Entsetzen, Verzweiflung, Wut: Der Hitzesommer hat uns in diesem Jahr wieder einiges abverlangt. Auch emotional. Aber wir können noch immer etwas tun, damit die Klimaerhitzung nicht weiter voranschreitet.

//Transparenzhinweis: Im folgenden Beitrag nenne und verlinke ich Behörden und mehrere Organisationen und Websites. Die Grafiken stammen vom Umweltbundesamt. Für Nennung und Links habe ich keine Bezahlung erhalten.//

Die Klimakrise ist keine theoretische Diskussion mehr. Keine Temperaturkurven. Keine Statistiken. Kein weit entferntes Zukunftsszenario. Sie ist real: Waldbrände. Vertrocknete Flüsse. Savannenähnliche Graslandschaften. Und Wassernot in so vielen Gärten.

Der Wassermangel in den Sommermonaten war nicht nur hierzulande ein Problem. In vielen Regionen Großbritanniens – dem Mutterland des Gärtnerns – wurde beispielsweise ein „Hosepipe ban“ verhängt: Dort durfte der Garten nicht mehr mit dem mit den Gartenschlauch bewässert werden. So sollten die Wasserreserven des Landes geschont werden.

Aus den Kommentaren von Medienberichten kann man Verständnis für diese Maßnahme herauslesen. Aber auch die Verzweiflung, weil so langsam klar wird: Diese „Hitzesommer“ werden immer häufiger. Und heftiger. Und sie sind nicht das einzige Symptom. Stichwort: Überschwemmungen. Stürme.

Und das Problem liegt eigentlich woanders.

In der vom Menschen verursachten, globalen Klimakrise.

Aber was können wir dagegen tun?!

Conservation International hat mit „Nature is speaking / Die Natur spricht“ eine beeindruckende Video-Reihe mit kurzen Clips aufgenommen, bei der ich immer und immer wieder Gänsehaut bekomme. Die Botschaft ist einfach:
Die Natur braucht Menschen nicht. Aber Menschen brauchen die Natur.

Nutze deine Macht

Zur Wut gesellen sich schnell Verzweiflung und Hilflosigkeit. Weil wir Menschen glauben, machtlos zusehen zu müssen, wie andere den Planeten zerstören, der unsere einzige Heimat ist. Oder dies zulassen.

Doch sind wir wirklich so machtlos?

Ich bin mir da nicht so sicher. Vielleicht haben wir Mittel in der Hand, von denen wir gar nichts wissen – abgesehen von den Grundrechten zu wählen und zu demonstrieren, beispielsweise.

Mittel, das geheimhin die einzige Sprache sein soll, die die Mächtigen dieser Welt verstehen – sei in der Wirtschaft oder in der Politik.

„Mittel“ im Sinne des Wortes.

Ich spreche von Geld.

Verändere den Geldfluss

Im Deutschen sagt man gern, dass man seinen Worten auch Taten folgen lassen solle. Die englische Redewendung „Put your money where your mouth is“ trifft es für mich in diesem Fall besser.

Oder wie ich gern sage: „Put your money where your heart is“. Unterstütze, was dir wichtig ist. Investiere in das, was dir wichtig ist. Stimme mit deinen Füßen ab.

Wir alle kennen das schon lange aus dem Alltag: Ein Lieblingscafé bleibt nur bestehen, wenn wir dort auch Kaffee trinken. Der kleine Laden um die Ecke, wenn wir dort auch einkaufen. Und das Theater, wenn wir dort auch hingehen.

Förderung des Klimaschutzes, zum Beispiel. Ausbau erneuerbarer Energien. Gesunde Lebensmittel.

All das muss nicht teuer sein – und nicht kompliziert. Es geht nicht immer um Verzicht, sondern oft auch nur um ein „anderes“ Konsumieren.

Wer mich kennt, weiß: Dieses Thema beschäftigt mich schon lange – beruflich und privat. Daher schauen wir heute mal über den Gartenzaum und über das Balkongeländer.

Eine gute erste Anlaufstelle ist das Umweltbundesamt. Dort gibt es nicht nur den CO2-Rechner, mit dem du deinen persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen kannst. Auf den Projekt-Websites des Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum und der Denkwerkstatt Konsum gibt Tipps, von denen ich dir drei näher vorstellen möchte.

Denn sie haben einen großen Einfluss und lassen sich zudem bequem umsetzen. Du musst dafür nicht viel Zeit und kein Vermögen einsetzen.

Jeder Schritt hilft. Lass uns losgehen!

Nachhaltige Banken

Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, was deine Bank eigentlich mit dem Geld macht, das auf deinem Girokonto oder Tagesgeldkonto liegt? Womit du mit deinem ETF eigentlich investierst?

Nicht jede Bank verfolgt „nachhaltige“ Ziele. (Wobei ab September hoffentlich die EmpCo-Richtlinie dem Greenwashing ein Ende bereitet).

Vor einigen Jahren durfte ich beim Projekt „Geld bewegt“ der Verbraucherzentrale Bremen mitarbeiten. Hier haben sich die Kolleginnen und Kollegen genauer mit diesen Themen beschäftigt – unter anderem auch in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und der Organisation Facing Finance.

Zertifizierter Ökostrom

Du hast schon Ökostrom? Prima! Aber weißt du auch, wie „öko“ er tatsächlich ist? Woher er stammt, wie er erzeugt wird und ob du damit tatsächlich den Ausbau von Erneuerbaren Energien förderst?

Behaupten kann man ja (noch) vieles. (Wobei auch hier hoffentlich die EmpCo-Richtlinie greifen wird)

Pflanzenbasierte Ernährung

Zugegeben: Dass vegane Ernährung klimafreundlicher als eine fleischlastige, ist nichts Neues. Aber das heißt nicht, dass dieser Punkt nicht, dass er weniger richtig und aktuell ist.

Wie du oben in der Grafik des Umweltbundesamts sehen kannst, kann eine Ernährungsumstellung eine halbe Tonne CO2 einsparen. Die Menge ist sicherlich noch größer, wenn die Lebensmittel bio und / oder aus der Region sind. Und die Insekten werden es dir sicherlich auch danken.

Und es muss kein radikaler Verzicht sein. Ein bisschen Weniger kann in diesem Fall aber ein wenig Mehr sein.

Und jetzt du!

Was können wir noch effektiv fürs Klima tun? Teile deine Ideen in den Kommentaren! Danke!


Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon- und Kleingärtnerin, wie du dir auch auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

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