Kaum vertreiben die ersten Sonnenstrahlen den kalten Winter, flattert er durch die Lüfte: Der Zitronenfalter gehört zu den ersten Schmetterlingen, die im Jahr unterwegs sind.
//Transparenzhinweis: Im folgenden Beitrag nenne und verlinke ich eine Aktion einer Naturschutz-Organisation. Sie hat mir Fotos kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für Nennung und Links habe ich keine Bezahlung erhalten.//
Es war Ende Februar, als ich beim Rundgang durch den Kleingarten aus den Augenwinkeln ein zitronengelbes Flattern wahrnahm. Der erste Zitronenfalter im neuen Jahr!
Schlagartig besserte sich meine Laune. Denn wenn der Zitronenfalter wach ist, dann ist es bis zum Frühling auch nicht mehr so lange hin.
Frostharter Falter
Zitronenfalter überwintern nicht als Puppe, sondern als Adulte – also voll ausgebildete Falter. Und das nicht in irgendeinem dunklen und frostfreien Winkel im Schuppen wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs & Co.
Der Zitronenfalter übersteht selbst Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, da er mit Glyzerin und Sorbit eine Art Frostschutzmittel produzieren kann. So überwintert er zwischen Gräsern in Astlöchern, unter Brombeerblättern, im Efeu oder auch an kahlen Sträuchern.
Krass, oder?
Ein Weißling in Zitronengelb
Zu Beginn des Frühlings sind in der Regel erst die Männchen unterwegs. Sie sind am intensiven Zitronengelb ihrer Flügel, dem sie auch ihren Namen verdanken, gut zu erkennen.

Die Weibchen sind wesentlich dezenter gefärbt: hellgelb oder weißlich-grün. Auf den ersten Blick könnte man es mit dem Großen Kohlweißling verwechseln.
Und was die Familie angeht, liegt man damit gar nicht mal so verkehrt: Der Zitronenfalter gehört zu den Weißlingen. Seine Flügel haben unten jedoch einen Zipfel und orangene Punkte auf den Flügeln. Außerdem ist der Große Kohlweißling noch nicht so früh im Jahr unterwegs.
Spezialisierte Raupen
Auf dem Balkon ist mir noch nie ein Zitronenfalter begegnet. Das ist schade, aber eigentlich auch kein Wunder. Denn dort und auch in der näheren Umgebung wächst leider nichts, was diesen Schmetterling neben Nahrung im Frühling vor allem interessiert: ein Platz für den Nachwuchs.
Zitronenfalter-Raupen ernähren sich nämlich von Blättern des
- Faulbaum (Rhamnus frangula) und des
- Purgier-Kreuzdorn oder Echten Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).
Die enge Beziehung erkennt man übrigens auch am wissenschaftlichen Namen des Zitronenfalters: Gonepteryx rhamni.
Wer also Zitronenfalter fördern will, sollte diese Gehölze unbedingt im Garten haben, damit die Weibchen ab April die Eier dort ablegen können.
Podcast-Folge über den Zitronenfalter
Wenn du noch mehr über den zitronengelben Frühlingsboten wissen möchtest, hör doch einfach mal in die Folge „Was den Zitronenfalter besonders macht“ rein.
Wir sprechen unter anderem über das (verhältnismäßig) lange Leben dieses Tagfalters, warum er manchmal im Sommer plötzlich verschwindet und was er als Erwachsener gerne futtert. (Auch am Schmetterlingsflieder ist er häufiger zu sehen. Warum es dennoch es keine gute Idee ist, Buddleja davidii zu pflanzen, erfährst du im Blogbeitrag „Sommerflieder – Für und Wider„.)
Übrigens:
Der Zitronenfalter ist nominiert als Gartentier des Jahres 2026. Bis 26. April kannst du auf der Website der Heinz Sielmann Stiftung für ihn stimmen.
Zur Website kommst du über das Logo:
Und jetzt du!
Hast du schon Zitronenfalter gesehen in diesem Jahr?


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