale Nachkultur, weil er sich mit allen verträgt.

Du kannst ihn auch in Mischkultur mit Asia-Salaten und Winterpostelein anpflanzen.

Wie säe ich Feldsalat aus?

Die Samen verteile ich nach Lust und Laune:

  • Bei Kisten säe ich breitwürfig: Ich werfe eine Handvoll Samenkörner aus – mit ein bisschen Schwung, damit sie sich gut verteilen.
  • In Balkonkästen ziehe ich oft eine Reihe und lege die Samenkörner in einem Abstand von etwa fünf bis zehn Zentimetern – das spart das Pikieren!
  • Anschließend bedecke ich sie mit etwa ein bis zwei Zentimetern Erde.
  • Gut angießen!

Überhaupt ist es wichtig, die Samen in den kommenden drei Wochen feucht zu halten, damit sie aufgehen.

Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius gelten als Keimtemperatur als ideal. Feldsalat keimt aber auch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Ist es ihm zu kalt, überwintert die Aussaat und geht dann im folgenden Jahr auf.

Mein Tipp: Säe gestaffelt aus, also mehrfach und in einem Abstand von zwei Wochen. So kannst du über längere Zeit ernten.

Kann ich Feldsalat auch vorziehen?

Wenn du genügend Platz hast, kannst du Feldsalat auch vorziehen und dann direkt in den Kasten pikieren. Für den Anbau auf dem Balkon oder der Fensterbank ist das aus meiner Sicht aber nicht unbedingt notwendig – den Platz dafür hätte ich gar nicht!

Welcher Standort ist geeignet?

Feldsalat ist ein sehr robuster Salat, der auf einem geschützten Stadtbalkon – wie gesagt – auch ein paar Minusgrade aushält. Da Sonne im Winter sowieso eher rar ist, kannst du ihn in dieser Zeit an einem sonnigen Standort anbauen.

Damit zu viel Regen und Schneematsch nicht zu Krankheiten führen, wird eine Überdachung oder ein Vlies empfohlen.

Feldsalat wächst in einem Balkonkasten
Vorfreude in der Herbstsonne: Der Vogerlsalat ist schon auf einem guten Weg.

Für einen Anbau im Frühling und im Sommer braucht er einen schattigeren und kühleren Platz.

Worauf muss ich bei der Pflege achten?

Feldsalat ist ein anspruchsloses Gewächs und für Anfänger*innen geeignet. In der Regel musst du ihn nicht düngen. Die Nährstoffe in der Erde genügen ihm.

Halte die Erde nach der Aussaat feucht und gieße ihn auch in der Wachstumszeit ausreichend – aber nur, wenn es nicht friert und die Temperaturen im Plusbereich sind!

Stehen die Pflanzen zu dicht oder sind die Erde und die Luft zu feucht, kann Feldsalat Krankheiten bekommen.

  • Grauschimmel erkennst du an einem grau-grünen Flaum. Befallene Rapunzeln musst du leider sofort entfernen, damit sich der Pilz nicht ausbreitet.
  • Bleiben die Blätter eher klein und werden gelb, könnte die Pflanze vom Falschen Mehltau befallen sein. Die Blätter haben dann an der Unterseite einen grauen Belag.

Ist starker Frost angesagt, solltest du die Rapunzeln abdecken oder ernten: Gefrorene Blätter vermatschen.

Wann kann ich den Feldsalat ernten?

Grundsätzlich wächst Feldsalat recht schnell. Wann du ihn ernten kannst, kommt ein bisschen auf die Aussaat an. Säe ich im Spätsommer aus, kann ich nach etwa acht Wochen ernten.

Bei späten Aussaaten dauert es länger, weil der Feldsalat nicht mehr weiterwächst, wenn es kalt wird.

Vogerlsalat auf dem Balkon in einem Balkonkasten anbauen
Stehen die Pflanzen zu dicht, kannst du sie ausdünnen – und so immer zwischendrin ernten.

Feldsalat sollte bei der Ernte nicht gefroren sein, sonst vermatscht er. Die dunkelgrünen Blattrosetten kannst du Blatt für Blatt als Pflücksalat oder komplett ernten. Schneide sie dafür am besten mit einem scharfen Messer direkt über dem Boden ab.

Wie schmeckt er am besten?

Einmal geerntet, bleiben die Blätter leider nicht lange frisch. Ich esse sie daher so schnell wie möglich. Große Mengen, die ich von lieben Freundinnen aus dem Kleingarten geschenkt bekomme, schlage ich in ein feuchtes Tuch ein und lagere ihn im Kühlschrank. Das geht mal ein bis zwei Tage, aber auch nicht länger.

Am liebsten esse ich Feldsalat mit dem herrlichen, dickflüssigen Himbeer-Essig, den mir meine liebe Ex-Nachbarin regelmäßig im Winter selber macht. Dazu noch ein Schuss leckeres Walnuss-Öl, das mir ein lieber Freund immer aus Hessen mitbringt. Köstlich!!!

Lecker ist Feldsalat aber auch in meinem Wintersalat. Und in grünen Smoothies. Oder vermengt mit selbstgemachtem Kartoffelbrei und Ei…

Und jetzt du!

Welche Erfahrungen hast du mit dem Anbau von Feldsalat auf dem Balkon gemacht? Wie isst du ihn am liebsten?

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

2 Kommentare

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Jörg Achenbach · 8. November 2019 um 9:48 pm

Moin Mel,

Nüsschen mit Schmand….. Ein Traum in grün-weiß. Nicht nur für hessische Werder-Fans.

Allerdings war ich bisher mit meinen eigenen Ernten nicht besonders zufrieden. Muss vielleicht noch üben. Hab ja jetzt weitere Tipps zur Hand….

Liebe Grüße
Jörg

    Mel

    Mel · 11. November 2019 um 9:33 am

    Moin Jörg,

    das klingt in der Tat sehr lecker – und so passend für die Region ;-)
    Fein, dass du Feldsalat schon auf deinem Balkon angebaut hast! Womit bist du denn nicht zufrieden?

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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