Kistengrün

Gespenstische Gespinste: Besuch von Raupe Nimmersatt

Nanu, ist schon Halloween? Silbrig glänzende Schleier verhüllen die Triebspitzen der Minze, auf den Blättern liegen winzige schwarze Kügelchen. Welche Raupe ist da wohl eingezogen? Und ist sie harmlos oder gefährlich?!

Gespinst an einem Minztrieb

Das Gespinst an der Minze sieht ganz schön gruselig aus…

In der Minze spukt es.

Quasi über Nacht haben sich die Triebspitzen in dichte Gespinste gehüllt. Aus einigen starren tiefe, röhrenartige Löcher – wie leere Augenhöhlen eines Totenschädels.

Uaaaaaaaaaah!

Okay, ich sollte weniger schlechte Filme gucken. Aber diese dichten Netze an der Minze sind schon irgendwie gruselig. Und sie gehören keineswegs zur Pflanze, soviel ist schon mal klar. 😉

Doch wer hat sie gebaut?

 

Verdächtige Kügelchen – und eine Raupe

Bei der näheren Untersuchung des Tatorts hab ich direkt unter einem Gespinst ein paar schwarze Kügelchen entdeckt. Noch nicht mal ein Millimeter groß – und ziemlich zahlreich lagen sie auf einem Minzblatt.

Und direkt daneben klebte eine kleine Raupe am Stängel, etwa ein Zentimeter groß, leicht behaart und bewegte sich keinen Millimeter. Warum auch: Sie saugte gerade den Saft aus der Minze.

Mahlzeit!

Raupe saugt an einem Minzstängel

Raupe an Stängel…

Was also tun als Gartenbloggerin?

Richtig: nicht gleich in Panik ausbrechen, sondern erst mal Smartphone und Kamera suchen, in aller Ruhe Fotos machen und im Internet recherchieren…

…und dann in Panik ausbrechen.

Was hat sich denn da eingenistet???

 

Harmlose Gespinstmotte oder gefährlicher Eichenprozessionsspinner?

Laut Internet gibt es wohl zwei Möglichkeiten – eine gute oder eine schlechte.

Die gute: Es ist die Raupe eines Falters oder einer Motte wie der Gespinstmotte. Ein Schädling zwar, aber harmlos für den Menschen.

Die schlechte: Es ist ein Eichenprozessionsspinner, der auch für den Menschen gefährlich sein kann:

„Ab dem dritten Larvenstadium bilden seine Raupen Brennhaare aus, die innen hohl sind und das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Bei Hautkontakt lösen diese Haare (pseudo-)allergische Reaktionen aus, die zu Hautirritationen, Augenreizungen, Fieber, Schwindel und in Einzelfällen sogar zu allergischen Schocks führen können.“

NABU zum Eichenprozessionsspinner

Doch was sitzt nun in meiner Minze?

Bei dieser Frage wollte ich mich dann doch nicht mehr aufs Internet verlassen – sicher ist sicher – und habe lieber direkt bei Garten- und Naturexperten nachgefragt.

 

Entwarnung!

Und die haben mich erst einmal einigermaßen beruhigen können.

Zwar konnte mir niemand aufgrund der Fotos sagen, um was für eine Raupe es sich konkret handelt.

„Gespinstmottenraupen können sich sehr ähnlich sehen, daher kann ich jetzt nicht sagen, welche es ist. Der Eichenprozessionsspinner ist allerdings eher an Eichen vorhanden.“

NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb

Puh… 🙂

Raupe frist Löcher in ein Minzblatt

Gefräßigen Raupen sind derzeit nicht selten im Garten und auf dem Balkon.

Dass im Garten und auf dem Balkon derzeit einige Raupen unterwegs sind, habt ihr sicherlich auch schon an dem ein oder anderen Loch im Blatt festgestellt. Und wo es vorne grün reingeht, kommt es meist schwarz hinten wieder raus:

„Im Moment gibt es sehr viele Raupen, die ihren Reifefraß an dem saftigen „Junigrün“ durchführen, bevor sie sich verpuppen und in eine Motte oder einem Schmetterling verwandeln. Die schwarzen Punkte sind Ausscheidungsprodukte der Raupen.“

Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie

 

Was ihr bei Raupen tun könnt

Im Moment ist die Zahl der Raupen, die an der Minze und auch an anderen Pflanzen knabbern, noch ganz übersichtlich.
Doch was tun, wenn es zu viele werden?
„Raupen, Gartenlaubkäfer, Lilienkäfer und deren Larven können abgesammelt werden. Auf regelmäßigen abendlichen Entspannungs- und Beobachtungstouren durch den Garten, fallen Veränderungen an den Pflanzen schnell auf. „
Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie
„Gegen ungefährliche Gespinstmotten muss man an sich nichts unternehmen. Sie dienen vielen Vögeln als Futter und ein Garten mit einer hohen Vielfalt, wird schnell sein Gleichgewicht wiederfinden. Gehölze erholen sich in der Regel sogar von starkem Befall wieder.“
NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb

Na dann… 🙂

 

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