Ich liebe Kirschpflaumen! Selbst wenn die Früchte nicht immer schmecken. Denn das Wildgehölz hat noch viele andere Vorzüge.
Es lohnt sich immer wieder, nicht alles rigoros auszureißen und wegzuschneiden, was einem die Natur so in den Kübel sät oder aus dem Boden wachsen lässt. Manchmal sind darunter auch echte Schätze.
Kirschpflaumen, zum Beispiel.
In meinem Kleingarten wachsen seit einigen Jahren zwei Exemplare der Art Prunus cerasifera – eine mit gelben und eine mit roten Früchten. Keine davon hatte ich gepflanzt. Die gelbe wuchs irgendwann neben dem kniehohen Baumstumpf der ehemaligen Zwetschge, den mein Vorgänger stehen gelassen hatte. Die rote trieb ebenso überraschend am Fuß der alten Pflaume aus.
Erst hatte ich Vögel im Verdacht, die sich im Gärtnern versuchen wollten oder aus fremden Gärten Leckereien mitgebracht und die Überreste ihre Picknicks einfach auf den Boden hatten fallen lassen.
Doch dann wurde ich doch misstrauisch: Schon seltsam, dass diese Gehölze ausgerechnet neben einer Zwetschge und einer Pflaume wuchsen.
Und so dicht an den Stämmen.
Und auch nur dort.
Meine Neugier war geweckt. Bei der Recherche wurde ich schnell fündig.
Denn natürlich ist es kein Zufall, dass die Kirschpflaumen genau an diesen Stellen wachsen!
Kirschpflaumen werden gern als Veredelungsunterlage für Pflaumen und Zwetschgen genutzt, ebenso für Mirabellen und Pfirsich. Und manchmal treibt die Unterlage aus – so wie in meinem Garten.
Warum ich Kirschpflaumen liebe
Meine Kirschpflaumen mag ich heute nicht mehr missen. Und das aus ganz vielen Gründen:
- Kirschpflaumen sind essbar.
Wobei das Wildobst nicht immer ein Genuss sein muss. Die roten Früchte schmecken superlecker. Die gelben … naja. - Kirschpflaumen ernähren Tiere.
Was mir zu hoch hängt oder nicht schmeckt, überlasse ich gern den Wespen, Schmetterlingen, Vögeln, Schnecken, Waldmäusen und anderen Tieren, die im meinem Garten leben und sich begeistert über die Früchte hermachen. - Kirschpflaumen sind insektenfreundlich.
Aber nicht nur die Früchte sind bei den Tieren sehr beliebt. Die Blätter futtern Schmetterlingsraupen und die Blüten im Frühjahr sind arg umschwärmt von Bienen. - Kirschpflaumen sind Hingucker.
Überhaupt: diese Blüten. Was gibt es Schöneres als ein Blütenmeer im zeitigen Frühling? Ein duftendes Blütenmeer! Ich bin jedes Jahr wie berauscht, wenn ich an ihnen vorbei gehe. Und das tue ich nicht nur dann sehr häufig! - Kirschpflaumen sind pflegeleicht.
Als Wildobst sind sie robust, müssen aber unter Umstände im Zaum gehalten werden: Sie können bis zu acht Meter hoch werden und machen sich gern breit.



Podcast-Folge zur Kirschpflaume
Du möchtest mehr über die Kirschpflaume wissen? In der Folge „Wildes Obst: Kirschpflaumen“ des Garten-Podcasts „Grüner wird’s nicht“ erfährst du mehr über das Wildobst, seine Standortvorlieben und ob es auch in einem Kübel wächst.
Jeden Freitag sprechen wir ab 11 Uhr live auf Bremen Eins über ein Gartenthema. Du hast keine Zeit? Kein Problem: Die Folgen sind im Anschluss als Podcast auf bremeneins.de abrufbar.
Mein Fazit
Was habe ich aus meiner Recherche zur Kirschpflaume noch gelernt?
- Kirschpflaumen sind keine Kreuzung aus Kirsche und Pflaume, sondern eine eigenständige Art. Der Name geht wahrscheinlich auf die Frucht zurück: Sie ist eher rundlich wie eine zu groß geratene Kirsche und hat innen einen Stein wie eine Pflaume.
- In der Literatur und im Handel findet man sie auch unter der Bezeichnung Myrobalane, Wilde Mirabelle oder Türkische Kirsche. Letztere zeigt, dass das Wildobst ursprünglich nicht bei uns heimisch war, sondern aus den Regionen Balkan – Kaukasus – Mittelasien stammt.
- Aus den Früchten lässt sich köstliche Marmelade kochen!
Und jetzt du!
Hast du auch eine Kirschpflaume im Garten oder auf dem Balkon?

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