Kistengrün

Tomaten: Von wegen nur rund und rot

Flaschenförmig und geriffelt, schwarz, grün, gelb und gestreift: Es gibt wohl kaum ein anderes Gemüse, dessen Sorten so unterschiedlich sind, wie Tomaten. Auch auf meinem Balkon reifen nun wieder Früchte heran, die alles andere sind als rund und rot.

Rote Tomaten auf einem Tisch

Tomaten.

Tomaten und ich – das war jahrelang immer so eine Zweckbeziehung.

Die roten, runden Früchte passen halt farblich gut in den Salat, heben sich so schön von der grünen Blattmasse ab.

Aber so richtig begeistert war ich von ihnen nie. Die gummiartige Haut, das glibbrige Innere, der wässrige Geschmack – vor allem die Supermarktware hat mir den Appetit auf Tomaten gründlich verdorben.

Trotzdem wollte ich ein paar Tomatenpflanzen haben, als ich anfing auf dem Balkon gärtnern. Das ist jetzt drei Jahre her – und inzwischen würde ich am liebsten jeden Quadratzentimeter der gerade mal sechs Quadratmeter großen Fläche mit Tomatenpflanzen pflastern.

Weil ich so begeistert von ihnen bin.

 

Am Anfang war die Wildtomate…

Angefangen hat alles mit den unscheinbaren Früchten zweier Wildsorten: Rote Murmel und Golden Currant.

Die orangenen Früchte der Golden Currant Tomate

Klein und orange: Die Früchte der Wildtomate Golden Currant.

Beide Sorten gelten als pflegeleicht und unkompliziert – ideal für jemanden, der kaum Gartenerfahrung hat, und daher Pflanzen braucht, die auch mal was aushalten. Die nicht ausgegeizt werden müssen. Und die es nicht stört, wenn es ihnen auf den Kopf regnet.

Die Tomaten der beiden Wildsorten sind zwar klein, aber zahlreich. Und sie sind kompakt und süß – also genau das Gegenteil von dem, was ich zum damaligen Zeitpunkt dank der Supermarktware mit Tomaten assoziierte.

Zum Glück.

Denn sonst hätte ich mich sicherlich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt – und den Platz für was Anderes verwendet.

 

Verbotene Tomatenvielfalt?

Wie viele Tomatensorten es gibt, ist nicht wirklich bekannt. Schätzungen gehen von weltweit mehreren Tausend Sorten aus. Aber so genau weiß es niemand.

Grüne Früchte der Tomatensorte Berner Rose

Noch grün: Die Früchte der Tomatensorte Berner Rose sind noch nicht reif.

Umso unglaublicher, dass es nur wenige von ihnen in den herkömmlichen Verkauf schaffen. Oder besser gesagt: schaffen dürfen, wie es die Dokumentation Verbotenes Gemüse zeigt.

Auf meinem Balkon jedenfalls pflanze ich inzwischen nur noch Tomaten an, die mit der üblichen Handelsware kaum noch etwas zu tun haben.

Warum sollte ich auch?

 

Großartige Tomatenvielfalt!

Nach den Wildtomaten habe ich im vergangenen Jahr drei weitere Sorten ins Herz geschlossen:

  • Green Zebra, deren mittelgroße Früchte zwar gelb-grün gestreift ist, aber kein giftiges Solanin enthalten,
  • Black Cherry mit ihren süßen, kugelrunden Früchten und
  • Tumbling Tom, die als Hängetomate auch in einem Blumentopf unglaublich viele Früchte ausbildet.
Verschiedene Tomatensorten in einem blauen Sieb

Tomaten gibt es in vielen Farben und Formen.
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

In diesem Jahr sind neben einer kleinwüchsigen Balkontomate und einer Black Cherry eine Black Cherry Zebra, eine Berner Rose und ein Sibirisches Birnchen eingezogen. 🙂

 

…am Ende ein Tomaten-Balkon?

Je weiter der Sommer fortschreitet, umso vorfreudiger beobachte ich nun das Wachstum der Früchte. Die erste Flaschentomate hat sich sogar schon verfärbt, ist aber noch nicht ganz reif…

So unglaublich es klingt: Die Tomatenernte ist inzwischen für mich ein Höhepunkt der Gartensaison geworden. 🙂 Das hätte ich früher nie für möglich gehalten!

Die rote Frucht der Tomatensorte Sibirisches Birnchen

Das erste Sibirische Birnchen ist fast reif. 🙂

Inzwischen überlege ich ja, wie ich den Tomaten noch mehr Platz einräumen kann. Für eine Green Zebra gab es ja in diesem Jahr keinen Platz mehr…

…und es gibt ja noch so viele tolle Sorten zu entdecken! 🙂

Welche Tomatensorten pflanzt ihr auf dem Balkon oder im Garten an?

 

Dieser Artikel ist auch auf dem Blog Diese Rombergs erschienen, für den ich regelmäßig als Gastbloggerin schreiben darf. Vielen Dank! 🙂

 

Dieser Artikel gefällt Dir? Das freut mich! 🙂 Und ich freue mich, wenn Du ihn mit anderen teilst.  Frisches von Kistengrün gibt es auch auf Twitter, bei Facebook, Google+, Pinterest und  Instagram!

Mit dem Newsletter erfährst Du sofort, wenn ein neuer Beitrag auf Kistengrün erscheint. Die Registrierung dafür findest Du in der Seitennavigation.

Du hast einen Fehler im Text gefunden? Dann sag mir doch bitte Bescheid. Einfach das Wort markieren, Strg + Eingabetaste drücken – und schon bekomme ich eine Nachricht. Vielen Dank!

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

4 Kommentare zu “Tomaten: Von wegen nur rund und rot

  1. sas

    Hey Melanie,
    mir gehts wie dir, ichfiebere das ganze Gartenjahr auf die Tomatenernte und es ist für mich auch der Höhepunkt des Gartenjahres wenn ich meine neuen Sorten, das erste mal verkosten kann. Ich liebe die Vielfalt der Sorten, es ist eine unendliche Spielwiese. Ich habe gar nicht so viel geeigneten Platz, dass ich alles anbauen könnte, was ich wollte. Du hast nach den Sorten deiner Leser gefragt, hier kannst du meine angucken.
    http://reh-garten.de/seltene-tomatensorten-2017/#more-4604

    lg aus dem Reh-Garten

    1. Mel Autor des Beitrags

      Hey,

      das ist ja eine beeindruckende Vielfalt an Tomaten – und ein toller Blog! 🙂
      Ich bin mir nicht sicher, aber könnte die erste, dir unbekannte Tomate eine Fleischtomate namens Berner Rose sein? Die Früchte kommen mir irgendwie bekannt vor… 😉
      Inzwischen haben wir schon die ersten Früchte probiert. Die Balkontomate schmeckt leider nach gar nichts, dafür sind die Cherry-Tomaten umso aromatischer. Das Sibrische Birnchen ist bislang unser Favorit in diesem Jahr. 🙂

      Dir noch eine reiche Ernte!
      Kistengrüne Grüße
      Mel

  2. Pingback: Linkliebe zum Wochenende: Gartenblog-News

  3. Pingback: Blütenendfäule: Wenn Tomaten faulen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: