Es gibt Pflanzen, die sind aus meinem Balkon-Garten nicht mehr wegzudenken. Kapuzinerkresse ist eine von ihnen. Sie ist pflegeleicht, essbar und blüht dazu noch wunderschön – auch zur Freude der Bienen. :-)

Kapuzinerkresse
Ein Muss im Balkon-Garten: Kapuzinerkresse.

Die Kapuzinerkresse war eine der ersten Pflanzen, die ich in meinem Balkon-Garten ausgesät habe. Damals wusste ich noch nicht, dass sie so vielseitig und gesund ist.

Ich fand einfach ihre großen, trichterförmigen Blüten toll. Sie bilden mit ihren knalligen Farben einen herrlichen Kontrast zu den dunkelgrünen Blättern und blühen so ausdauernd. In manchen Jahren sogar noch bis in den November hinein!

Die Form der Blüten hat übrigens den Namen der Pflanze maßgeblich mitbestimmt: Von der Seite aus betrachtet, erinnern sie an die Kapuzen der Kapuzinermönche.

Doch Kapuzinerkresse ist nicht gleich Kapuzinerkresse: Es soll rund 90 (!) Arten geben, die als Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) eine eigene Gattung bilden. Bei uns am weitesten verbreitet ist sicherlich die einjährige Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus).

Im Laufe der Jahre sind einige in meinem Balkon-Garten gewachsen: rankende und buschige Varianten, mit uni- und mehrfarbigen Blüten, meist in Gelb, Orange oder Rot.

Sind die Blüten einfach und ungefüllt, ist Kapuzinerkresse eine tolle Bienenweide.

Ich mag sie aber auch so gern, weil man fast alles essen kann – und das auch noch gesund ist: Die Pflanze enthält neben Vitamin C auch Senföle, die antibiotisch wirken sollen! Die Große Kapuzinerkresse wurde daher zur „Arzneipflanze des Jahres 2013“ gekürt.

Kapuzinerkresse säen

Die Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie mag es warm und verträgt keinen Frost, daher säe ich sie direkt ab Mitte Mai aus. Du kannst sie aber auch ab März in kleinen Töpfen auf der Fensterbank vorziehen.

Grünes Miteinander: Kapuzinerkresse, Fruchtsalbei und Tomate.

In der Regel kombiniere ich sie mit Tomaten und Salat, die ich zeitgleich nach den Eisheiligen in Kisten setze. Diese Pflanzen bilden eine gute Mischkultur: Die Kapuzinerkresse wächst schnell und beschattet mit ihren Blättern den Boden, sodass er nicht so schnell austrocknet.

Die Pflanzensamen lege ich einzeln ein bis zwei Zentimeter tief und gieße sie gut an. In der Regel dauert es ein bis zwei Wochen, bis die Samen keimen.

Der ideale Standort für Kapuzinerkresse auf dem Balkon

Die Kapuzinerkresse ist eine sehr genügsame Pflanze. Sie gedeiht in kleinen und in großen Töpfen, in Balkonkästen und Kisten. Je mehr Platz sie hat, desto üppiger wächst sie.

In Sachen Erde braucht sie nichts Kompliziertes: Ich pflanze sie in ganz normale Blumenerde.

Am besten gedeiht sie an einem warmen, sonnigen Platz. In der prallen Mittagssonne macht sie gern mal schlapp, wenn sie nicht von oben ein bisschen beschattet wird – zum Beispiel durch die Tomatenpflanzen.

Pflege-Tipps für Kapuzinerkresse

Rankende Kapuzinerkressen sind eifrige Kletterer, wenn du ihnen ein Spalier bietest. Ich lasse sie meist einfach über den Kasten hängen oder ziehe sie an der Balkonbalustrade hoch.

Diese Pflanze klettert hoch hinaus!

Über ihre handtellergroßen Blätter verdunstet die Pflanze viel Wasser. Ich gieße sie daher regelmäßig – je nach Witterung und Gefäß drei Mal die Woche. Oder täglich. Auch wenn es hübsch aussieht, wie sich das Wasser durch den Lotuseffekt auf der Blattoberfläche perlt, versuche ich immer, sie möglichst von unten zu gießen.

Kapuzinerkressen, die mit den stets sehr hungrigen Tomaten eine Mischkultur bilden, bekommen in der Regel mehr Dünger als Pflanzen, die für sich im Topf oder Balkonkasten wachsen. Diese dünge ich nämlich nur selten und wenig – und sie wachsen trotzdem super!

Dieses Blatt muss weg: Blattläuse haben die Kapuzinerkresse gekapert.

Anfällig sind sie aber für Blattläuse – sowohl die grünen als auch die schwarzen. Sie sitzen gern am Stiel direkt unter den Blättern. Meiner Ansicht nach hilft da nur: Marienkäfer auf den Balkon einladen oder das Blatt komplett entfernen.

Im Laufe des Spätsommers haben machmal Blätter etwas Mehltau bekommen. Auch hier gilt: Die Blätter entfernen und entsorgen.

Kapuzinerkresse ernten und verwenden

Je nach Aussaat beginne ich nach etwa sechs Wochen mit der ersten Ernte. Das Tolle: Bis auf die Wurzel sind alle Pflanzenteile essbar!

Fein schneiden – und ab in die selbst gemachte Kräuterbutter!

Das scharfe Aroma von Blättern, Knospen und Blüten erinnert an Kresse und passt gut in Salate, Dips und Kräuterbutter. Ich schneide sie immer einzeln mit einem scharfen Küchenmesser, damit die Pflanzen nachwachsen.

Ob Samen reif sind, erkennt man nicht an der Farbe, sondern ob sie sich leicht vom Samenstand lösen lassen.

Darüber hinaus kannst du die grünen Samen wohl auch als Ersatz für Kapern verwenden und in Essig und Öl einlegen. Ich hab das aber noch nicht ausprobiert. Um Kapern mache ich grundsätzlich einen Bogen… Da brauche ich auch keinen Ersatz! ;-)

Kistengrün-Rezepte mit Kapuzinerkresse

Mangold mit Kräuter-Joghurt-Dip.

Und jetzt du!

Wächst bei dir auch Kapuzinerkresse im Balkon-Garten? Wie verwendest du sie?

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

7 Kommentare

Claudia · 10. Juni 2018 um 8:01 am

Hi Mel,
ein Garten ohne Kapuzinerkresse ist für mich ein No-Go. Irgendwo wächst immer welche. Aus unerfindlichen Gründen dieses Jahr nur genau eine einzige. Welche Farbe sie hat weiß ich noch nicht. Das muss sich nächstes Jahr definitiv wieder ändern. Denn ein Blick auf deine lachsfarbene genügt, um zu sehen, dass Tropaeolum durchaus mit Orchideen mithalten kann. Außerdem fehlen mir die Blätter für die klassischen Eier-Kresse-Sandwiches.
Viele Grüße
Claudia

    Mel · 17. Juni 2018 um 7:51 am

    Hi Claudia,

    in diesem Jahr ist bei mir noch keine Kapuzinerkresse erblüht, aber an einigen Stellen wächst sie fleießig.
    Ich habe sie ein bisschen spät gesät – aber so habe ich hoffentlich noch bis zum Winter etwas von den tollen Blüten. Und die Insekten auch. :-)
    Ich wünsche dir jedenfalls noch ganz viel Kapuzinerkresse in diesem Jahr! Auch für viele leckere Eier-Kresse-Sandwiche mit Kapuzinerkresse. Was für eine herrliche Idee! Hast du ein Rezept dafür???

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Zett · 16. März 2022 um 8:21 pm

Toller Artikel. Ich hatte in meinem ersten Hochbeetjahr 2021 gleich zwei von diesen Wahnsinnspflanzen. Die Blätter ergänzen super grüne Pesto zutaten, sie schmecken Mild und laden zu spannenden Kräuterkombinationen ein. Wenn man also mal zu wenig Basilikum für die Pesto erntet, einfach einpaar Kapuzinerkresse Blätter zum Auffüllen nehmen. Ich liebe sie und sie wird wohl jeden Sommer mit den Bienen und Hummeln meinen Garten verschönern.

    Mel · 18. März 2022 um 6:25 pm

    Hallo Zett,

    fein, dass du so viel Kapuzinerkresse ernten konntest. Ich finde es auch superschöne Pflanzen und tolle Bodendecker – auch für Tomaten. In der Mischukultur sind sie ebenfalls eine guter Basilikum-Ersatz.

    Eine schöne Gartensaison wünsche ich dir!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Aussaat im Frühling: Gemüse, Kräuter und Blumen ⋆ Kistengrün · 27. Februar 2019 um 7:32 pm

[…] Borretsch, Bohnenkraut, Dill, Kapuzinerkresse, Kresse, Koriander, Majoran, Oregano, Petersilie, Sauerampfer, Schnittknoblauch, […]

Wenn im November die Ringelblumen blühen... ⋆ Kistengrün · 7. September 2020 um 8:29 am

[…] Kapuzinerkresse hat sich in diesem Jahr ebenfalls sehr lange Zeit gelassen. Und auch Phazelie, Inkarnatklee, […]

Bienenfreundliche Balkonpflanzen: So wird dein Balkon zur Bienenweide · 10. September 2020 um 8:53 am

[…] Bohnenkraut, Dill, Kapuzinerkresse, Katzenminze, Lavendel, Majoran, Minze, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, […]

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