Sie tauchen oft ganz plötzlich auf: Kleine schwarze Mücken, die um Blumentöpfe und in der Wohnung herum schwirren. Diese Trauermücken kannst du oft mit einfachen Mitteln wieder los werden.

Trauermücken bei Zimmerpflanze mit Gelbsticker
Trauermücken sind lästig und können Pflanzen schädigen.

Bianca, Hanna und Niclas haben ein Problem: Sie haben seit einigen Tagen kleine schwarze Mücken in der Wohnung, die vor allem zwischen den Blumentöpfen herumfliegen und auf der Erde herumkrabbeln. Einzeln – oder gleich zu Dutzenden.

Sie wollten von mir wissen: Was sind diese schwarzem Mücken? Wo kommen sie her? Und vor allem: Wie werde ich sie wieder los?!

Da die Frage sicherlich auch andere beschäftigt, habe ich das Thema gern aufgegriffen und ein paar Informationen zu Trauermücken (Sciaridae) zusammengestellt. Denn auch wenn ich die Tierchen nur aus ihren Schilderungen kenne, bin ich mir recht sicher, dass es sich bei den kleinen schwarzen Mücken um welche handelt.

Was sind Trauermücken?

Wenn kleine Mücken in der Wohnung herumschwirren, liegt schnell der Verdacht nahe, dass es sich um Fruchtfliegen handelt. Doch die Drosophila unterscheidet sich nicht nur äußerlich von den schwarzen Mücken. Sie interessiert sich auch für ganz andere Nahrung: frisches und angeschnittenes Obst.

Trauermücken hingegen haben es auf Erde abgesehen. Daher findest du sie in der Wohnung meist an oder in Blumentöpfen.

An die 600 verschiedene Arten gibt es wohl in Europa. Die Tiere können bis zu sieben Millimeter groß werden. Für den Menschen gelten sie als ungefährlich, obwohl sie stechen können. Für deine Pflanzen jedoch können sie gefährlich werden: Langfristig schädigen sie die Wurzeln.

Wieso kommen die kleinen schwarzen Mücken aus der Erde?

Die Weibchen der Trauermücken legen ihre Eier in Blumenerde ab – am liebsten in feuchtes Substrat. Dieses bietet den weißen, glasigen Larven optimale Bedingungen.

Die winzigen Larven, die aus den Eiern schlüpfen, haben nämlich nur eines im Sinn: fressen. In der Regel ernähren sich von totem organischen Material oder Pilzen, fressen aber auch die Wurzeln an. Und das schwächt die Pflanze nicht nur, insbesondere wenn sie jung ist. Auch Krankheitserreger können über die Wunden eindringen.

Nach etwa einer Woche werden aus den Larven neue Trauermücken, deren Weibchen ihre Eier wieder in der Erde ablegen – und der Kreislauf geht von vorne los.

So eine kleine Larve ist ja nicht so schlimm, magst du nun denken. Ein Weibchen kann aber Dutzende Eier legen – die Zahlen schwanken zwischen 150 und 300 Stück. Hochgerechnet kann das ganz schön schnell an die Substanz deiner Pflanzen gehen – und sie gehen ein.

Wie kann ich Trauermücken bekämpfen?

Hast du in der Blumenerde die kleinen weißen Larven oder schwarze Mücklein entdeckt, gilt es also rasch zu handeln. Denn Trauermücken können sich bei optimalen Bedingungen schnell ausbreiten.

Erste Maßnahme: Die Pflanze isolieren, also nicht mit anderen Pflanzen zusammenstellen. Sonst breiten sich die schwarzen Mücken auch auf die anderen Töpfe aus!

Trauermücken auf gelbem Klebesticker
Die sogenannten Gelbsticker helfen bei Trauermücken nur bedingt: Sie zeigen lediglich an, dass es welche gibt und fangen (einige) erwachsene Insekten ab.

Um es gleich vorweg zu sagen: Falls es künstliche, chemische Mittel gegen Trauermücken im Handel gibt, rate ich davon ab. Schließlich stehen die Pflanzen meist in Wohnräumen und wir könnten das Insektizid möglicherweise über die Luft einatmen. Außerdem kann man Trauermücken auch mit Hausmitteln beziehungsweise und guter Pflege recht einfach loswerden.

Der beste Tipp ist eigentlich ganz simpel: weniger gießen. Davon sollen nicht nur die Eier kaputt gehen, auch die Larven kannst du damit unbeweglich machen: Sie brauchen wohl feuchte Erde, um sich fortzubewegen. Ist die Erde trockener, kommen sie schlechter vom Fleck – und damit auch nicht an die Wurzeln.

Wenn es die Pflanze verträgt, würde ich sie daher durchaus auch mal ein bis zwei Wochen komplett trocken setzen. Aber nicht verdursten lassen – vor allem nicht am sonnigen Fenster! Es kann auch hilfreich sein, die oberste Schicht Erde etwa Daumen dick abzunehmen und zu entsorgen.

Zeigt das keine Wirkung, solltest du das Substrat austauschen und durch Larven-freies ersetzen. Das kann ein bisschen mühsam werden, denn du musst die Wurzeln komplett von Erde und Larven befreien: Ansonsten schleppst du ja Eier und Larven in die frische Erde ein. Topf gründlich sauber machen nicht vergessen! Mein Tipp: Reinige die Wurzeln mit einem feinen Pinsel.

Im Handel gibt es auch Neemöl und SF-Nematoden, die gegen Trauermücken helfen sollen: Die Fadenwürmer der Art Steinernema feltiae fressen die Larven auf. Beides habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Klebesticker oder Gelbsticker helfen übrigens nicht wirklich. Sie fangen nur die erwachsenen Insekten ab und zeigen so an, ob die Pflanze befallen ist. Effektiv bekämpfen tun sie Trauermücken aber nicht.

Was tun, damit keine Trauermücken einziehen?

Ideal wäre es natürlich, wenn die Trauermücken gar nicht erst auftauchen. Ganz verhindern kannst du es wohl nicht immer, aber es gibt ein paar Dinge, auf die du achten kannst.

  • Kaufe nur Pflanzen, die einen gesunden Eindruck machen: Die Blätter sollten nicht herabhängen, sondern frisch, stark und grün sein.
  • Gieße grundsätzlich eher wenig.
  • Achte darauf, dass die Erde krümelig, locker und nicht zu feucht ist.

Das gilt auch, wenn du Pflanzen umtopfst. Nasse Erde birgt immer ein Risiko. Und wenn bereits erwachsene Trauermücken sie umschwirren oder Larven darin herumkriechen, würde ich sagen: Finger weg! Worauf es bei guter Pflanzenerde noch ankommt, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Um zu verhindern, dass die Insekten Eier ablegen, kannst du die Erde auch mit einer Schicht feinem Kies abdecken. Das kann auch hübsch aussehen und dazu beitragen, dass die Erde grundsätzlich nicht so schnell austrocknet.

Vielen Dank an Hanna für die Fotos!

Und jetzt du!

Was tust du, um Trauermücken loszuwerden?

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Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

8 Kommentare

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Niklas · 1. Juli 2019 um 7:20 am

Um eine Pflanze unter Quarantäne zu setzen ohne sie herumtragen zu müssen, eignen sich auch alte Netzstrumpfhosen. Einfach ein Bein über den kompletten Topf ziehen und am Stamm zusammenbinden. Jetzt kommen die Mücken nicht mehr aus dem Topf heraus. Gießen kann man in der Zeit natürlich nicht, eignet sich also besonders gut in Kombination mit der Trockenlegen-Methode.

    Mel

    Mel · 1. Juli 2019 um 7:40 pm

    Danke für den Tipp, lieber Niklas! Das klingt recht praktisch, wenn man wenig Platz in der Wohnung hat. Bekommt die Pflanze denn auch noch genug Licht?

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Dominique Zürcher · 1. Juli 2019 um 3:28 pm

Es gibt einen sehr einfachen und effektiven Trick gegen diese Mücken, der bei mir jedesmal funktioniert hat. Man trägt die obersten 2-3cm Erde ab und ersetzt diese mit feinkörnigem Sand. Ich verwende immer feinkörnigen Aquarienkies. Durch den Sand können keine Mücken mehr in oder aus der Erde raus und das Problem ist gelöst:)

    Mel

    Mel · 1. Juli 2019 um 7:38 pm

    Hallo Dominique,

    danke für den Tipp – das hört sich wirklich einfach und effektiv an! Ich werde das bei Bedarf mal ausprobieren.

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Rici · 9. Juli 2019 um 1:26 pm

Wenn es akuten Befall gibt habe ich auch schon über einen längeren Zeitraum die Pflanze gegossen, indem ich das Wasser in der Übertopf gegossen habe. Dadurch wird die obere Erdschicht auch nicht nass und die Pflanze bekommt trotzdem Wasser. Hierbei nach dem Gießen (nach ca. 15-30 Minuten) kontrollieren und überschüssiges Wasser abgießen, damit sich keine Staunässe bildet.
Zu dem Nylonstrupf (Kommentar weiter oben): dieser wird nicht über die Pflanze, sondern nur über den Topf und Erde gezogen. Somit bekommt die Pflanze noch genausoviel Sonne wie vorher.

    Mel

    Mel · 16. Juli 2019 um 2:08 pm

    Danke dir für die Ergänzungen!

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Rolf · 22. Juli 2019 um 4:24 pm

SF-Nematoden

Hi Mel,
ich hatte im Juni sehr starken Befall an meinen Chilis und an ein paar Blühpflanzen. Eine Chili musste ich entsorgen und sah dann, was Trauermückenlarven anrichten können.
Sehr gut geholfen haben letztlich die SF-Nematoden, nach einer Woche ging der Befall deutlich zurück (mit Gelbstickern kontrolliert). Zwei Wochen habe ich die Erde dann noch permanent feucht gehalten, damit die Nematoden auch den Rest der Arbeit erledigen konnten.
Danach habe ich mit Neemöl gegossen (tötet dann glaube ich leider auch die restlichen Nematoden ab …) und das nach ca. ein bis zwei Wochen wiederholt. Dabei habe ich auch Jungpflanzen zur Vorsorge damit gegossen.
Das Ergebnis ist wirklich gut: die Chilis haben sich wieder erholt und zusammen mit den Jungpflanzen sind sie jetzt auch besser gestärkt gegen alles, was beisst und saugt.
Darüber hinaus spritze ich alle 10 bis 14 Tage eine Lösung aus Schachtelhalmextrakt, was die Pflanzen durch die enthaltene Kieselsäure zusätzlich stärkt bzw. wiederstandsfähiger gegen Schädlinge und Pilzbefall macht.
Viele Grüße
Rolf

    Mel

    Mel · 28. Juli 2019 um 7:44 am

    Hallo Rolf,

    hab vielen Dank für deine Ausführungen! Ich freue mich, dass du die Trauermücken in den Griff bekommen hast – das kann echt lästig sein! Wie geschrieben habe ich noch keine Erfahrungen mit Nematoden – im Moment bin ich (zum Glück!) auch nicht darauf angewiesen.
    Ackerschachtelhalm habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal ausprobiert – und bin total begeistert! Das ist wirklich eine super Sache zur Pflanzenstärkung. :-)

    Ich wünsche dir eine reiche Chili-Ernte und weiterhin einen schönen, Trauenmücken-freien Sommer!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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