Schnittlauch (Allium schoenoprasum) zählt zu den genügsamsten und robustesten Kräutern, die ich kenne. Und er wächst nahezu überall!
Fast täglich kam ich an den grünen Halmen vorbei. Sie wuchsen nicht im Gartenbeet und nicht im Kübel, sondern im Gehweg – aus den Pflasterfugen. Und das bei Wind und Wetter, bis sie jemand herausgekratzt hatte. Oder geerntet.
Schnittlauch gehört schließlich zu den Klassikern der Kräuterküche. Aber der Binsen-Lauch kann noch so viel mehr.
Höchste Zeit also, seinen Nutzen mal herauszustellen!
Warum Schnittlauch ein Muss ist
Schnittlauch ist hart im Nehmen.
Am liebsten wächst er zwar in humoser, eher nährstoffreicher und frischer Erde im Halbschatten. Aber wenn es sein muss, dann boxt er sich auch an anderen Standorten durch, in praller Sonne und im Schatten.
Schnittlauch braucht nicht viel Platz.
Er wächst prima in Kübeln und Töpfen auf dem Balkon und sogar in Blumenkästen auf dem Fensterbrett. Im Garten findet er nicht nur im Kräuterbeet und in der Kräuterspirale Platz, sondern auch auf Baumscheiben und im Staudenbeet, entlang von Wegen und zwischen Beeten. Auch für Dachbegrünung und Steingärten wird er empfohlen und genutzt. Und als Fugengrün – siehe oben.
Schnittlauch ist ein Insektenmagnet.
Die kugeligen Pompom-Blüten in Weiß oder Rosa-Tönen blühen spätestens ab dem Frühsommer und werden reichlich von Insekten umschwärmt. Auch für uns sind die Blüten genießbar. Der Stängel allerdings ist hart und nicht wirklich lecker.

Schnittlauch vermehren
Allium schoenoprasum kannst du auf unterschiedliche Weisen vermehren.
Generative Vermehrung
Nach der Blüte bildet die Pflanze Samen, die du wild oder gezielt aussäen kannst.
- Schnittlauchsamen brauchen es kühl, damit sie keimen. Die Keimdauer beträgt zwei bis drei Wochen.
- Halte die Samen gleichmäßig feucht, damit die nicht austrocknen.
- Die Keimlinge ähneln einem dünnen Grashalm – und kann beim Jäten leicht mit einem solchen verwechselt werden.
Vegetative Vermehrung
Die vegetative Vermehrung ist bei Schnittlauch einfach und ist etwa alle zwei bis drei Jahre ratsam. Nebeneffekt: Die Pflanze wird verjüngt und soll besser wachsen.
- Grabe den Schnittlauch im Herbst oder Frühling aus.
- Teile den Wurzelstock mit einem scharfen Messer oder Spaten in mehrere Stücke und setze diese in frischer Erde.
- Im Winter kannst du auch einen Teil drinnen weitertreiben und frisches Grün ernten. Die Pflanze hat im Frühjahr dann allerdings nur noch wenig Kraft und treibt nicht mehr aus.
Mein Tipp:
Vermehre besondere Züchtungen nur vegetativ, damit sie sortenecht bleiben.
Podcast-Folge zu Schnittlauch
Mehr über den Binsen-Lauch, verschiedene Sorten und die richtige Ernte-Technik erfährst du in der Sendung „Schnittlauch für jeden Garten“ aus der Reihe „Grüner wird’s nicht“.
Jeden Freitag sprechen wir ab 11 Uhr live auf Bremen Eins über ein Gartenthema. Du hast keine Zeit? Kein Problem: Die Folgen sind im Anschluss als Podcast auf bremeneins.de abrufbar.
Du willst lieber Lesen statt Hören?
Dann empfehle ich dir mein Buch „Mein Stadtbalkon.Gartenglück auf kleinem Raum„.
Und jetzt du!
Wo wächst Schnittlauch bei dir?

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