Der kleine Feigenbaum von Kistengrün-Fan Ulrike trägt Früchte. Seit Monaten. „Wann sind eigentlich Feigen reif? Und woran erkenne ich das?“, hat sie Kistengrün gefragt. Ich hab mich mal schlau gemacht. Für Ulrike – und für euch.

Feigenbaum auf dem Balkon
Auf dem Balkon von Ulrike wächst ein Feigenbaum.
Foto: Ulrike

//Hinweis: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung. Ich nenne und zitiere darin ohne Bezahlung einen Garten-Experten einer staatlichen Einrichtung sowie öffentlich finanzierte Info-Telefone.//

Seit einem Jahr hegt und pflegt Ulrike ihren kleinen Feigenbaum auf dem Balkon. Als sie ihn geschenkt bekam, trug er bereits zwei Früchte: Etwa drei Zentimeter groß, doch auch nach einem Jahr unverändert „knochenhart“, wie sie Kistengrün vor einiger Zeit über Facebook schrieb.

Wie kann ich erkennen, dass Feigen erntereif sind???“, wollte sie daher wissen.

Gute Frage!

Leider habe ich selbst keinen Feigenbaum auf dem Balkon.

Aber zum Glück kenne ich jemanden, den ich fragen kann: Heinrich Beltz von der Niedersächsischen Gartenakademie. Seine Tipps haben mir im vergangenen Jahr unter anderem erfolgreich geholfen, meinen Zitronenbaum und meinen Pfirsich zu überwintern.

Daran erkennt ihr, ob Feigen reif sind

Und in der Tat konnte er Ulrike und mir in Sachen Feigenbaum weiterhelfen!

Hier seine Antwort auch für euch zum Nachlesen:

„Die Reife der Feigen erkennt man daran, dass sie groß und weich werden. Manche Sorten (die dunkleren) färben sich, wenn sie genug Sonne bekommen, dann dunkler (lila/bräunlich). Oft ist das im September/Oktober der Fall.“

Heinrich Beltz von der Niedersächsischen Gartenakademie

Die Feigensorte ist dabei aber wohl nicht unerheblich.

Feigen stammen nämlich wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum und werden auch heute noch überwiegend dort angebaut. Und da herrscht bekanntlich ein ganz anderes Klima als bei uns…

„Die Reifezeit hängt vor allem von der Sorte ab, aber auch stark vom Standort. Oft bleiben sie in unserem Klima hart und werden nicht reif. Dann sollte man sich überlegen, ob man sich eine besser für unsere Region geeignete Sorte (z. B. Nordland Bergfeige) anschafft und/oder einen wärmeren Standort findet.“

Heinrich Beltz von der Niedersächsischen Gartenakademie

Vielen Dank für Ihre Hilfe, lieber Herr Beltz!

Erste Feigenernte auf dem Balkon

Wie sooft im Garten gehört manchmal auch ein bisschen Glück und Geduld dazu, bis man die Früchte ernten kann. Und das war auch bei Ulrikes Feigenbaum so.

Inzwischen konnte sie nämlich die erste Feige vom Balkon ernten!

Reife Feige
Ulrikes erste reife Feige aus dem Balkongarten!
Foto: Ulrike

„Das ist eine Frucht vom letzten Jahr. Eben geerntet. Zuckersüß :-) Leckerer als jede gekaufte. Noch eine ist dran, die in ein paar Tagen reif ist“, schrieb sie Kistengrün auf Facebook.

Und das ist noch nicht mal das Beste: Der Baum hat offensichtlich weitere Früchte angesetzt – insgesamt 24 Stück! Die kann Ulrike dann wohl im nächsten September ernten.

Die reifen und neuen Feigen sind auch ein sehr gutes Zeichen dafür, dass Ulrike nicht nur die passende Sorte für unsere Breiten geschenkt bekommen hat. Sie zeigen auch, dass sich der Feigenbaum wirklich wohl fühlt bei ihr auf dem Balkon.

Herzlichen Glückwunsch!

Du hast auch eine Frage zum Balkongärtnern? Dann schreibe Kistengrün doch eine E-Mail oder eine Nachricht über Facebook, Instagram oder Twitter!

Übrigens: Gartenfragen beantworten auch gern die Experten vom Gartentelefon. In vielen Bundesländern sogar kostenlos!

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Kategorien: ErntenWerbung

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

21 Kommentare

Sigrun - Bergblumengarten · 11. Oktober 2017 um 3:40 pm

Interessant…dann muss ich wohl noch mindestens zwei Jahre auf eigene Feigen warten. Eine Freundin aus Nürnberg hat mir Ableger von ihrem Feigenbaum geschenkt, der hier nun versucht, heimisch zu werden. Die Sorte kennen wir leider nicht, da sie das Haus mit Baum gekauft hat. Ich hoffe, sie hat keine veredelte Sorte….falls es da gibt. Denn dann würden sicher keine Früchte wachsen…..? Ach so, wie überwintert Ulrike diese Feige?
LG Sigrun

    Mel · 11. Oktober 2017 um 4:30 pm

    Hallo Sigrun,

    ich habe Ulrike gefragt, wie sie ihren Feigenbaum überwintert. Hier ihre Antwort:

    Ich ziehe einfach den Topf unter’s Dach auf d. Balkon und lege eine alte Decke über d. Topf. So ist nur d. Erde ein bißchen geschützt. Stamm u. Äste gucken raus. Nix Besonderes also 🙂 LG

    Ich bin ja wie gesagt keine Expertin, aber ich denke schon, dass auch eine Feige mit Veredelung Früchte ausbildet.
    Wenn du auf Nummer sicher gehen magst, kannst du ja mal die Experten vom Gartentelefon fragen. Die wissen das bestimmt! :-)

    Ich drück dir die Daumen!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

      Sigrun - Bergblumengarten · 11. Oktober 2017 um 5:09 pm

      Danke Mel. Das Problem ist, dass der Ableger ja wild entstanden ist und wenn die Mutter-Feige veredelt ist, wird dieses Kind wild sein. Ähnlich, wie bei wucherndem Flieder. In Spanien wachsen die Feigen aber auch, wie Unkraut. Ich denke also, dass das Bäumchen doch Feigen haben wird…auf jeden Fall dann die Ursorte.
      LG Sigrun

        Mel · 18. Oktober 2017 um 2:29 pm

        Hallo Sigrun,
        das wäre doch auch was Tolles. :-)
        Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt und das Bäumchen was trägt! :-)

        Kistengrüne Grüße
        Mel

Inch · 13. Oktober 2017 um 12:02 pm

Wie passend
Wir laufen gerade durch Georgien und pflücken uns hie und da eine reife Feige von den zahlreichen Bäumen am Wegesrand. Die Frage nach der Reife stellt sich hier.natürlich. nicht. Im Oktober sind sie.neben Wein und Granatäpfeln einfach DIE Frucht

    Mel · 18. Oktober 2017 um 2:31 pm

    Oh, das klingt aber paradiesisch!
    Wobei – auch hier kann man an der ein oder anderen Ecke derzeit Äpfel, Birnen oder Nüsse ernten. Ganz legal. :-)
    Nur Feigen und Granatäpfel sind leider hierzulande nicht dabei. Schade aber auch…
    Euch noch eine schöne Zeit in Georgien – und genießt viele leckere Feigen!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Jörg Achenbach · 17. Oktober 2017 um 9:08 pm

Hi Mel,

Feigen sind nicht so mein Ding. Deshalb hat mich dein Titel ganz spontan zu einer anderen interessanten, aber doch eher sinnfreien, Frage geführt: „Wann sind Reifen feige?“ Aber diese Frage sollte ich wohl eher an anderer Stelle platzieren…….

An dich habe ich eine ganz andere ernsthafte Frage: Stimmt es, dass Maulwurfshügel sich sehr gut als Anzuchterde eignen, weil sie keimfrei sind?

Und dann noch ein Feedback: Es gibt viele interessante Gartenportale, aber nur wenige deiner Kragenweite ohne Werbeinhalte. Das finde ich großartig und hoffe, dass das noch lange so bleibt. :-)

Mutige Grüße
Jörg

    Mel · 18. Oktober 2017 um 2:42 pm

    Hi Jörg,

    du stellst aber philosophische Fragen… Ich könnte ja mal bei meinem Fahrradschrauber nachfragen. Der hält mich bestimmt für bekloppt. ;-)

    Das mit dem Maulwurfshügeln habe ich auch schon öfters gehört bzw. gelesen. Ich habe da zwar eine Meinung zu, aber keine Ahnung, ob das stimmt. Ich werde mich also auf jeden Fall mal schlau machen und dann zu gegebener Zeit berichten. Vielen Dank für deine Frage! :-)

    Und vielen Dank auch für das Kompliment. Das mit den Werbeinhalten ist ja immer so eine Sache. Kistengrün ist ja nicht völlig frei davon. Aber ich möchte aus meinem Blog keine kommerzielle Werbeplattform und Linkschleuder machen. Daher gehe ich nur Kooperationen ein, die zu Kistengrün und / oder zu meiner Lebensphilosophie passen. Ich bin da schon ziemlich wählerisch. ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Giorgio · 18. Oktober 2017 um 7:21 am

In Croatien sah ich im Herbst viele Feigenbäume mit vollkommen grünen Feigen, die man aber essen konnte. Ich habe das vorher gar nicht gekannt, dort sind aber nur diese, Blaue / Lilane sind da gar nicht zu finden. Man sensibilisiert sich erst nach und nach und erkennt, dass die Reifen etwas gelber sind, als die, die noch heranreifen. Wenn sie unten am Punkt beginnen sich irgendwie zu öffnen, sind sie schon richtig süß.
Herzlich Giorgio

    Mel · 18. Oktober 2017 um 2:44 pm

    Hallo Giorgio,

    vielen Dank für deine Erläuterungen!
    Es ist schon spannend, wie viele unterschiedlichen Sorten es gibt (nicht nur bei Feigen) – und die alle unterschiedlich aussehen, wenn sie reif werden. :-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Irina · 4. Mai 2018 um 12:21 pm

Hallo Mel und alle anderen,

ich habe meine Bergfeige von Ahrens und Sieberts seit drei Jahen, habe diese in 1,5 Meter Abstand zur Südwand platziert und über einem Rosenbogen gespannt. Letztes Jahr hat der junge Baum extrem viele Früchte angesetzt, doch alle blieben unreif und wurden über den Winter steinhart, holzig, trocken. Ich habe diese jetzt von Hand abgeschlagen.
Nun setzt der Baum wieder Früchte an, ich meine, etwas früher, als letztes Jahr. Deshalb bin ich gespannt, ob die Sache mit den Früchten sich wiederholt oder diese doch reifer werden.

Ich bewundere dich, dass deine Frucht, auf dem Balkon gereift ist. Aber verstehen tuhe ich es nicht. Heißt es wirklich, man muss über den kalten Winter, die grünen Früchte vom Frost schützen, damit diese im nächsten Frühjahr und Sommer weiter reifen können? Wer hilft mir?

Gruß – Irina

    Mel · 10. Mai 2018 um 9:04 am

    Hallo, liebe Irina,

    ich selbst habe leider keine Feige auf dem Balkon.
    Aber ich mache mich gern noch mal schlau für dich.

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Andreas · 15. September 2018 um 4:03 pm

Ich habe einen Feigenbaum, Sorte Perretta, wächst draußen also eingepflanzt, und trägt 2 mal im Jahr, also Früh und Spätfeigen, auch schön süß kann ich nur empfehlen

    Mel · 17. September 2018 um 11:13 am

    Danke für den Tipp, lieber Andreas!
    Zwei Mal im Jahr Feigen ernten zu können, ist sicherlich ein Traum… :-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Jänicke · 26. April 2019 um 3:57 pm

Ich habe vor ca. 5 Jahren einen Feigenbaum aus dem Topf ins Freie gepflanzt. Er hatte im letzten Jahr ca. 40 reife Feigen. Sie waren zwar viel kleiner als in Kroatien, aber meine Frau hat Konfitüre daraus gemacht und sie auch gegessen. Schmeckte wie in Kroatien. In diesem Jahr sind bereits wieder über 70 kleine Früchte am Baum

    Mel · 7. Mai 2019 um 12:59 pm

    Herzlichen Glückwunsch! So langsam sollte ich mir doch so ein Bäumchen zulegen. Sie scheinen ja eine reiche Ernte zu bringen auf dem Balkon.

Siggi · 26. Juli 2019 um 12:57 pm

Moin ich bin an der Nordseeküste. Habe auf meiner Süd – West Terrasse seit 3 Jahre eine Feige im 40 cm Topf. Es ist von Westen sehr windig. Die Blattränder werden schwarz und zerfransen. Warum ? Die Feige trägt heute Anzeichen von Früchte. Wann ist es soweit zum genießen ? Habe meine Feige im Winter im kühlen Flur stehen.
Super Forum !!

    Mel · 23. August 2019 um 10:54 am

    Hallo Siggi,

    ich bin ja leider nicht die große Feigen-Expertin, da ich selbst keinen Feigenbaum auf dem Balkon habe.
    Mein Verdacht ist, dass die Blätter zu feucht geworden sind und ein bisschen unter dem Wind leiden. Oder hast du vielleicht Raupen oder andere kleine Tierchen entdeckt, die an den Blättern knabbern?
    Mein Tipp bei solchen Fragen sind immer die Gartentelefone der Gartenakademien. Da bekommt man guten Garten-Rat – und das sogar häufig sogar kostenlos!
    Viel Erfolg und gib gern Bescheid, wenn das Problem gelöst ist – wir sind gespannt!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

derhenkel · 28. August 2019 um 6:39 pm

Hallo Mel, hallo Feigenexperten und -Liebhaber,
da ich auch noch auf reife Feigen warte, will ich zumindest mal meine bisherigen Erfahrungen preisgeben. Ich habe die erste Feige vor 4 oder 5 Jahren im Norma als „Bausatz“ gekauft, Bausatz deshalb weil die Blätter lose in der Packung lagen, die Erde war nicht mehr am Wurzelballen und das zum Leben dringend nötige Wasser war größtenteils verdunstet. Ich habe die Pflanz in ungeschützter Südlage im Freiland in die Erde gebracht, noch im ersten Jahr hat sie gut ausgetrieben und kleine Feigen angesetzt, die folgenden Jahre ebenfalls. im letzten Winter ist sie zum ersten mal nicht vollständig zurückgefroren, sondern hatte noch Zweige von 30 bis 50 cm Länge die am Leben waren, daran habe ich jetzt insgesamt etwa 50 bis 80 mehr oder weniger große Feigen, die sind aber momentan noch knochenhart und ich rechne nicht damit dass die noch reif werden. Es ist jedoch erkennbar, dass die Pflanze von Jahr zu Jahr robuster wird und die Feigen eher beginnen zu wachsen und es werden immer mehr, ich hoffe es gibt nächstes Jahr leckere Frische Feigen, Feigenmarmelade, Feigenschnaps usw.
Mit der zweiten Pflanze ist es ähnlich, drei Jahre alt, aktuell noch sehr wenig kleine Früchte, die wohl in diesem Jahr kaum reif werden.
Also es ist ein Experiment welches zumindest noch nicht mislungen ist, über das weitere Ergebnis werde ich ggf. berichten. Wer gern soblad wie möglich Erfolg haben möchte, der sollte nicht wie ich im Discounter eine „Feige“ kaufen, sondern dies im Fachhandel tun, da gibt es nämlich für verschiedene Standorte und verschiedene Bedingungen auch mehr oder weniger passende Sorten. Es gibt z.B. welche die vertragen sehr viel kälte, aber keinen kalten Wind und umgekehrt. In Südschweden habe ich an vielen Häusern welche gesehen, die werden da an der Südseite am Haus gepflanzt, davor eine Plexiglasscheibe, dahinter ist es windgeschützt und beizeiten warm. Der Besitzer sagte es ist eine Bornholmfeige, die verträgt bis -20°, trägt dafür weniger Früchte, die gibt es auch in Deutschland im gutsortierte Gartenmarkt, Werbung überlasse ich Mel und google. Weitere winterharte Sorten sollen Bayernfeige, Martinsfeige und Michurinska-10 sein, Erfahrungen habe ich damit noch nicht, mir fehlt leider der Platz.
Die aus der Türkei mitgebrachten Sämlinge haben in unseren Breiten keine Chance, das entnehme ich zumindest den Beiträgen die ich darüber gelesen habe, vor allem fehlen in unseren Breiten die zur Befruchtung notwendigen Gallwespen.
@Jänicke wann waren die 40 Feigen reif?

Beste Grüße aus Thüringen
derhenkel

Johanna · 22. September 2019 um 3:09 pm

hallo Feigenfans,
ich glaube, wir warten jetzt alle auf “ den Tag“
Vor 3 Jahren haben wir uns eine Feige schicken lassen, er war damals ca 70 cm hoch.
Jetzt ist er ca. 4 m. Letztes Jahr hatten wir 12 Früchte, dieses Jahr ca. 70 !!!!
Wie hoch wächst eine Feige ??

    Mel · 11. Oktober 2019 um 10:55 am

    Hallo Johanna,

    was für eine tolle Ernte, Glückwunsch!. Soweit ich weiß, kann eine Feige an die zehn Meter hoch werden. Aber wohl eher bei optimalen Bedingungen im Freiland. ;-)
    Im Kübel sind es je nach Sorte und Größe des Kübels jedoch weniger.

    Hab einen feinen Herbst!
    Kistengrüne Grüße
    Mel

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