Das bunte Herbstlaub ist für mich eine Freude – und für viele im wahrsten Sinne des Wortes lebensnotwendig. Hast du schon mal geschaut, wie viel Leben unter den Blättern herrscht?
//Transparenzhinweis: Im folgenden Beitrag empfehle ich ein Buch, das ich von der Autorin geschenkt bekommen habe und einfach ganz großartig finde. Für Nennung, Links etc. habe ich keine Bezahlung erhalten.//
Wenn sich im Herbst die Bäume und Sträucher verfärben, wird mir irgendwie immer ganz warm ums Herz. So also würden die gelben, roten und orangefarbenen Blätter mich innerlich wärmen.
Vielleicht ist es aber auch nur die tiefer stehende Herbstsonne, die alles in ein warmes, malerisches Licht taucht und mir bei der Gartenarbeit an kalten Tagen wohltuend den Rücken wärmt.
Ob im Garten oder Park – Herbstspaziergänge sind für mich etwas ganz Besonderes. Und wenn ich mit Elke Schwarzer unterwegs bin, dann gibt es immer noch mal mehr zu entdecken und zu bestaunen.

Elke und ich kennen uns seit Jahren und sind immer mal wieder gemeinsam unterwegs. Manchmal besuchen wir uns auch einfach mal in unseren Gärten – so wie im Mai 2019 (meine Güte, wie die Zeit vergeht!).
Elke schreibt nicht nur äußerst lehrreiche und unterhaltsame Gartenbücher und Blogbeiträge. Sie macht auch ganz fantastische Fotos. Und sie weiß einfach so unglaublich viel über alles, was so flattert, summt und krabbelt!
Zum Beispiel in der Laubstreu – den Blättern, die im Herbst zu Boden segeln und dort einfach liegen bleiben dürfen. Da ist oftmals mehr los, als wir mit bloßem Auge sehen können.
Tipps für die Laubstreu-Safari
Elke war es auch, die mich auf meine erste kleine Laubstreu-Safari mitgenommen hat. Daher habe ich sie für diesen Beitrag um ein paar Tipps gebeten.
Wen kann ich im Herbstlaub mit bloßem Auge entdecken?
Ganz ohne Lupe fallen die mehr oder weniger grauen Keller- und Mauerasseln auf. Entweder phlegmatisch und abwartend oder in Panik fliehend sind sie gut an ihrer flachen, ovalen Form mit vielen Beinen zu erkennen. Wenn man ein Blatt vorsichtig umdreht, kann man mit bloßem Auge auch noch die Bunten Kugelspringer entdecken, die einen kleinen Kopf, sechs Beine und einen großen, kugeligen Hinterleib haben und an Mordillo-Männchen erinnern.
Elke Schwarzer

Foto: Elke Schwarzer

Foto: Elke Schwarzer
Über welches Tier freust du dich besonders, wenn du es in der Laubstreu entdeckst?
Er ist zwar etwas anstrengend zu beobachten, weil kaum 1 mm lang, aber der Goldene Kugelspringer ist rundum entzückend. Von der Form über die Farbe einfach niedlich mit Kindchenschema-Effekt. Und er baut wie seine großen Verwandten auch Humus auf und verbreitet nützliche Pilzsporen.
Elke Schwarzer
Welche Regel gilt es bei der Laubstreu-Safari zu beachten?
Blätter immer sanft umdrehen und so wieder hinlegen, wie sie waren. Obwohl manche Hornmilben ein enormes Gewicht aushalten, sollte man nicht zu sehr im Laub herumtrampeln, denn andere Bewohner sind nicht so hart im Nehmen.
Elke Schwarzer
In ihrem Buch „Lass wachsen!“ hat Elke dem Leben im Laub mehrere Seiten gewidmet – fantastische Nahaufnahmen inklusive. Die niedlichen Kugelspringer kommen natürlich ebenfalls ganz groß raus. Zurecht, wie ich finde!


Podcast-Folge zur Laubstreu
Elkes Begeisterung für die kleinen und großen Bewohner in der Laubstreu ist ansteckend. Daher war es nur eine Frage der Zeit, dass sie auch mal Thema im Garten-Podcast „Grüner wird’s nicht“ sind. In der Folge „Lebensraum Laubstreu“ lernst du weitere Tiere kennen und erfährst, wie du das Herbstlaub ganz einfach in einen wertvollen Lebensraum verwandelst.
Jeden Freitag sprechen wir ab 11 Uhr live auf Bremen Eins über ein Gartenthema. Du hast keine Zeit? Kein Problem: Die Folgen sind im Anschluss als Podcast auf bremeneins.de abrufbar.
Mein Fazit
Herbstlaub ist mehr als nur altes Blattwerk. Es übernimmt viele wichtige Funktionen im natürlichen Kreislauf – und damit auch im Garten und auf dem Balkon.
Darf es liegen bleiben,
- bildet es eine Mulchschicht, die grundsätzlich Temperaturschwankungen ausgleicht und Feuchtigkeit speichert bzw. verhindert, dass der Boden austrocknet.
- schützt es die Pflanzen und ihre Wurzeln in der kalten, windigen und nassen Jahreszeit.
- kann es Nährstoffe bieten und die Bodenstruktur verbessern, wenn es im Lauf der Zeit zu Humus zersetzt wird. Dabei
- ist es eben auch Nahrung und Lebensraum für viele unterschiedliche Lebewesen, die wiederum anderen Tieren Nahrung bieten.
Und jetzt du!
Welche Tiere hast du in der Laubstreu entdeckt?

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