In den vergangenen Wochen haben sich immer wieder winzige Pilze in der Blumenerde breit gemacht. Ein mir bislang unbekanntes Phänomen – aber wohl nicht allzu häufig.

Rätselhafter, ungewünschter Gast mit Schirm.

Rätselhafter Gast mit Schirm.

Diesen Eindruck habe ich zumindest bekommen, als ich mich auf die Suche nach Antworten machte. Im Bekanntenkreis, im Internet – irgendwie blieb ich immer ein wenig ratlos zurück, wenn es um Namen, Herkunft und vor allem die Frage ging: Sind die denn jetzt schädlich oder nicht?

Und sonst die Reaktionen? Waren alles zwischen panisch und cool. Und genauso bin ich dann auch vorgegangen.

Variante Panisch: Alles muss raus

Da ich mir nicht sicher war, ob die Pilze nun irgendeinen Einfluss auf meinen Salat nehmen, habe ich einige Pflänzchen frühzeitig ihrer Kinderstube entrissen und in den Kasten gepflanzt. Allerdings riet mir eine Freundin, die Wurzeln zuvor sorgfältig von Erde zu befreien und in Spüliwasser zu reinigen – damit auch ja keine „verseuchte“ Erde mitgeschleppt wird.

Einmal baden...

Einmal baden…

...und dann den Mini-Mini-Salat in den Kasten pflanzen.

…und dann den Mini-Mini-Salat in den Kasten pflanzen.

Variante Cool: Abwarten

Auf meinen Aufruf hin hatte ja Giorgio dankenswerter Weise gleich schon mal versucht, mir die Sorge zu nehmen, und das Ganze ein wenig ruhiger anzugehen. Sprich: beobachten, recherchieren – und notfalls eben alles wegschmeißen.

Im Netz habe ich dann – Bildersuche sei Dank – auch ein paar Hinweise gefunden. Und diese haben mich ziemlich beruhigt. Zwar habe ich bis heute noch immer keine Ahnung, welche Pilze sich nun konkret auf meiner Fensterbank breit gemacht haben. Aber da es wohl keine Schimmelpilze sind, liegt ihr Schädlichkeitsgrad irgendwo zwischen harmlos bis nützlich:

pilze im blumentopf sind normalerweise nicht schlimm und unvermeidbar in humoser erde. sie sind kein indikator für die qualität der blumenerde.
sie lüften das substrat, verteilen das giesswasser, wandeln gebundene nährstoffe der blumenerde um in aufnahmefähige nährstoffe und im idealfall bilden sie mit der pflanze sogar eine symbiose (mykorrhiza)„, schreibt zum Beispiel andi.v.a.

Also doch wohl die Erde aus dem Baumarkt – wenn auch aus anderen Gründen…

Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Gar-Nichts-Tun nicht komplett durchgehalten habe: Bei der Schwarzäugigen Susanne habe ich hin und wieder mal Pilze abgetragen, wenn es mir zu viel wurde.

Fazit

Beide Varianten haben funktioniert. Zumindest teilweise. Irgendwie.

Frühzeitig pikierter Eichblattsalat. Sieht gut aus, finde ich.

Frühzeitig pikierter Eichblattsalat, vier Wochen später. Sieht gut aus, finde ich.

Vertrocknete Salatpflänzchen.

Vertrocknete Salatpflänzchen.

Die ausgesetzten Salatpflanzen wachsen und gedeihen inzwischen auf dem Balkon. Ob das an der Sonderbehandlung liegt, kann und will ich aber nicht abschließend sagen. Auch weil es die Kontrollgruppe, sprich: die übrigen Salätchen, dahingerafft hat. Schuld daran war aber wohl eher der Wassermangel während meiner Reise nach Brüssel. :-(

Die übrigen „Testpflanzen mit Pilz“ wie die Schwarzäugige Susanne und die Monatserdbeeren leben aber alle noch. :-)

Und die Möglichkeiten zu weiteren Beobachtungen reißen nicht ab. Da hat sich nämlich schon wieder was Neues zwischen der Petersilie breit gemacht. Ihr wisst nicht zufällig, was das ist…?

Mal wieder ein Pilz, diesmal zwischen der frisch gekeimten Petersilie.

Mal wieder ein Pilz, diesmal zwischen der frisch gekeimten Petersilie.

Eine Pilz-Familie!

Eine Pilz-Familie!

 

Nachtrag zum Thema Wasser. Ein Tipp von Stephanie via Twitter, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Vielen Dank! <3

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Mel

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Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

15 Kommentare

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E. · 2. August 2017 um 4:10 pm

Glaub‘ mir, Salat ist nicht Dein’s. Versuche es doch mal mit Pilzen zu züchten!

    Mel

    Mel · 4. August 2017 um 12:04 pm

    Hallo E.,
    hab ich auch schon überlegt. ;-)
    Aber nachdem es in diesem Jahr mit dem Salat wesentlich besser geklappt hat, hab ich das erst mal hinten angestellt. Vergessen ist das Thema Pilzzucht aber nicht. Dann aber bitte nur Speisepilze…

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Stephen Bühler · 7. September 2018 um 1:27 pm

Ich habe kleine mittelbraune Pilzfruchtkörper in meinem Topf mit Liebstöckel. Das Substrat ist vom Biogärtner und den Liebstock habe ich geschenkt bekommen, ignorieren oder reagieren?

    Mel

    Mel · 14. September 2018 um 9:21 am

    Hallo Stephen Bühler,

    ich bin keine Pilzexpertin, aber ich würde nicht in Panik ausbrechen. Du kannst die Pilze stehen lassen oder entfernen.
    Falls du unsicher bist, empfehle ich dir, beim kostenlosen Gartentelefon anzurufen. Da kann man dir sicherlich genaue Auskunft geben.
    Ich werde das Thema aber auch noch mal aufgreifen!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Nicole · 10. April 2019 um 4:26 pm

Ich hab auch kleine pilzchen in meinem Blumentopf entdeckt

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Julia · 21. April 2019 um 8:11 am

Hallo, ich habe in meiner Anzuchterde so kleine braune Punkte, die man auf dem 1.Bild mit den Pilz mit dem Schirm auch erkennen kann. Bin absoluter Neuling.. Sind das auch Pilze bzw. Sind die „punkte“ schädlich?

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Julia · 19. Mai 2019 um 10:43 am

Kann man die Pilze einfach entfernen und den gepflanzten Salat dann trotzdem essen? Ich hab grad das gleiche Problem und bin aktuell schwanger und möchte kein Risiko eingehen :)

    Mel

    Mel · 20. Mai 2019 um 9:11 am

    Liebe Julia,

    ich kann verstehen, dass du kein Risiko eingehen willst. Aber diese Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Mein Tipp: Frage deine Frauenärztin und / oder informiere dich beim Gartentelefon.
    Sorry, dass ich dir nicht weiterhelfen kann!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Worauf es bei guter Blumenerde und Pflanzenerde ankommt ⋆ Kistengrün · 5. Mai 2019 um 4:52 pm

[…] Pilze auf der Oberfläche wachsen, hängt dies hauptsächlich an der Stoffzusammensetzung des […]

Schwarze Mücken in der Blumenerde: Trauermücken bekämpfen · 7. Juni 2019 um 2:46 pm

[…] nur eines im Sinn: fressen. In der Regel ernähren sich von totem organischen Material oder Pilzen, fressen aber auch die Wurzeln an. Und das schwächt die Pflanze nicht nur, insbesondere wenn sie […]

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