Bienenweide, Bodenschutz, Nährstofflieferant: Gründüngung hat im Balkon-Garten viele Vorteile. Gerade im Spätsommer und im Herbst lohnt es sich, die nützlichen Pflanzen auszusäen.

Phacelia Gründüngung Bienenweide Herbst
Phacelia ist nicht nur eine tolle Bienenweide, sondern auch ein Gründünger.

Der Sommer ist fast vorbei – und damit auch der Großteil der Ernte im Balkon-Garten. Viele Kisten und Kübel sind nun leer, doch so ganz bloß will ich sie nicht den Winter über stehen lassen. Meist säe ich im Herbst Feldsalat, Spinat, Winterpostelein und andere Wintergemüse darin aus, damit ich auch in der kalten Jahreszeit etwas Grünes auf dem Teller habe.

Alternativ dazu kommt regelmäßig Gründüngung in die Erde: Inkarnatklee, Phazelia, Buchweizen & Co haben viele tolle Eigenschaften, von denen alle profitieren: Erde, Insekten und auch wir Balkon-Gärtner*innen.

Was ist Gründüngung?

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint: Gründüngung hat nicht unbedingt etwas mit Dünger zu tun.

Gründünger sind Pflanzen, die aufgrund ihrer Eigenschaften dazu beitragen, die Qualität des Bodens zu verbessern. Manche reichern ihn zum Beispiel mit Stickstoff an, andere lockern feste Erdschichten und tragen so dazu bei, dass der Boden besser belüftet wird.

Gründüngung wird als Teil der Fruchtfolge in der Landwirtschaft und im Garten genutzt: als Mulchschicht, Dünger oder Nahrung für Kleinstlebewesen im Boden. Aber auch für einen Balkon-Garten kann es durchaus sinnvoll sein, die positiven Eigenschaften dieser Pflanzen zu nutzen.

Was sind die Vorteile von Gründünger?

Gründüngung hat eine Reihe an Vorzügen – auch wenn sie oft nach dem ersten Frost abstirbt und sich dann als Mulchschicht über die Erde legt (was ja durchaus auch ein Vorteil ist!):

  • Schutz vor Austrocknung und Erosion: Ein Boden, auf dem nichts wächst, trocknet schnell aus und wird leicht von Wind und Wasser abgetragen. Auch Blumenerde verschwindet so nach und nach aus dem Balkonkasten, wenn sie nicht von Wurzeln festgehalten wird.
  • Schutz vor Unkraut: Hand aufs Herz: Nicht immer freuen wir uns, wenn sich bestimmte Pflanzen selbst aussäen. Gras, zum Beispiel. Gründüngung verhindert, dass es sich im Kasten breit macht und erspart das Jäten.
  • Schutz vor Schädlingen: Studentenblume und Ringelblume halten Fadenwürmer (Nematoden) fern, die Pflanzen schädigen können.
eine hummel trinkt nektar an der roten blüte des Inkarnat-klee
Inkarnat-Klee ist eine tolle Bienenweide.
  • Bodenverbesserung: Leguminosen wie Erbsen und Klee reichern die Erde mit Stickstoff an. Wenn du die Pflanzenreste im Frühjahr einarbeitest, bietet die organische Substanz Kleinstlebewesen Nahrung. Auch Regenwürmer im Garten freuen sich darüber. Alternativ kannst du sie zum Mulchen verwenden oder auf den Kompost geben.
  • Bodenlockerung: Im Garten und auf dem Feld kann sich schwerer Boden verdichten. Für Wurzeln ist es dann nicht einfach, in tiefere Erdschichten vorzudringen. Lupinen und Sonnenblumen können das und lockern so den Boden auf.
  • Bienenweiden: Gründünger wie Phazelia, Klee, Buchweizen und Sonnenblume blühen hübsch und bieten Insekten wichtige Nahrung – vor allem in der zweiten Jahreshälfte.

Welche Nachteile hat Gründünger?

Wie so vieles kann auch Gründüngung Nachteile haben:

  • Pflege: Phazelia, Klee & Co wachsen in der Regel bis zum ersten Frost, danach erfrieren sie. Du musst sie also nach der Aussaat regelmäßig gießen.
  • Fruchtfolge: Nicht jeder Gründünger eignet sich immer. Gerade Senf ist nicht unproblematisch, wenn du ihn nach bestimmten Pflanzen als Gründünger einsetzt: Er kann die Kohlhernie begünstigen. Auch Bohnen, Erbsen und Klee solltest du nicht nacheinander im selben Topf anbauen. Grundsätzlich gilt: Der Gründünger sollte nicht aus derselben Pflanzenfamilie kommen wie das, was vorher im Topf oder Blumenkasten gewachsen ist.

Wann kann ich Gründüngung aussäen?

Gründüngung kannst du im Prinzip von März bis Oktober immer dann aussäen, wenn du gerade nichts Anderes im Balkonkasten oder im Kübel anbaust. In den übrigen Monaten geht die Saat oft nicht mehr auf und die Pflanzen wachsen nicht mehr: Es ist einfach zu kalt.

Ich säe Gründünger meist immer im Spätsommer oder im Herbst aus. Du kannst sie aber auch schon im Frühjahr aussäen und als Bienenweide nutzen!

Welche Pflanzen eignen sich für Gründüngung?

Je nachdem, welchen Effekt man in der Landwirtschaft oder im Garten erzielen will, werden unterschiedliche Pflanzen ausgesät.

Sonnenblumen und Lupinen beispielsweise nutzt man, um festen Boden in der Tiefe aufzulockern. Dieses Problem haben wir in den Balkonkästen und Kübeln eher weniger – du kannst sie natürlich trotzdem aussäen!

Buchweizen und Phazelie, blühend
Diese Bienenweiden sind ein hübsches Duo: Buchweizen und Phazelia.

Im Balkon-Garten habe ich mit folgenden Pflanzen gute Erfahrungen gemacht:

  • Ackerbohne / Dicke Bohne: essbar, Stickstofflieferant
  • Bohnen: essbar, Stickstofflieferant
  • Buchweizen: essbar, Mulchmaterial, Bodenverbesserung
  • Erbsen: essbar, Stickstofflieferant
  • (Inkarnat)Klee: Bienenweide, Mulchmaterial, Stickstofflieferant, Bodenlockerung
  • Phazelia / Büschelschön / Bienenfreund: Bienenweide, Mulchmaterial, Bodenverbesserung
  • Ringelblume: essbar, Bienenweide, Schutz vor Nematoden, Bodenlockerung
  • Weißer Senf: essbar, Bienenweide, Bodenlockerung
  • Sonnenblumen: Bienenweide, Vogelfutter, Bodenlockerung
  • Studentenblume / Tagetes: Bienenweide, Schutz vor Nematoden

Tipp: Säe nicht nur eine Sorte aus, sondern kombiniere für mehr Vielfalt auf dem Balkon verschiedene Pflanzen!

Was muss ich bei Gründüngung beachten?

Auch bei Gründüngung solltest du auf die Fruchtfolge achten. Das heißt: Manche Pflanzenfamilien sollten nicht nacheinander an derselben Stelle angebaut werden. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, Erbsen und Klee sowie die Kreuzblütengewächse wie Radieschen, Kresse, Kohlrabi und weißer Senf.

Gründüngung mit Senf im Balkonkasten
Mit Senf als Gründüngung solltest du vorsichtig sein.

Tipp: Mit Phazelia bist du auf der sicheren Seite – sie verträgt sich mit allen.

Alternative zu Gründüngung im Herbst

Du hast keine Lust mehr, dich im Herbst noch um Grünzeug im Balkon-Garten zu kümmern und willst den Balkon-Garten lieber winterfest machen? Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, um die Erde in den abgeernteten Balkonkästen zu schützen und dir so die Arbeit im Frühjahr zu erleichtern.

  • Mulchen: Als Mulchmaterial eignet sich Laub, Rasenschnitt, Stroh und Kompost. Die Schicht sollte lückenlos und etwa drei Zentimeter dick sein.
  • Vlies: Mit einem Licht-undurchlässigen Vlies kannst du die Erde abdecken.
  • Keller: Natürlich kannst du die Balkonkästen, Kisten und Kübel auch bis zur nächsten Saison im Keller oder auf dem Dachboden verstauen – oder (gereinigt) anderweitig im Haushalt verwenden.

Und jetzt du!

Welche Erfahrung hast du mit Gründüngung gemacht?

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Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

10 Kommentare

Biggi · 19. September 2019 um 10:29 am

Ich nutze vor allem Phacelia und Ringelblumen. In erser Linie wegen der Optik, aber auch weil sich die Ringelblume selber aussät und so im Herbst noch ein paar Lücken im Garten schliesst. Phacelia mag ich, weil es so eine fantastische Bienenweide ist. Im Hochbeet wächst auch noch Tagetes, aber nur dort, im Rest des Gartens würden sie keinen Tag überleben, dann hätten die Schnecken alles vernichtet.

    Mel · 11. Oktober 2019 um 10:52 am

    Liebe Biggi,

    ein Schneckenproblem hab ich auf dem Balkon ja zum Glück nicht – dafür inzwischen eher ein Tegetes-Problem. ;-)
    Sie sät sich so stark aus und wächst einfach überall!
    Ein paar Blümchen in Beet und Kasten sind aber grundsätzlich nie verkehrt. Und sie sehen hübsch aus, da gebe ich dir voll und ganhz recht!

    Einen feinen Herbst wünsche ich dir!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Alex · 2. April 2020 um 9:57 pm

Liebe Mel, ich möchte meinen Balkon dieses Jahr komplett als Bienenparadies gestalten, nachdem ich letztes Jahr fasziniert beobachtet habe, wieviele Bienen und Hummeln sich auf meinen blühenden Basilikum und die Pfefferminze gestürzt haben. Nachdem ich mir neben Phacelia- und Kleesamen auch Süßlupinen, Esparcette-, Kugeldistel- und Rapssamen gekauft habe, lese ich nun, dass die meisten davon tiefe Pfahlwurzeln bilden wollen und daher in Blumentöpfen nicht zur Blüte kommen. Stimmt das? Ich habe große 30l Töpfe und dachte, das würde reichen….
Meine Buchweizenkeimlinge gehen auf der Fensterbank nach 1-2 Wochen ein. Was könnte der Fehler sein? Und wieviel Wurzeltiefe benötigt Buchweizen, um zur Blüte zu gelangen (sofern ich dann mal ein paar Keimlinge groß kriege)?
Herzliche Grüße
Alexandra

    Mel · 3. April 2020 um 3:30 pm

    Hallo, liebe Alex,
    hab herzlichen Dank für deinen Kommentar. Einen Balkon nur für Bienen – wunderschöne Idee!
    Tatsächlich ist es so, dass viele Gründünger tiefe Wurzeln bilden. Die Bodenverbesserung hat ja nicht nur was mit Humus zu tun, sondern auch mit Auflockerung und Belüftung. Das wird gern vergessen.
    Ich würde mich von den Beschreibungen aber nicht unbedingt entmutigen lassen. Ich habe schon Lupinen im Kübel wachsen sehen. Buchweizen wächst und blüht bei mir sogar im Blumenkasten. Ganz oft können sich Pflanzen an nicht ganz ideale Bedingungen anpassen – nur natürlich klappt das auch nicht immer. Daher mein Rat zu den Tiefwurzlern: ausprobieren!
    Was den Buchweizen angeht. Hm, das ist auf die Ferne schwer so einfach zu sagen. Worin hast du sie ausgesät, stehen sie drinnen? Vielleicht bringt uns das auf die Spur.

    Kistengrüne Grüße
    Mel

      Alex · 4. April 2020 um 10:35 am

      Hi Mel!

      Vielen Dank für Deine Antwort! Ich hab mich sehr gefreut und werde berichten. Eine Idee hab ich mittlerweile ausklamüsert: Ich verbinde zwei gebrauchte Lebensmitteleimer aus dem Großküchenbedarf in der Höhe miteinander (Upcycling!) und verkleide alles mit Jute, damit es nicht hässlich aussieht. Somit gewinne ich einen sehr tiefen Container, der wenig Grundfläche braucht.

      Den Buchweizen habe ich in Kokos-Anzuchterde an der Fensterbank vorgezogen und als die Pflanzen ca 5cm hoch waren in torffreie Bioblumenerde umgetopft. Sie stehen immer noch an der Fensterbank. Möglicherweise waren die Samen zu dicht gesät, denn es setzten sich immer zwei bis drei Stengel durch, die anderen mickerten irgendwann und gingen ein. Bei meinen anderen Pflanzen hat eine dichte, kompakte Saatweise bisher nicht geschadet. Auf dem Balkon muss man ja mit Platz geizen. Deswegen stört es mich beim Buchweizen, dass da nun ein paar verlorene Einzelstängel stehen und ich frage mich, ob das normal ist. Ob sich der Buchweizen quasi nicht mit sich selbst verträgt?

      Ebenfalls etwas mager und mickrig wirken meine Esparsette- Jungpflanzen. Vielleicht hast Du oder ein anderer Leser Erfahrung damit?
      Gerne dokumentiere ich meine Erfahrungen und teile sie. Ich kann Dir auch Fotos senden.

      Vielen Dank für Deine tolle Webseite! Wirklich Klasse!

      Herzliche Grüße
      Alex

        Mel · 5. April 2020 um 6:47 am

        Hallo Alex,

        die Idee mit dem Eimer finde ich großartig! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass das ganze auch stabil ist. Auf meinem Balkon kommt manchmal ein norddeutsches Lüftchen vorbei. Ich bin sehr, sehr gespannt!
        Hm. Die Sache mit deinen Pflänchen ist mir immer noch ein Rätsel. Soweit ich weiß ist Buchweizen mit sich selbst verträglich. Vielleicht ist dem Buchweizen das Umtopfen nicht bekommen? Sie stehen zu warm oder kalt, in Zugluft? Oder die Wurzelkonkurrenz könnte ein Grund sein – wie du sagtst: Zu eng gesät. Nicht jede Pflanze mag es, wenn man ihr auf die Pelle rückt. :-(
        Ähnlich ratlos bin ich bei den Esparsettes. Vielleicht ist die Erde nicht das, was sie gern mögen?! Hm. Da bin ich grad echt ine bisschen ratlos… Schick mir gern mal die Fotos, wenn du magst. Evtl. bringt mich das auf die Spur.
        Aber vielleicht gibt es ja auch hier Fachleute, die uns weiterhelfen können?!

        Kistengrüne Grüße
        Mel

Moritz · 17. April 2022 um 7:35 pm

Hallo zusammen,
Ich habe seit letztem Jahr eine Weinrebe in einem 50 Liter Fass auf dem Balkon. Dieses Frühjahr habe ich ihn mit Bat-Guano, schafsmist, pflanzkohle, urgsteinsmehl und wurmhumus gedüngt. Nun habe ich für eine schönere Begrünung im Topf weißen und roten Klee gepflanzt. Auch mit dem Hintergrund der gründüngung. Er soll ja ein guter Stickstofflieferant sein. Allerdings bin ich mir unsicher, ob er während dem Sommer nicht zu stark mit dem Wein in Konkurrenz tritt, sowohl wegen der tiefen Wurzeln als auch wegen der anderen Nährstoffe (Kalium, nitrat). Was meint ihr? Bin dankbar für Tipps und Erfahrungen..
Lg Moritz

    Mel · 18. April 2022 um 10:54 am

    Hallo Moritz,

    danke für deine Schilderungen. Wein im 50 Liter Fass – wow! (Ich hoffe, dass dein Balkon das Gewicht tragen kann.)
    Tatsächlich braucht Wein einiges an Futter, viele würden daher alle „Mitesser“ entfernen – auch den Klee. Ich würde es einfach mal probieren und – wenn nötig – Flüssigdünger geben. Da sind die Nährstoffe schneller verfügbar als im Festdünger.

    Teile gern deine Erfahrungen – ich bin gespannt und wünsche dir eine wunderschöne Balkongarten-Saison.

    Kistengrüne Grüße
    Mel

Richtig mulchen auf dem Balkon: Anleitung und Material⋆ Kistengrün · 7. August 2020 um 2:34 pm

[…] Gründünger – Phazelia und Inkarnat-Klee sind ideal als Mulch für den Winter: Die Pflanzen sterben mit dem Frost ab und bedecken dann von selbst die Erde bis zum Frühjahr. […]

Balkon winterfest machen: Wenn weniger mehr ist · 10. September 2020 um 9:08 am

[…] gesät und möchte die noch ernten. In anderen wachsen inzwischen Inkarnat-Klee und Phacelia als Gründünger. Sobald es friert, sterben sie ab und legen sich als Mulchschicht über den Boden, so dass er nicht […]

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