Kistengrün

Pflücksalat ernten

Fast jeden zweiten Tag gibt es bei uns inzwischen frischen Salat aus dem Balkongarten. Pflücksalat sei Dank füllt sich die Schüssel schnell. Damit die Erntefreude lange anhält, solltet ihr ein paar Dinge beachten.

Blatt für Blatt ein Genuss: Pflücksalat vom eigenen Balkon.

Blatt für Blatt ein Genuss: Pflücksalat vom eigenen Balkon.

Sommer und Salat gehören für mich seit Kindheit zusammen.

Je höher die Temperaturen, desto häufiger stand eine Schüssel Grünes auf dem Tisch: Kopfsalat, Eichblattsalat, Eissalat, Endivien, Lollo Rossa und Lollo Bionda – so manche Sorte habe ich am heimischen Mittagstisch kennen und mehr oder weniger lieben gelernt.

Mit Pflücksalat hatte ich allerdings nie die Bekanntschaft gemacht.

Das dachte ich zumindest, bis ich mit dem Balkongärtnern anfing.

 

Pflücksalat: Ideal für den Balkon

Balkongärtner schwören auf Schnitt- und Pflücksalate.

Zurecht: Sie sind relativ anspruchslos, wachsen auch im Halbschatten und  haben flache Wurzeln – optimale Bedingungen für einen Anbau in Kisten, Töpfen und Balkonkästen.

Aber Pflücksalate sind per se keine Sorte.

Sie sind vielmehr ein Sammelbezeichnung für Australischer Gelber, Amerikanischer und Venezianischer Brauner, Baby-Leaf, Eichblattsalat Red Salad Bowl, Lollo Rossa oder Lollo Bionda – Salate, die ich also schon auf meinem Kinderteller hatte.

Das Besondere an Pflück- oder Schnittsalat ist die Art des Erntens.

Anders als Kopf- oder Eissalat bildet ein Pflück- oder Schnittsalat keinen Kopf. Seine Blätter ordnen sich in Rosetten an, die man pflücken oder abschneiden kann – komplett oder einzeln.

Die äußeren Blätter des Pflücksalats kann man einzeln ernten.

Die äußeren Blätter des Pflücksalat breche ich einzeln ab.

Auf diese Weise kommen auch ungeduldige Gärtner wie ich zu schnellem Salatgenuss: Statt darauf warten zu müssen, bis der Kopf eine erntereife Größe erreicht hat, kann ich Blatt für Blatt meine Salatschüssel füllen. 🙂

Gleichzeitig kann ich so genau die Menge an Salat ernten, die ich auch verarbeiten will: Es bleiben keine Reste, die im Gemüsefach vergessen vor sich hin gammeln. 🙂

Das Beste jedoch: Die Blätter wachsen immer wieder nach. Über Wochen, wenn nicht sogar Monate! 🙂

 

Pflücksalat richtig ernten

Pflücksalate lassen sich nach dem Pikieren und Auspflanzen bereits nach vier bis sechs Wochen das erste Mal ernten. Ich warte, bis die Blätter zwischen fünf bis zehn Zentimeter lang und in der Mitte schon neue Blätter zu erkennen sind.

Dies ist entscheidend für eine fortlaufende Ernte:

Das Herz des Pflücksalats muss stehen bleiben und darf nicht verletzt werden!

Ansonsten entwickeln sich keine weiteren Salatblätter!

Die jungen Blätter bilden das Herz des Pflücksalats.

Die jungen Blätter in der Mitte des Eichblattsalat bilden das Herz des Pflücksalats.

Die großen, äußeren Blätter breche ich unten an der Pflanze ab.

Vorsichtig und von Hand.

Mit einem Messer habe ich schon zu oft eine Pflanze verletzt – und uns damit im wahrsten Sinne des Wortes vom Salat-Nachschub abgeschnitten. 🙁

Natürlich ist es auch möglich, den Salat wachsen zu lassen und ihn dann komplett zu ernten! Allerdings müsst ihr dafür Geduld haben…

Auch Pflücksalat müsst ihr nach einigen Wochen komplett ernten: Spätestens wenn er beginnt, in die Höhe zu schießen. Ansonsten bildet die Pflanze Blüten. Die sehen zwar hübsch aus. Die Blätter schmecken dann aber ziemlich bitter. 🙁

 

Vorsicht Sonne!

Hitze und Sonne bekommen Pflücksalat überhaupt nicht. Dann macht er richtig schlapp. An heißen Tagen solltet ihr daher die Blätter morgens pflücken und die Pflanzen mit einem Sonnensegel oder Sonnenschirm schützen.

Ein schlapper Salat ist aber kein Grund zum Verzweifeln oder gar zum Ausreißen. Die Pflanzen erholen sich in der Regel recht schnell: Wenn die Sonne verschwunden ist, könnt ihr sie vorsichtig wässern. Nach ein paar Stunden ist der Salat wieder knackig und frisch. 🙂

 

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Mehr Pflücksalat

Pflanzenportrait: Roter Eichblattsalat / Red Salad Bowl

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17 Kommentare zu “Pflücksalat ernten

  1. Jörg

    Hallo Mel,

    ich weiß nicht, ob es mich erfreut oder doch eher ängstigt: diese Information kommt überaus passend, denn ich frage mich seit Tagen, wie ich mit meinem Salat und insbesondere mit dem sprießenden Rucola verfahren soll.

    Du hast nicht zufällig Kameras auf meinem Balkon installiert? Wenn nicht, und das ist die gute Nachricht für dich, kannst du deine seherischen Fähigkeiten sicherlich noch gewinnbringend einsetzen.

    Mir hast du zunächst (unentgeltlich) sehr geholfen, dafür herzlichen Dank!

    Überhaupt muss ich mich wundern, wie viel Freude mir das Balkongärtnern macht.
    Ich habe in diesem Sommer sicherlich schon mehr Zeit auf meinem Balkon verbracht als in den letzten zehn Jahren zusammen genommen. Und ich habe jede Sekunde genossen. Was ich von vielen Stunden vor der Glotze nicht behaupten kann. Und Musik hören kann ich auf dem Balkon auch.

    Das Beste daran: es verändert sich jeden Tag, immer kommt etwas Neues dazu. Dieser neu gewonnene, zusätzliche Wohnraum dekoriert sich von selbst jeden Tag neu. Genial!

    Bin echt mal gespannt, wie das weitergeht!

    Liebe Grüße
    Jörg

    1. Mel Autor des Beitrags

      Hallo Jörg,

      keine Sorge: Ich habe keine Kameras auf Deinen Balkon gepflanzt. 😉
      Vielmehr habe ich mich auf exklusive Informationen aus erster Hand verlassen. Hast Du nicht neulich erzählt, dass Dein Salat schon fast erntereif ist?!
      Dass Dir das Balkongärtnern so viel Spaß macht, freut mich wirklich sehr. Mehr will ich auch gar nicht dazu sagen. Du hast dieses Lebensgefühl so passend beschrieben… Nur so viel: Danke! 🙂

      Kistengrüne Grüße
      Mel

  2. Sarah Maria

    Ich habe auch zwei Salatköpfe auf meinem Balkon. Die reichen (fast) den kompletten Sommer über, weil immer wieder frische Blätter nachwachsen. Eine super Sache – die ich auf jeden Fall auch in den nächsten Jahren wieder anpflanzen werde. 🙂

    Liebe Grüße und lass es dir schmecken,
    Sarah Maria

    1. Mel Autor des Beitrags

      Da gebe ich Dir völlig recht, liebe Sarah Maria! Ich kann mir meinen Balkongarten ohne Salat gar nicht mehr so recht vorstellen.
      Ich finde, selbst gezogener Salat schmeckt auch viel leckerer als gekaufter…
      Aber vieleicht ist das auch nur Wunschdenken… 😉

      Dir auch guten Hunger! 🙂
      Kistengrüne Grüße
      Mel

  3. Jörg

    Hallo Mel,

    auch wenn ich nicht weiß, wofür du dich bedankst, sage ich jetzt einfach mal: gerne geschehen! Und wenn ich aus Versehen mal was Gutes für dich tun konnte, dann freue ich mich darüber.

    In der Sache mit dem zusätzlichen Wohnraum möchte ich dich jedoch um weitestgehende Diskretion bitten. Ich möchte meinen Vermieter nämlich nicht auf die naheliegende Idee einer Mieterhöhung bringen.

    Das gesparte Geld möchte ich nämlich lieber in „Joe’s Balkongarage“ (Tribute to Frank Zappa) investieren.

    Freakige Grüße
    Jörg

    1. Mel Autor des Beitrags

      Hallo Jörg,

      das mit der Diskretion geht klar. 🙂
      Ich bin ja mal gespannt, was Du Dir von dem eingesparten Geld anschaffen willst. Doch nicht etwa einen — Kleingarten????!!! 😉

      Kistengrüne Grüße
      Mel

      1. Jörg

        Hallo Mel,

        Kleingarten? Warum nicht gleich die Bundesgartenschau!

        Solange ich meine Miete zahlen kann, sind die Investitionen auf den Balkon beschränkt und bewegen sich auch eher im Taschengeldbereich, eine Kreditaufnahme ist nicht geplant.

        Für’s erste geht es um eine Erweiterung um 4 Kästen und kleine gestalterische Veränderungen.

        Nix Großes halt. Ich muss ja auch erstmal reinwachsen in die Gärtnerei. Und das Tempo der Tomatenpflanzen ist kein Maßstab für meine Aktivitäten.

        Ich lasse mich da jetzt einfach treiben und genieße die Zeit. Hilfe, Tipps und Rezepte (wie z.B. Rucola-Pesto) nehme ich dankbar auf.

        Aber jetzt muss ich erstmal weiter das Internet ausdrucken, da bin ich noch nicht wirklich weit gekommen, fürchte ich.

        Entspannte Grüße
        Jörg

        1. Mel Autor des Beitrags

          Hallo Jörg,

          BuGa finde ich gut. 🙂
          Aber mit (An)Baukrediten wäre ich im Moment eher vorsichtig.
          Wo willst Du denn noch vier Kästen unterbringen?! Und vor allem: was darin? Ich bin echt gespannt.
          Übernimm Dich aber nicht. Ich hab im ersten Jahr auch klein angefangen – und das war auch gut so. Die Chinesische Mauer wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut… oder so ähnlich. 😉

          Kistengrüne Grüße
          Mel

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