Kein Balkongarten ohne Tomate! Selbst ich konnte – aller Vorsätze zum Trotz – dem Nachtschattengewächs nicht widerstehen. Damit der Tomatenanbau gelingt, hab ich mir bei einem Pressetermin Rat von einem Fachmann geholt. :-)

Tomaten_FlorAtrium_(c)Kistengruen

Tomaten aus dem FlorAtrium: Fleischtomate Schwarze Russische und White Beauty.

Hartmut Clemen ist Landesfachberater beim Landesverband der Gartenfreunde Bremen und Leiter des Beratunsgzentrums im FlorAtrium.

Jedes Jahr zieht er unter anderem Hunderte Tomatenpflanzen unterschiedlichster Sorten, die das Beratungszentrum nach den Eisheiligen gegen eine Spende an Hobbygärtner in Bremen und umzu abgibt.

Über diese Aktion habe ich für die hiesige Lokalzeitung berichtet – und mir bei dieser Gelegenheit auch gleich noch mal erklären lassen, worauf es beim Tomatenanbau ankommt. Schließlich lernt man ja immer wieder was Neues. :-)

Die Tipps möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Viel Erfolg! :-)

 

Vor dem Pflanzen eingewöhnen

Auch wenn die Freude groß über Neuzugänge sind: Gewöhnt die Tomatenpflanzen langsam an die äußere Umgebung.

Viele Jungpflanzen kommen direkt aus dem Gewächshaus und müssen sich auf Klima und Sonneneinstrahlung einstellen. „Ansonsten können sie einen Schnupfen oder einen Sonnenbrand bekommen“, warnt Hartmut Clemen.

Balkontomate_(c)kistengruen

Nach den Eisheiligen können Tomaten ausgepflanzt werden. Ab Mitte Mai sind Nachtfröste eher selten.

Am besten stellt ihr sie vor dem Einpflanzen drei bis vier Tage lang nur stundenweise nach draußen an einen windgeschützten Ort.

Sich kräuselnde Blätter seien ein schlechtes Zeichen. „Die Pflanzen sofort aus der Sonne nehmen, sonst können sie eingehen!“

Tomaten lieber tiefer einpflanzen

Anders als Salatpflänzchen könnt ihr die Tomaten ruhig ein paar Zentimeter tiefer einpflanzen. „Entlang des Stammes bilden sich so kleine Wurzeln“, erklärt der Experte.

Das Ergebnis: Die Pflanze bekommt einen besseren Stand – den ihr natürlich durch fachgerechtes Anbinden unterstützen könnt. :-)

Standort und Pflege

Tomaten lieben Sonne!

Einen sonnigen, windgeschützten Standort, kompostreiche Erde, viel Wasser (von unten gegossen!) und ein Dach über dem Kopf gegen Regen danken sie mit ergiebiger Ernte, davon ist Hartmut Clemen überzeugt.

Golden Currant wuchern ungemein. Daher umzäunt man sie am besten.

Wildtomaten wie Golden Currant wuchern ungemein. Daher zäunt man sie am besten ein. :-)

Sechs Wochen nach dem Einpflanzen sollten die Nachtschattengewächse zum ersten Mal gedüngt werden, am besten mit einem organischen Dünger wie Brennnesseljauche oder Hornspänen.

Auch Kalzium-Magel kann ein Problem werden – vor allem wenn ihr die Pflanzen nicht gleichmäßig gießt. Dann können sie Blütenenddfäule bekommen.

Tomaten-Krankheiten vorbeugen und behandeln

Tomaten sind in der Regel anfällig für Mehltau, Kraut- oder Braunfäule und andere Pilzkrankheiten. Erste Regel, um Krankheiten vorzubeugen: Die Tomatenpflanzen nicht zu beieinander stehen lassen. Auch regelmäßiges Düngen stärkt die Gewächse.

Darüber hinaus könnt ihr Pilzkrankheiten mit einem günstigen und umweltverträglichen Mittel vorbeugen: Milch, pur oder in einem Mischungsverhältnis von eins zu acht aufgesprüht. Dieser „Pflanzenschutz“ muss aber regelmäßig erneuert werden. Vor allem, wenn Regen die Blätter abgewaschen habe, so der Landesfachberater.

Tomaten ausgeizen

Auch wenn ihr euch über den schönen buschigen Wuchs eurer Pflanzen freut: Die kleinen Triebe in den Blattachsen sollten regelmäßig ausgebrochen werden. Ausgeizen, nennt das der Fachmann. „Nur bei Wildtomaten ist das Ausgeizen nicht notwendig.“

Der Grund: Die Tomate steckt ihre ganze Energie in die Produktion von Grün, aber nicht von Blüten und Früchten. Und das ist doch eigentlich das, was wir wollen, oder? :-)

Tomatenanbau im Kübel

Klein, rot und tomatig-süß: Rote Murmel.

Klein, rot und tomatig-süß: Rote Murmel.

Tomaten gedeihen nicht nur im Garten, sondern auch in einem großen Blumentopf auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Spezielle Züchtungen sind dafür nicht notwendig, im Prinzip eignet sich jede Sorte – und davon gibt es eine ganze Menge!

Hartmut Clemen empfiehlt dafür vor allem Wildtomaten wie Rote Murmel, Humboldtii oder Pubescens. Der Grund: „Sie sind robust und pflegeleicht: Man muss sie nicht ausgeizen, und sie sind nicht so anfällig für Kraut- und Braunfäule.“

 

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Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

14 Kommentare

Thomas · 26. Mai 2016 um 6:54 am

Danke für die vertvollen Tipps. Ich werde mir mal einige Notieren.

    Mel · 31. Mai 2016 um 6:28 pm

    Bitteschön, lieber Thomas!
    Freut mich, wenn ich Dir weiterhelfen konnte!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Ferdi · 20. September 2016 um 10:33 pm

Tolle und wertvolle Tipps und zudem noch in einem ansprechenden Paket verpackt. Super weiter so!

    Mel · 30. September 2016 um 11:17 am

    Hallo Ferdi,

    vielen Dank! Ich hoffe, dass im Beitrag die wichtigsten Fragen zum Anbau von Tomaten beantwortet sind. Ansonsten: Immer her damit!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Katjak · 23. Juni 2017 um 9:38 am

Ein ganz toller Beitrag. Da bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen. Auf diese Seite schaue ich ganz sicher in Zukunft öfters vorbei.

    Mel · 23. Juni 2017 um 9:59 am

    Vielen Dank, liebe Katjak!
    Es freut mich, wenn ich das Thema so umfassend dargestellen konnte.
    Ich freue mich auf weitere Besuche bei Kistengrün! :-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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