Schnittknoblauch gehört zu meinen liebsten Kräutern im Balkon-Garten. Er ist pflegeleicht und bringt die ganze Saison hindurch eine reiche Ernte. Die Insekten lieben ihn wegen seiner tollen Blüten.

Schnittknoblauch treibt aus
Der Schnittknoblauch ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Wenn der Schnittlauch sprießt, dann weiß ich: Der Winter ist vorüber. Er ist in meinem Balkon-Garten die Zeiger-Pflanze für den nahenden Frühling. Und das schon seit vielen Jahren: Seit dem Frühjahr 2014 begleitet mich die Staude nun schon durch mein Balkon-Garten-Abenteuer – und jedes Jahr guckt sie ab Februar treu als erste aus der Erde. Das erfreut mein Gärtnerinnenherz umso mehr, weil ich weiß: Sie fühlt sich wohl – und ich muss ein Kraut weniger aussäen.

Weil ich mit Schnittknoblauch so gute Erfahrungen gemacht habe, empfehle ich ihn auch immer gern weiter. Doch oft schaue ich dann in ratlose Gesichter: Viele haben noch nie etwas von ihm gehört.

Daher habe ich an dieser Stelle ein paar Informationen zu Anbau, Pflege und Ernte zusammengetragen. Das meiste davon gilt nicht nur für den Balkon, sondern lässt sich auch auf den Garten übertragen.

Was ist Schnittknoblauch?

Schnittknoblauch ist ein mehrjähriges, leckeres Kraut. Hierzulande hat er mehrere Namen. Vielleicht kennst du ihn auch als Chinesischer Schnittlauch, Chinesischer Schnittknoblauch, Knoblauch-Schnittlauch oder kurz: Knolau.

Seine botanische Bezeichnung lautet Allium tuberosum. Er gehört zu den Lauchgewächsen – genauso wie Schnittlauch, Gemüselauch, Zwiebeln, Knoblauch und Bärlauch.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem asiatischen Raum. Dort wird sie schon seit vielen Jahrhunderten genutzt. Hierzulande soll sie erst Mitte der 1980er-Jahre bekannt geworden sein. Kein Wunder als, dass sie noch nicht jeder kennt!

Wie sieht Schnittknoblauch aus?

Knolau wächst in Büscheln und wird etwa 40 Zentimeter hoch.

Optisch erinnert er an Schnittlauch. Der Unterschied: Seine Blätter sind flach und nicht röhrenförmig. Zudem gilt er als nicht so starkwüchsig.

Chinesischer Schnittknoblauch
Chinesischer Schnittknoblauch wächst schon seit vielen Jahren in meinem Balkon-Garten.

Geschmacklich wiederum geht Schnittknoblauch in Richtung Knoblauch. Allerdings verfliegt das typische Aroma in der Regel nach dem Essen: Man hat also keine Knoblauch-Fahne.

Je nachdem, wie häufig ich ihn schneide, bildet der Chinesische Schnittlauch ab Juli weiße, sternförmige Blüten. Die sehen nicht nur toll aus, sondern sind auch eine tolle Bienenweide. Außerdem gelten sie als essbar!

Wann kann ich Schnittknoblauch aussäen?

Meinen Chinesischen Schnittlauch habe ich als Jungpflanze in einer Fachgärtnerei gekauft. Natürlich kannst du ihn aber auch selber aussäen – und zwar von Ende März bis Anfang September.

Die Samen solltest mit etwa einem Zentimeter Erde bedecken und gut feucht halten. Und dann heißt es: warten.

Die Keimdauer bei Schnittknoblauch gilt als recht lang. Bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius kann es zwei bis vier Wochen dauern, bis die schwarzen Samen keimen.

Kann ich Schnittknoblauch auch vorziehen?

Natürlich kannst du Knolau auch auf der Fensterbank vorziehen. Das hat sogar einen Vorteil: Du verwechselt die Keimlinge nicht mit feinen Grashalmen, die vielleicht in deinem Balkonkasten wachsen!

Wenn du den Schnittlauch Mitte Mai nach draußen setzen möchtest, gilt es als empfehlenswert, ihn ab Februar in Töpfen vorzuziehen.

Schnittknoblauch Blüte und Samen
Im Spätsommer bildet Schnittknoblauch Samen, die du ernten kannst. Er sät sich aber auch selbst aus.

Übrgens: Im Garten werden die Büschel im Laufe der Jahre immer größer. Daher wird empfohlen, die Jungpflanzen in einem Abstand von 30 mal 30 Zentimetern zu setzen. Im Balkon-Garten hatte ich bislang keine Probleme.

Kann ich Knolau durch Teilen vermehren?

Kennst du jemanden, die*der bereits Schnittknoblauch im Garten oder im Topf hat, kannst du dir davon auch ein Stück abschneiden lassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Staude lässt sich nämlich teilen!

Als idealer Zeitpunkt fürs Teilen gilt das Frühjahr, wenn die Pflanze gerade ausgetrieben hat.

Um den Knolau zu teilen, kannst du den Wurzelstock auseinanderziehen oder -schneiden. Die einzelnen Pflanzen kannst du in einzelne Gefäße setzen. Gut angießen nicht vergessen!

Den Wurzelstock zu teilen, kann übrigens auch helfen, wenn du das Gefühl hast, dass dein Schnittknoblauch nicht mehr richtig wächst. Die Pflanze soll dadurch nämlich verjüngt werden und danach wieder kräftiger wachsen. Daher wird empfohlen, die Mutterpflanze alle drei bis vier Jahre zu teilen und sie in frische Erde (im Garten: an eine andere Stelle im Beet) zu setzen.

Welcher Standort ist für Knolau ideal?

Schnittknoblauch und Schnittlauch sind sich im Anbau recht ähnlich. Auch der Knolau mag es gern sonnig bis halbschattig. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er mit Hitze besser zurechtkommt. So geht er nicht so schnell in Blüte – ein weiterer Grund, warum ich den Chinesischen Schnittlauch gern im Balkon-Garten habe.

Knolau und Petersilie.
Haben sich gut in der Kiste vertragen: Knolau und Petersilie.

Du kannst Knolau im Kasten, Topf oder einer Kiste ziehen. Die Pflanzenerde sollte frisch sein, da er doch so einige Nährstoffe braucht: Je magerer die Erde ist, desto kleiner bleibt die Pflanze. Die Blätter schmecken dann eher scharf und zäh. Falls dein Schnittknoblauch nicht gut wächst, kann es also auch an einem Mangel an Nährstoffen liegen.

Derzeit wohnt er mit einer Katzenminze zusammen. Aber auch mit Petersilie hat er sich gut vertragen.

Wie muss ich Schnittknoblauch pflegen?

Schnittknoblauch ist pflegeleicht. Allerdings solltest du ihn regelmäßig und gut gießen, sonst lässt er die Blätter hängen und vertrocknet. Ab und zu bekommt er in der Wachstumszeit einen Schwapp Flüssigdünger, das mag er recht gern.

Schnittknoblauch Blüte
Schnittknoblauch blüht im Sommer – wunderschön!

Was Krankheiten anbelangt, ist Schnittknoblauch echt robust. Ich habe bislang keine Probleme erlebt. Wenn es insgesamt zu feucht ist, kann er eventuell aber Mehltau bekommen.

Schnittknoblauch ist mehrjährig. Ich überwintere ihn draußen, weil er als winterhart gilt. Dafür treffe ich keine besonderen Vorkehrungen: Ich lasse ihn einfach in der Kiste. Die Blätter verwelken nach und nach und bedecken dann den Wurzelstock – ein ganz natürlicher Winterschutz! Wenn es im Jahr darauf wieder warm genug ist, sprießt er wieder von allein.

Ab wann kann ich Schnittknoblauch ernten?

Grundsätzlich kannst du Schnittlauch das ganze Jahr über ernten – auch wenn du ihn im Winter zum Beispiel drinnen auf der Fensterbank anbaust.

Knlolau
Wenn du Knolau schneidest, treibt er wieder neu aus.

Ich schneide ihn zum ersten Mal im Frühjahr, wenn die Blätter etwa handhoch sind. Das letzte Mal ernte ich ihn in der Regel im Herbst.

Wie ernte ich Schnittknoblauch richtig?

Mit einem scharfen Küchenmesser kannst du die saftigen Blattbündel am besten durchtrennen – am besten knapp über dem Boden. Danach treibt er wieder aus.

In der Regel ernte ich nicht die komplette Pflanze, sondern lasse immer ein paar Halme stehen. Meiner Erfahrung nach wächst sie dann besser nach.

Zudem schmeckt Schnittknoblauch frisch geerntet einfach auch am besten.

Wofür kann ich Schnittknoblauch verwenden?

Bei meinem Chinesischen Schnittlauch verwende ich hauptsächlich die Blätter. Auch die weißen Blüten gelten als genießbar – aber die überlasse ich gern den Bienen.

Klein geschnitten esse ich das Grün auf Butterbrot, im Tomatensalat und im Kräuterquark oder als Kräuterbutter. Am liebsten mag ich es aber im Rührei und meinem Buchweizen-Rote-Linsen-Topf.

Du kannst ihn aber auch wie Bärlauch zu Pesto verarbeiten. Dieses Rezept kannst du dafür ganz einfach abwandeln.

Wie kann ich Schnittknoblauch haltbar machen?

Frisch schmeckt Knolau am besten. Doch leider welken die Blätter schnell nach der Ernte. Daher schneide ich grundsätzlich nur so viel, wie ich auch brauche. Im Sommer lege ich mir aber gern einen kleinen Vorrat an.

Schnittknoblauch konservieren: einfrieren
Schnittknoblauch lässt sich ganz einfach einfrieren.

Zur Frage „Schnittknoblauch einfrieren oder trocknen?“ habe ich eine ganz klare Meinung: einfrieren!

Wie du Kräuter am besten einfrierst, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Und jetzt du!

  • Wächst bei dir auch schon Schnittknoblauch auf dem Balkon?
  • Wofür verwendest du ihn am liebsten?

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

6 Kommentare

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SchneiderHein · 30. März 2019 um 4:18 am

Guten Morgen Mel,
das ist ja witzig ;-) Im Moment ist es mir zwar noch zu dunkel, um mir vor dem Haus das Schild anzuschauen, aber eventuell lebt er bei uns auf dem Tablett-Tisch vor dem Treppenhaus. Allerdings als weiß-güne Variante? Ich hatte den Topf gerade gestern versäubert und nahm den dezenten Geruch war. Bisher wurde er von mir recht stiefmütterlich behandelt, da ich so gar kein Fan von zweifarbigen Blättern bin. Außerdem steht er meist hoch und versteckt, da unsere Katzen oftmals auch gern an den für sie giftigen Zwiebel- & Lauchgewächsen knabbern. Aber er hält schon seit über einem oder gar 2 Jahren tapfer im Topf durch. Ich hatte ihn mal zusammen mit anderen Kräutern geschenkt bekommen. Die anderen waren irgendwann verlaust oder hatten den Winter nicht überlebt. Aber zur Blüte kam dieser kleine Überlebenskämpfer leider noch nicht …
Mit dem hier vorgestellten Schnittknoblauch hatte ich es mal vor vielen Jahren mit einem kleinen Topf im Beet versucht. Er kam wenn nur sehr spärlich zur Blüte und verschwand auch leider recht bald.
Bei uns werden fast alle späteren Gemüse- & Zier- Zwiebelpflanzen je nach Wetter von den Nacktschnecken vollgeschleimt und abgefressen. Lediglich auf dem Gründach haben wir eine herrliche Schnittlauchwiese. Sie begann, als mal ein kleiner blühender Schnittlauchtopf neben dem Gründach stand und sich von dort versamte. Jetzt sind die ca.15qm im Mai herrlich violett-grün.
Da sollte ich meinem kleinen Topf wohl jetzt mehr Beachtung schenken – auch wenn seine Blätter weiß-grün sind …
VG Silke

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SchneiderHein · 30. März 2019 um 10:08 am

Hallo Mel,
jetzt habe ich mal auf mein Schild geschaut: Da steht Knobigras – Tulbaghia violacea, aber er sieht Deinem Schnittknoblauch bis auf die Blattfarbe erstaunlich ähnlich …

    Mel

    Mel · 31. März 2019 um 10:39 am

    Hallo, liebe Silke!

    Danke für deinen Beitrag – das klingt ja interessant!

    Ich habe eben noch mal nachgelesen: Offensichtlich hast du Zimmerknoblauch geschenkt bekommen! Wenn die Informationen stimmen, kommt er wohl aus Südafrika, soll aber auch essbar sein. Und nicht nur die Blätter sind hübsch – auch die Blüte: Zimmerknoblauch blüht nämlich rosafarben bis violett. :-)
    Er ist aber wohl nicht winterhart, daher bei Frost lieber geschützt stellen oder drinnen bei mäßigen Temperaturen überwintern. Oder du lässt ihn das ganze Jahr drinnen auf der Fensterbank, wenn du die Katzen von ihm fern halten kannst. Ansonsten gilt für den Anbau offensichtlich dasselbe wie für den Schnittknoblauch.

    Mit Schnecken habe ich ja zum Glück keine großen Probleme auf dem Balkon. ;-) Schade, dass sie sich im Garten so darüber hergemacht haben!
    Ein Schnittlauch-Dach ist aber auch eine feine Alternative, das klingt ja großartig! Wie du den Schnittknoblauch vernachlässigt hast, habe ich den Schnittlauch ziemlich aufgegeben. Der hat sich auf dem Balkon irgendwie nicht wohl gefühlt. Aber vielleicht gebe ich ihm doch noch mal ne Chance – so wie du deinem Zimmerknoblauch ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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      SchneiderHein · 31. März 2019 um 11:52 am

      Hallo Mel,
      super, jetzt brauche ich ja gar nicht mehr nach dem Pflänzchen im www zu suchen ;-) Ja, dass er violett blühen soll, hatte ich vergessen schreiben. Da war nämlich eine gezeichnete violette Blüte auf dem Schild.
      Nee, ins Haus kommt er aber nur bei strengem Frost. Ich hatte in ihn kurzzeitig im Flur und musste unsere Katzenmädchen dann dort aussperren – der ganze Flur hatte blitzschnell eine Knoblauchnote …
      Aber irgendwann, wenn es bei uns hoffentlich mal weniger Töpfe werden – vieles soll im Laufe des Jahres noch in die Beete gepflanzt werden, dann, ja dann ist der Schnittknoblauch im Topf dran!
      Sonnige Gartengrüße von Silke

        Mel

        Mel · 31. März 2019 um 12:21 pm

        Immer wieder gern, liebe Silke! Ich war ja auch neugierig. :-)

        Töpfe ist das Stichwort: Ich sollte mich so langsam mal ans Vorziehen machen, wenn ich in diesem Jahr noch Tomaten haben möchte und sie nicht kaufen will….

        Dir noch einen schönen Sonntag!

        Kistengrüne Grüße
        Mel

Leckeren Frühlingsquark selber machen ⋆ Kistengrün · 18. April 2019 um 5:18 pm

[…] bis zwei Handvoll frischer Kräuter – zum Beispiel Schnittknoblauch, Schnittlauch, Sauerampfer, Etagenzwiebel, Zitronenmelisse, Petersilie, Bärlauch, Giersch, Dill […]

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