Echter Salbei ist ein altes Heilkraut. Er ist robust, vielseitig und pflegeleicht und sollte auch in deinem Balkon-Garten nicht fehlen.

Die violette Blüte des Salbei (salvia officinalis)
Wenn Salbei blüht, sieht das nicht nur schön aus. Auch die Hummeln freuen sich.

Salbei-Sorten

Salbei (Salvia officinalis) ist auch als Küchensalbei oder Gartensalbei bekannt. Typisch für den mehrjährigen, immergrünen Halbstrauch sind seine eiförmigen bis spitz zulaufenden, flaumig behaarten Blätter.

Beim Klassiker sind diese grau-grün, es gibt aber auch Sorten mit marmoriertem Laub. Aufgrund ätherischer Öle haben sie ein intensives kampferartiges, machmal schon fast bitteres Aroma.

Ab Juni öffnet der Lippenblütler seine wunderschönen Blüten, die in der Regel violett, aber auch weiß, blau und rosafarben sein können. Die Farbe ist den Hummeln und Bienen wohl egal. Sie sind eher am Nektar interessiert, den diese Bienenweide ihnen dann reichlich bietet.

Neben dem Echten Salbei gibt es noch viele weitere Salvia-Arten – teilweise mit aufregenden fruchtigen Aromen wie Ananas- oder Fruchtsalbei. Solche exotischen Sorten sind in der Regel frostempfindlich und haben andere Ansprüche an Erde und Standort. Informiere dich vorab, was sie brauchen, damit sie sich auf deinem Balkon wohlfühlen.

Salbei aussäen

Selbst habe ich noch keinen Salbei auf dem Balkon ausgesät. Wer es versuchen will, hat wohl ab April die besten Aussichten auf Erfolg. Alternativ kannst du ihn ab März auf der Fensterbank vorziehen.

Salbei aus Samen ziehen

  1. Vorbereitung

    Fülle eine flache Schale mit frischer Anzuchterde.

  2. Erde anfeuchten

    Ist die Erde trocken, feuchte sie an – zum Beispiel mit Wasser aus einer Sprühflasche oder einer Flaschenbrause.

  3. Salbei-Samen aussäen

    Verteile die Pflanzensamen gleichmäßig auf der Erde und drücke sie vorsichtig an. Bedecke sie nicht mit Erde. Salbei gehört zu den Lichtkeimern.

  4. Pflegetipp

    Halte die Erde in der Anzuchtschale in den kommenden Tagen gleichmäßig feucht.
    Bei Temperaturen um 20 Grad Celsius soll das Saatgut nach etwa zwei Wochen aufgehen.

  5. Pikieren

    Vereinzele die Pflanzen und setze sie in kleine Töpfe, sobald sie die ersten richtigen Blätter zeigen. So können sie sich optimal entwickeln.

Alternativ kannst du das Kraut auch über Stecklinge vermehren.

Hast du eine Pflanze gekauft, kannst du sie am besten zwischen April und Juni auf den Balkon setzen.

Standort

Salbei stammt aus dem Mittelmeerraum. Mit seinen filzigen Blättern ist er bestens gegen Hitze und Verdunstung gewappnet.

Salbei in einer Kiste
Salvia officinalis liebt einen sonnigen, trockenen Standort.

Du kannst ihm also ohne Weiteres einen sonnigen Platz in deinem Balkon-Garten anbieten – am besten in einem Tontopf.

Mische die Kräutererde mit etwas Sand und Blähton. Staunässe mag Salbei nicht: Baue daher eine gute Drainage ein und sei mit dem Gießen eher sparsam.

Zu idealen Nachbarn in Beet und Kübel zählen Rosmarin, Fenchel und Rosen.

Salbei richtig pflegen

Küchensalbei ist ein unkompliziertes, pflegeleichtes Kraut. Gieße ihn eher mäßig und ernte ihn regelmäßig – so wächst er schön buschig.

Damit der Halbstrauch nicht zu verholzt, solltest du ihn im Frühjahr zurückschneiden – allerdings erst, wenn er frische Blätter austreibt und nur oberhalb solcher Triebe.

Die Knsospe des Salbei

Hängen junge Triebe im Frühling schlapp herab, können Blattläuse die Ursache dafür sein. Sie lieben die weichen Blätter und Blütenansätze.

Salbei überwintern

Im Gegensatz zu seinen exotischen Verwandten gilt der Echte Salbei als weitestgehend winterhart. Du kannst ihn also draußen auf dem Balkon überwintern.

Damit die Wurzeln jedoch nicht erfrieren, ist Winteschutz empfehlenswert:

  • Isoliere den Topf oder Kübel mit mehreren Lagen Jute oder Vlies.
  • Rücke den Salbei an die Hauswand; sie bietet ebenfalls etwas Schutz.
  • Sind wirklich eisige Temperaturen zu erwarten, kannst du ihn vorsichtshalber auch kurzfristig abdecken.

Im Winter verliert Salbei oft seine Blätter. Sobald die Temperaturen aber dauerhaft im Plusbereich sind, bildet er wieder frisches Laub.

Küchensalbei ernten

Salbei kannst du ab Mai die ganze Balkon-Saison über ernten. Schneide ihn am besten mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere.

Wenn du die Triebspitzen ausknipst, erntest du nicht nur besonders zarte Blätter. Du sorgst auch dafür, dass die Pflanze buschiger wächst. Schneide nicht bis tief ins Holz, damit der Salbei weiter wachsen kann.

getrocknete Salbeiblätter

Als besonders aromatisch gelten die Blätter, bevor das Kraut im Juli blüht. Die Blätter kannst du durch Trocknen konservieren. Auch die süßen Blüten sind essbar.

Ab August ist die Erntezeit vorüber. Die Pflanze sollte nun die frischen Triebe verfestigen, damit sie gesund durch die kalte Jahreszeit kommt. Daher solltest du Salbei auch nicht mehr im Winter ernten.

Verwendung

Zugegeben: Nicht jeder mag Salbei. Er schmeckt intensiv und etwas bitter.

Sein Aroma ist aber auch seine Stärke.

Im Garten soll das Kraut Raupen, Läuse und Schnecken fern halten.

In der Küche ist er vielseitig einsetzbar: zu Fleisch, Schinken, Käse oder Pasta. Als Kräuterbutter, in Essig und Öl eingelegt.

Anders als andere Kräuter kannst du Salbei ohne schlechtes Gewissen auch mitkochen. Ich finde, nach einer Weile in Topf oder Pfanne entwickelt er seine Aroma besonders gut. Generell gilt aber: vorsichtig dosieren!

Meist trinke ich Salbei als Tee bei Halsschmerzen. Salbeiblätter sollen viel ätherisches Öl und andere Inhaltsstoffe enthalten, die antiseptisch, krampf- und schmerzstillend wirken. Allerdings wird empfohlen, ihn nicht übermäßig zu konsumieren.

Und jetzt du!

Welcher Salbei wächst in deinem Balkon-Garten?

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

8 Kommentare

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Angela · 10. Februar 2016 um 9:07 am

Liebe Mel,
guter Hinweis mit dem Rückschnitt im Frühjahr. Ich war am Wochenende ganz verzückt, dass meine beiden Salbeipflanzen den Winter gut überstanden haben. Dann werde ich demnächst mal säbeln. Ich bin kein großer Fan von Salbeitee. Deshalb mache ich einen Sirup draus. Auch sehr wohltuend bei Halsweh.
Herzliche Grüße, Angela

    Mel

    Mel · 12. Februar 2016 um 8:20 pm

    Liebe Angela,

    lass Dir bitte Zeit mit dem Rückschnitt! Ich traue dem frühlingshaften Wetter im Moment noch nicht über den Weg… Und better save than sorry, wie der Brite so schön sagt. :-)
    Wie bereitest Du denn Salbei-Sirup zu? Ich kann mir sehr gur vorstellen, dass das wunderbar hilft bei Halsweh. Erinnert mich an einen Hustensaft aus China, den ich mal vor Jahren gekauft hatte. Das Zeug was pappsüß – und einfach lecker. ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Giorgio · 10. Februar 2016 um 10:38 am

Liebe Mel! Super, Du schreibst schon sehr oft über genau die Themen, die mich auch interessieren. Schade nur, dass Du bei mir nicht ließt. Auch ich neige übrigens zu der Verschrobenheit, Salvia officinalis zu sagen, statt einfach Salbei. Er wächst bei mir auch sehr dankbar, man bemerkt ihn kaum, und, wenn man welchen zum Kochen braucht, ist er igendwie immer da. Im Späten Sommer kommen bei mir besonders viele Blätter, dann nasche ich sie gerne direkt, wenn ich auf dem Balkon sitze.
Übrigens, nicht selten werden, wenn ich Deine Seite öffne, Bilder nicht dargestellt. Bei diesem Beitrag fehlt z.B. leider das erste, große Bild, dass ich besonders gerne sähe!
Herzlich Giorigio.

    Mel

    Mel · 12. Februar 2016 um 8:09 pm

    Lieber Giorgio,

    ich freue mich, dass ich mit meinen Themen auch Deinen Geschmack treffe. :-) Salbei ist wirklich eine tolle Pflanze, die auf keinem Kräuterbalkon fehlen sollte. Dein Rezept werde ich bei Gelegenheit ausprobieren, im Moment sinkt mein Salbeibestand rapide (Tee!).
    Schade, dass Du die Fotos nicht immer sehen kannst. :-( Ich habe ein paar Leser gefragt: Sie haben offensichtlich keine Probleme mit der Darstellung. Ein Bekannter meinte, es könnte am Browser liegen. Ich werde mich da noch mal schlau machen. Vielen Dank auf jeden Fall für den Hinweis!
    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Giorgio · 18. Februar 2016 um 3:27 pm

Liebe Mel!
Es ist Dein letzter Eintrag, daher hier meine Frage: Wie hältst Du es mit der großen Wärme zurzeit? Ich habe schon die Brombeeren geschnitten (was OK ist, da Februar durchaus üblich), aber ich habe heute auch kurzerhand schon die Rosen geschnitten. Die Triebe waren mir schon zu kräftig, obwohl wir in den letzten Tagen Nachts knapp unter 0 hatten. Ich mache mir etwas Sorge, da ich vielleicht schon viel zu früh mit allem Anfange, und hinterher kommt noch ein harter Frost, und macht mir einiges kaputt? Ich habe zwar noch Forstschutz (Tannenzweige) liegen, aber nicht mehr auf allem und auch nicht mehr so streng. Denke halt, wenn es noch leicht frostet, sterben auch Ungeziefer. Also, wie hältst Du es mit der besonderen Situation?

Ich werde auch Balkonacker fragen. Vielleicht, so meine grobe Idee, machen wir je einen Blogbeiträge, jeder einen bei sich, daraus, aber wir verlinken uns dazu, da dasselbe Thema?
Herzlich Giorgio.

    Mel

    Mel · 23. Februar 2016 um 6:08 pm

    Lieber Giorgio,

    bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Mich hat der ständige Wechsel zwischen Kälte und Wärme total aus den Latschen gehauen und ich bin immer noch nicht ganz genesen. Daher frage mich lieber nicht, was ich derzeit von unserem Wetter halte… ;-)
    Scherz beiseite: Auch wenn es Dir in den Fingern kribbelt, warte ab. Das habe ich ja auch Angela geraten. Ich traue diesem Wetter nicht… Vor März werde ich bestimmt nichts machen – auch weil mir die Zeit dazu fehlt.
    Deine Idee, dazu unterschiedliche Beiträge zu schreiben, finde ich aber sehr gut. :-) Ich weiß nur nicht, ob ich in den kommenden Tage dazu komme. In den vergangenen zwei Wochen ist ziemlich viel liegengeblieben… :-( Aber ich denke drüber nach!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Aussaat im Frühling: Gemüse, Kräuter und Blumen ⋆ Kistengrün · 28. Februar 2019 um 8:46 am

[…] Minze, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian, […]

Kann man frischen Salbei im Winter ernten? ⋆ Kistengrün · 29. November 2019 um 3:48 pm

[…] Und auch viel Aroma werden sie nicht mehr haben: Die ätherischen Öle entwickeln sich bei Wärme. Daher braucht Salbei auch einen möglichst sonnigen Standort. […]

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