Salbei (Salvia officinalis) ist eines der Kräuter im Garten, die wohl am meisten unterschätzt werden. Dabei ist er robust, vielseitig und wohltuend. Kurzum: Dieses Kraut gehört auf jeden Balkon und in jeden Garten!

Die violette Blüte des Salbei (salvia officinalis)

Wenn Salbei blüht, sieht das nicht nur schön aus. Auch die Hummeln freuen sich.

Aussaat

Selbst habe ich noch keinen Salbei ausgesät. Wer es versuchen will, hat wohl im April die besten Aussichten auf Erfolg. Ihr könnt das Kraut aber auch als Steckling vermehren.

Wer wie ich eine Pflanze auf dem Markt gekauft hat, pflanzt sie am besten zwischen April und Juni ein.

Standort

Salbei stammt aus dem Mittelmeerraum. Daher mag er es vor allem sonnig, warm und trocken. Der Boden sollte bestenfalls kalkhaltig, auf jeden Fall aber durchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet. In Balkonkästen und Kübeln fühlt er sich aber ansonsten wohl. :-)

Zu ideale Nachbarn in Beet und Kübel zählen Rosmarin, Fenchel und Rosen.

Salbei in einer Kiste

Salvia officinalis liebt einen sonnigen, trockenen Standort.

Pflege

Salvia officinalis ist eine dankbare Pflanze: Sie braucht eigentlich gar keine Pflege, freut sich aber auf eine Portion Dünger an und zu.

Im Winter sollte der Salbei nicht zu feucht stehen, damit die Kälte ihm nicht zu schaffen macht. Ansonsten kommt er mit Kälte ganz gut zurecht. Nur wenn es wirklich extrem kalt ist, decke ich ihn vorsichtlichtshalber ab.

Im Frühjahr solltet ihr die Pflanze zurückschneiden. Keine Sorge – sie treibt schnell wieder frisch aus! :-)

Ernten

Salbei neigt zum Verholzen. Das ist nicht schlimm, schließlich interessieren mich vor allem die flaumigen Blätter. :-)

Wenn ihr die Triebspitzen ausknipst, erhaltet ihr nicht nur besonders zarte Blätter. Ihr sorgt auch dafür, dass die Pflanze buschiger wächst.

Ihr könnt Salbei das ganze Jahr über ernten. Die ideale Erntezeit ist aber kurz vor der Blüte im Mai oder Juni. Jetzt sind die Blätter am aromatischsten – also Vorräte schneiden und trocknen nicht vergessen!

Getrocknete Salbeiblätter

Fertig für die Teekanne: getrocknete Salbeiblätter.

Verwendung

Zugegeben: Nicht jeder mag Salbei. Er schmeckt würzig, bitter und vor allem: intensiv.

Sein Aroma ist aber auch seine Stärke. Im Garten soll das Kraut Raupen, Läuse und Schnecken fern halten.

Auch in der Küche ist er vielseitig einsetzbar: zu Fleisch, Schinken, Käse oder Pasta, in Essig und Öl eingelegt. Anders als andere Kräuter könnt ihr Salbei ohne schlechtes Gewissen auch mitkochen. Ich finde, nach einer Weile in Topf oder Pfanne entwickelt er seine Wirkung besonders gut. Generell gilt aber: vorsichtig dosieren!

Ich trinke ihn vor allem als Tee bei Halsschmerzen. Literweise. Salbeiblätter sind reich an ätherischen Ölen, die kräftigend, antiseptisch, krampf- und schmerzstillend wirken sollen. Auch bei Zahnfleischbluten und Nachtschweiß soll Salvia officinalis helfen.

Rezepte mit Salbei

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

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Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

7 Kommentare

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Angela · 10. Februar 2016 um 9:07 am

Liebe Mel,
guter Hinweis mit dem Rückschnitt im Frühjahr. Ich war am Wochenende ganz verzückt, dass meine beiden Salbeipflanzen den Winter gut überstanden haben. Dann werde ich demnächst mal säbeln. Ich bin kein großer Fan von Salbeitee. Deshalb mache ich einen Sirup draus. Auch sehr wohltuend bei Halsweh.
Herzliche Grüße, Angela

    Mel

    Mel · 12. Februar 2016 um 8:20 pm

    Liebe Angela,

    lass Dir bitte Zeit mit dem Rückschnitt! Ich traue dem frühlingshaften Wetter im Moment noch nicht über den Weg… Und better save than sorry, wie der Brite so schön sagt. :-)
    Wie bereitest Du denn Salbei-Sirup zu? Ich kann mir sehr gur vorstellen, dass das wunderbar hilft bei Halsweh. Erinnert mich an einen Hustensaft aus China, den ich mal vor Jahren gekauft hatte. Das Zeug was pappsüß – und einfach lecker. ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Giorgio · 10. Februar 2016 um 10:38 am

Liebe Mel! Super, Du schreibst schon sehr oft über genau die Themen, die mich auch interessieren. Schade nur, dass Du bei mir nicht ließt. Auch ich neige übrigens zu der Verschrobenheit, Salvia officinalis zu sagen, statt einfach Salbei. Er wächst bei mir auch sehr dankbar, man bemerkt ihn kaum, und, wenn man welchen zum Kochen braucht, ist er igendwie immer da. Im Späten Sommer kommen bei mir besonders viele Blätter, dann nasche ich sie gerne direkt, wenn ich auf dem Balkon sitze.
Übrigens, nicht selten werden, wenn ich Deine Seite öffne, Bilder nicht dargestellt. Bei diesem Beitrag fehlt z.B. leider das erste, große Bild, dass ich besonders gerne sähe!
Herzlich Giorigio.

    Mel

    Mel · 12. Februar 2016 um 8:09 pm

    Lieber Giorgio,

    ich freue mich, dass ich mit meinen Themen auch Deinen Geschmack treffe. :-) Salbei ist wirklich eine tolle Pflanze, die auf keinem Kräuterbalkon fehlen sollte. Dein Rezept werde ich bei Gelegenheit ausprobieren, im Moment sinkt mein Salbeibestand rapide (Tee!).
    Schade, dass Du die Fotos nicht immer sehen kannst. :-( Ich habe ein paar Leser gefragt: Sie haben offensichtlich keine Probleme mit der Darstellung. Ein Bekannter meinte, es könnte am Browser liegen. Ich werde mich da noch mal schlau machen. Vielen Dank auf jeden Fall für den Hinweis!
    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Giorgio · 18. Februar 2016 um 3:27 pm

Liebe Mel!
Es ist Dein letzter Eintrag, daher hier meine Frage: Wie hältst Du es mit der großen Wärme zurzeit? Ich habe schon die Brombeeren geschnitten (was OK ist, da Februar durchaus üblich), aber ich habe heute auch kurzerhand schon die Rosen geschnitten. Die Triebe waren mir schon zu kräftig, obwohl wir in den letzten Tagen Nachts knapp unter 0 hatten. Ich mache mir etwas Sorge, da ich vielleicht schon viel zu früh mit allem Anfange, und hinterher kommt noch ein harter Frost, und macht mir einiges kaputt? Ich habe zwar noch Forstschutz (Tannenzweige) liegen, aber nicht mehr auf allem und auch nicht mehr so streng. Denke halt, wenn es noch leicht frostet, sterben auch Ungeziefer. Also, wie hältst Du es mit der besonderen Situation?

Ich werde auch Balkonacker fragen. Vielleicht, so meine grobe Idee, machen wir je einen Blogbeiträge, jeder einen bei sich, daraus, aber wir verlinken uns dazu, da dasselbe Thema?
Herzlich Giorgio.

    Mel

    Mel · 23. Februar 2016 um 6:08 pm

    Lieber Giorgio,

    bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Mich hat der ständige Wechsel zwischen Kälte und Wärme total aus den Latschen gehauen und ich bin immer noch nicht ganz genesen. Daher frage mich lieber nicht, was ich derzeit von unserem Wetter halte… ;-)
    Scherz beiseite: Auch wenn es Dir in den Fingern kribbelt, warte ab. Das habe ich ja auch Angela geraten. Ich traue diesem Wetter nicht… Vor März werde ich bestimmt nichts machen – auch weil mir die Zeit dazu fehlt.
    Deine Idee, dazu unterschiedliche Beiträge zu schreiben, finde ich aber sehr gut. :-) Ich weiß nur nicht, ob ich in den kommenden Tage dazu komme. In den vergangenen zwei Wochen ist ziemlich viel liegengeblieben… :-( Aber ich denke drüber nach!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Aussaat im Frühling: Gemüse, Kräuter und Blumen ⋆ Kistengrün · 28. Februar 2019 um 8:46 am

[…] Minze, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian, […]

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