Kistengrün

In Kartoffelgräberstimmung

Wie habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Den Tag, an dem ich endlich – ENDLICH!!!! –  die ersten Kartoffeln ernte, die ich in den Reissäcken im Hinterhof angebaut habe. Mit behandschuhten Händen habe ich nun den Schatz gehoben.

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Knollig, rund und lecker: meine ersten Kartoffeln in diesem Jahr.

Ja, es hatte wirklich was von einer Schatzsuche, wie ich am Sonntag so über den Reissack gebeugt in der Erde wühlte. Oder – was die nicht ganz so charmante, aber ebenso treffende Formulierung ist – es hatte was von einem Hund auf der Suche nach einem lange vergrabenen Lieblingsknochen.

Mein Schatz – wahlweise: mein Knochen – waren die Nachkommen zweier Kartoffeln der Sorte Linda, die ich im Frühjahr in einem der beiden Reissäcke vergraben habe. In zwei Chargen unzähligen Kilos einer Erde-Humus-Mischung – so viel Nahrung haben die anderen Pflanzen nicht bekommen, muss ich gestehen…

Warum? Weil ich Kartoffeln so mag – und weil er erste Versuch im vergangenen Jahr (damals noch in einem großen Blumentopf auf dem Balkon) so vielversprechend wirkte.

Nach dem Starkregen waren die Pflanzen zwar nicht mehr so hoch, aber immer noch üppig.

Nach dem Starkregen Mitte Juli waren die Pflanzen zwar nicht mehr so hoch, aber immer noch üppig.

Und genauso sah es auch in diesem Jahr wieder aus: Ausreichend gegossen (aber nicht zu viel, damit die Knollen nicht zu feucht stehen und verfaulen), gediehen die Kartoffeln prächtig im Hinterhof: Das Grün spross, sah supergesund aus und schoss nur so in die Höhe. Auch die Nacktschnecken fanden die Kartoffelpflanzen super – ihr erinnert euch bestimmt…

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Gleich geht’s los: An die Schaufel…

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… ausbuddeln…

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… tata: die erste Kartoffel :-)

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Jeder fängt mal klein an…

In den vergangenen zwei Wochen sind die Blätter immer mehr verwelkt – und das bedeutete: Fertigmachen zum Ernten! Die Erde war ziemlich trocken und krümelig und so war es nicht schwer, die trocken Stiele und den letzten fast schon verwelkten Rest aus der Erde zu ziehen. Und da baumelte sie dann auch schon: die erste Linda. Ein bisschen größer als ein Daumennagel, aber gesund und ausgereift (und lecker, wie sich am Abend noch herausstellen sollte :-)).

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Da sind bestimmt noch mehr versteckt…

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Hab ich es mir doch gedacht :-)

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Die würde ich nicht mehr essen wollen: die Überreste der alten Kartoffeln.

In Handschuhen legte ich Schicht um Schicht weitere Kartoffeln frei, die größte etwa fünf Zentimeter lang – perfekt also für Pellkartoffeln. Etwa nach der Hälfte stieß ich auf die beiden alten Exemplare – oder besser gesagt: Das was von ihnen übrig geblieben ist. Ein bisschen Schale und ein bisschen Glibber-Matsch. :-(

Und danach kam – nichts mehr.

Nada, niente – keine einzige Knolle. :-( :-( :-(

Ganz ehrlich: Das hat mich schon ein wenig enttäuscht. Ich hatte eigentlich erwartet – okay: gehofft – dass der Sacke voll ist, dass ich quasi nur noch Erdkrumen am Rand abkratzen muss, weil die Lindas innen alle so dicht an dicht liegen.

Tja, da war ich wohl ein bisschen zu optimitisch gewesen. Wobei ich mir das auch hätte denken können. Die Blütezeit war nur kurz und auch nicht gerade überragend und eine Freundin hatte mich sogar konkret vorgewarnt: Auch sie hat kürzlich im Garten nur wenig geerntet – obwohl die Pflanzen super gewachsen sind.

Was soll’s. Ich bin trotzdem tierisch stolz auf meine eigenen Kartoffeln. 1,2 Kilo haben sie am Ende auf die Waage gebracht. Und sie schmecken echt lecker: Die Frucht ist fest und aromatisch – und das obwohl ich ganz normale Kartoffeln aus dem Bio-Laden und keine Saatknollen verwendet habe. :-)

Das Beste allerdings: Im Hof steht noch ein zweiter Sack. Und ratet mal, was da drin ist… :-)

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Fast fertig: ein weiterer Sack Kartoffeln im Hinterhof.

5 Kommentare zu “In Kartoffelgräberstimmung

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