In den Wintermonaten herrscht im Balkon-Garten einiges an Flugverkehr: Meise, Amsel, Rotkehlchen & Co suchen nach Vogelfutter. Ob die Vögel wohl auch Kürbiskerne fressen? Ich hab mich mal erkundigt. Und zwar ganz genau.

Meisen sind neugierige Beobachter. Hier ein Symbolbild, gefunden auf Pixabay.

//Hinweis: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung. Ich habe ohne Gegenleistung einen Experten eines Umweltverbandes um Rat gefragt. Er wird im Text zitiert und namentlich genannt. Außerdem wird ein Artikel eines Landesverbandes zitiert und darauf verlinkt. //

Neulich gab es mal wieder eines meiner liebsten Herbstrezepte – Kürbis vom Blech. Beim Aushöhlen der orangefarbenen Frucht wurde ich neugierig beobachtet: Eine Meise lugte durchs Fenster.

Wahrscheinlich war sie auf der Suche nach etwas Essbarem. Der Balkon-Garten bietet ja im Moment noch einiges an Samenständen. Und dann ist da ja noch das Vogelhäuschen, das wir regelmäßig füllen, meist mit Vogelfutter aus dem Laden.

Doch könnte man das Vogelfutter nicht auch selbst machen?

Während ich so unter den aufmerksamen Meisenaugen die Kerne aus dem Hokkaido kratzte, kam mir eine Idee: Würden die Vögel denn auch die Kürbiskerne fressen?

 

Taugen Kürbiskerne als Vogelfutter?

Sobald der Kürbis im Ofen war, habe ich gleich mal im Internet recherchiert.

Kürbisstücke

Hokkaido ist lecker. Aber schmecken die Kürbiskerne auch den Vögeln?

Und dort ist man der Auffassung, dass grundsätzlich wohl nichts dagegen spricht, Kürbiskerne als Vogelfutter zu verwenden. Unter anderem schreibt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverbands Berlin in einem Artikel:

„(A)uch Melonen- und Kürbiskerne sowie Haferflocken können gefüttert werden.“

NABU Landesverband Berlin

Doch diese Aussage war mir nicht genug, denn sie ließ einige Fragen offen:

  • Welcher Kürbis ist hier gemeint? Zählen Hokkaido und Spaghetti-Kürbis auch dazu?
  • Inwiefern kann ich die Kürbiskerne frisch verfüttern oder sollte ich sie noch besonders vorbereiten: säubern, trocknen, rösten etc?
  • Und welche Vögel fressen die Samen?

Ich wollte es also genau wissen. Schließlich möchte ich ja nicht, dass sich die Piepmätze den Magen verderben!

 

NABU: Kürbiskerne sind kein ideales Vogelfutter

Also habe ich beim NABU Bundesverband noch mal konkret nachgefragt. Und da fiel die Antwort etwas anders aus:

Wir gehen eher nicht davon aus, dass Hokkaido- oder Spaghetti-Kürbis-Kerne für Vögel ideal sind oder von ihnen überhaupt angenommen werden.

An die Kerne der Kürbisse würden die Vögel aufgrund der harten Schale der Kürbisse normalerweise wohl auch gar nicht herankommen – die Kerne würden somit nicht auf dem Speiseplan stehen.

Wir würden daher sagen: Lieber bei den klassischen Elementen für die Vogelfütterung bleiben.“

NABU Bundesverband

Also kein Hokkaido für die Meisen. Schade eigentlich.

Doch nicht traurig sein: Wegwerfen musst du die Kürbiskerne nicht. Du kannst sie nämlich auch rösten und selber knabbern! ;-)

Und hungern müssen die Piepmätze natürlich auch nicht. Im Beitrag Vögel füttern im Winter findest du ein paar Tipps! Viel Spaß!

Geröstete Kübiskerne des Hokkaido

Schmecken am besten frisch geröstet: Kürbiskerne vom Hokkaido.

 

Anmerkung: In einer vorherigen Version des Beitrages habe ich ein Foto verwendet, das in einem Kommentar kritisiert wurde – zurecht. Ich habe es daher gegen ein Symbolbild ausgetauscht.

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Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

7 Kommentare

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SchneiderHein · 1. Dezember 2018 um 8:14 am

Guten Morgen Mel,
das ist wirklich eine spannende Frage und toll, dass Du so energisch nachgefragt hast. Ich habe mir darüber ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht, da Melonen- & Kürbis-Reste bei uns immer offen auf den Hochwald-‚Kompost‘ kamen und dann auch recht schnell verschwunden waren. Sicherlich labten sich da dann Schnecken, Tigerschnegel, Igel und Mäuschen. Im Moment landen solche Abfälle sowieso auf unserem Rosen-Hochbeet als Bodenverbesserer. Aber Du hast natürlich recht, dass man die Kerne eigentlich auch selbst futtern könnte ;-)

Was mich etwas irritiert: Wenn Du sogar beim Nabu nachgefragt hast und Deine Meisen ganz offensichtlich kaum scheu sind, warum befinden sich Deine Knödel und andere Leckereien noch in diesen gefährlichen Netzen? Deine Kette zieht so vor dem Fenster zwar wirklich lustig aus, aber es gibt doch bestimmt auch andere individuelle Lösungen, die für Vogelfüße weniger gefährlich sind. Wir nehmen seit einigen Jahren z.B 2 Sieblöffel, die in der Küche wohl normalerweise zum Fritieren verwendet werden. Damit lassen sich mit etwas Draht Meisenknödel sogar Elster- & Rabensicher einpacken. Nur so als Anregung …
VG Silke

    Mel

    Mel · 1. Dezember 2018 um 10:44 am

    Guten Morgen, liebe Silke!

    Kürbiskerne auf dem Kompost zu entsorgen oder für das Hochbeet zu verwenden, ist auch eine super Idee. Irgendjemand wird die harte Schale sicherlich knacken können und sich dann über die Leckerei freuen!

    Vielen Dank auch für deinen Hinweis zum Foto. Du hast sicherlich recht, was die Netze angeht. Ich verwende sie schon seit einigen Jahren nicht mehr, wenn auch aus einem anderen Grund: Plastikmüll.
    Dass das Foto nun an dieser Stelle zum Einsatz kam, ist unglücklich, war aber schlicht der Tatsache geschuldet, dass ich kein anderes Meisen-Porträt hatte. Das werde ich hoffentlich bald ändern können. Bis dahin habe ich das Bild gegen ein Symbolfoto ausgetauscht.

    Danke dir für den Hinweis!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

      Avatar

      SchneiderHein · 1. Dezember 2018 um 12:18 pm

      Dann ist es doch gut, dass ich mal nachgefragt habe. Allerdings hätte ich das Foto trotzdem stehengelassen und um Deine Bemerkung ergänzt – dieses Meisenbild ist natürlich auch toll! Aber es gibt auch bei uns so einiges auf den Blogs, wo wir im Laufe der Jahre unsere Meinung geändert haben – sehr oft angeregt durch Posts anderer Blogger. Ich finde, man kann durchaus dazu stehen, dass es noch Lernbereitschaft gibt ;-)
      Ich wünsche Dir tolle Vogel-TV-Tage!
      Silke

        Mel

        Mel · 5. Dezember 2018 um 10:44 am

        Hallo Silke,

        gerade deshalb habe ich ja das Foto getauscht. ;-)
        Ich wollte lieber auf Nummer sicher gehen, die Änderungen aber mit dem Hinweis am Ende transparent machen.
        Wie heißt es so schön? Niemand ist perfekt. Und ich bin immer froh, wenn Menschen wie du mich auf solche Sachen hinweisen. Nur so kann ich was dazulernen! Vielen Dank also für deinen Hinweis! :-)

        Kistengrüne Grüße
        Mel

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    Debbie · 18. Oktober 2019 um 9:43 am

    Habe Butternusskerne auf dem Balkon zum trocknen rausgelegt und bemerkt das die Meisen sich davon bedient haben….sie besuchen nun fleissig meinen Balkon…habe jetzt aber gekauftes Vogelfutter rausgestellt…will ja das es ihnen gut geht….Danke für deine Recherche

      Mel

      Mel · 22. Oktober 2019 um 9:33 am

      Liebe Debbie,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Offensichtlich sind die Vögel doch interessierter als wie uns das so denken – zumindest solange die Körner verfügbar sind.
      Bei mir gibt es dennoch weiterhin den bewährten Körnermix – inzwischen in Röhren, damit sie sich leicht bedienen können. Und das tun sie eifrig!
      Dir einen schönen Herbst und Winter und viel Spaß beim Vögelbeobachten!

      Kistengrüne Grüße
      Mel

Vögel füttern im Winter: Tipps für Futter, Futterhaus und Futterlagerung ⋆ Kistengrün · 27. Dezember 2018 um 9:12 am

[…] nicht alles ist als Vogelfutter geeignet: Kürbiskerne zum Beispiel seien weniger empfehlenswert, hat mir neulich der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf meine Frage hin […]

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