Dicke Bohnen sind bei uns ein bisschen in Vergessenheit geraten. Eigentlich schade, denn die Hülsenfrüchte blühen recht hübsch und gehören zu den Gemüsesorten, die wir schon ganz früh aussäen können!

Dicke Bohnen lassen sich auch in einem Kübel auf dem Balkon ziehen.
Dicke Bohnen lassen sich auch in einem Kübel auf dem Balkon ziehen.

Wenn am Anfang des Jahres die ersten Sonnenstrahlen den winterharten Boden erwärmen, dann kribbelt es auch mir schnell wieder in den Fingern. Doch leider sind die Monate Januar und Februar in unseren Breiten nicht allzu ideal, um draußen auf dem Balkon mit dem Gärtnern zu beginnen.

Es sei denn, man will Dicke Bohnen anbauen!

Anders als Stangen- oder Buschbohnen sind Dicke Bohnen nämlich unempfindlich gegenüber Kälte.

Und das kommt nicht nur meinem kribbelnden grünen Daumen entgegen, sondern auch den Pflanzen: Je früher du sie aussäst, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanzen später allzu sehr von Schwarzen Läusen geplagt werden!

Doch bevor du jetzt gleich anfängst, in der Erde zu wühlen, hier noch schnell ein paar grundlegende Informationen zur Pflanze und wie du sie am besten auf dem Balkon anbaust. (Für den Anbau im Garten gilt eigentlich dasselbe.)

Was sind Dicke Bohnen?

Auch wenn der Name es nahelegen mag: Dicke Bohnen sind nicht mit Stangen- oder Buschbohnen verwandt. Botanisch heißt sie Vicia faba, regional ist sie auch als Faberbohne, Große Bohne oder Puffbohne bekannt.

Die Hülsenfrucht gehört zu den ältesten Nahrungsmittelpflanzen weltweit und gilt als sehr nahrhaft und eiweißreich – also eigentlich als ideal für vegan lebende Menschen und Kraftsportler*innen.

Dennoch ist sie bei uns heute nahezu vom Speiseplan verschwunden. Meist werden noch Sorten mit kleinen Samen als Ackerbohne, Vieh- und Saubohne großflächig angebaut – für Tierfutter.

Ich habe sie auch erst durch ein Gartenblogger*innentreffen in einem Freichlichtmuseum kennengerlent!

Welche Sorten gibt es?

Dicke Bohnen gibt es in vielen verschiedenen, meist sehr alten Sorten. An Namen wie ‚Hunsrück‘, ‚Osnabrücker Markt‘ und ‚Lüneburger‘ kannst du es schon erkennen: Dicke Bohnen waren und sind vor allem eine regionale Angelegenheit. Die Stadt Erfurt hat die Puffbohne sogar zu ihrem Maskottchen gemacht!

Der Vorteil der regionalen Sorten: Sie haben sich in der Regel am besten an die lokalen Bedingungen angepasst. Die ‚Marschbohne‘ beispielsweise verträgt selbst salzhaltigen Boden.

Dicke Bohnen haben schöne Blüten. Die Sorte 'Lüneburger' ist zum Beispiel gefleckt.
Dicke Bohnen haben schöne Blüten. Die Sorte ‚Lüneburger‘ ist zum Beispiel gefleckt.

Grundsätzlich kannst du auf dem Balkon aber alle Sorten ausprobieren. Mein Tipp: Suche dir eine aus, die auch schön blüht. Die Blüten der Sorte ‚Karmesin‘ zum Beispiel sind leuchtend rot, die ‚Lüneburger‘ und die ‚Hangdown Grünkernig‘ sind weiß-schwarz gefleckt.

Wann säe ich Dicke Bohnen aus?

Dicke Bohnen gelten als robust. Du kannst sie aussäen, wenn der Boden nicht mehr tief gefroren ist. Auf dem Balkon ist das ja nur ganz selten der Fall. Daher kannst du versuchsweise auch schon im Januar die ersten Bohnen legen.

Der Februar gilt als ideale Pflanzzeit. Du kannst Dicke Bohnen aber auch bis April aussäen. Allerdings könnten dann die Pflanzen vermehrt von Läusen – siehe oben – befallen werden.

Wie säe ich die Puffbohnen aus?

Je nach Sorte legst du Puffbohnen etwa fünf bis zehn Zentimeter tief, in einem Abstand von etwa 15 Zentimetern.

Ich lege in der Regel drei bis vier in einem Kreis in einen großen Kübel – so können sich die Pflanzen später auch gut gegenseitig stützen.

Puffbohnen Samen, Sorte Lüneburger
Puffbohnen kannst du ab Februar säen.

Ein Tipp: Säst du die Bohnen in frische Erde, reicht der Dünger darin in der Regel aus. Verwendest du gebrauchtes Substrat, kann es sinnvoll sein, dieses vorab noch mal mit Feinkompost oder etwas organischem Dünger anzureichern.

Die Samen keimen bei Temperaturen ab zwei Grad nach etwa zwei bis drei Wochen. Besonders cool: Bei leichten Minusgraden erfrieren die Jungpflanzen in der Regel nicht, sondern hören in dieser Zeit einfach nur auf zu wachsen!

Welche Standort ist ideal?

Ich habe festgestellt: Die Hülsenfrüchte stehen nicht gern nur in der prallen Sonne. Das liegt wohl auch daran, dass dann die Erde im Topf schnell austrocknet. Und Trockenheit mögen die Pflanzen gerade in der ersten Zeit, aber auch während der Blüte und Reifezeit gar nicht gern.

Mein Tipps daher: Auf dem Balkon sonnig bis halbschattig stellen.

Und windgeschützt!

Dicke Bohnen können bis zu 1,50 hoch werden und knicken schnell mal um, wenn du sie nicht anbindest. Bei kleinwüchsigen Sorten reicht es wahrscheinlich auch, die Pflanzen anzuhäufeln – siehe unten.

Wie muss ich Große Bohnen pflegen?

Dicke Bohnen gehören zu den Leguminosen. Das heißt, sie reichern den Boden mit Stickstoff aus der Luft an. Und das ist gut für die nachfolgenden Kulturen, die viele Nährstoffe brauchen wie zum Beispiel Tomaten und Kohl.

Sobald die Pflanzen etwa eine Handlänge hoch sind, solltest du sie von allen Seiten mit Erde anhäufeln. Dadurch bilden sie weitere Wurzeln, die sie standfester und unempfindlicher gegenüber Trockenheit machen. Größere Pflanzen solltest du später auch anbinden, damit sie nicht umknicken.

Puffbohnen-Keimling guckt aus der Erde
Puffbohnen gelten als recht robust. Ist es zu kalt, erfrieren sie nicht, sondern stellen nur kurzzeitig das Wachstum ein.

Ansonsten gilt die Puffbohne als pflegeleicht. Du solltest sie jedoch regelmäßig gießen – vor allem wenn sie blüht und Früchte ansetzt. Gelegentlich kann sie Mehltau bekommen, wenn du zu dicht ausgesät hast.

Expert*innen zufolge macht die Schwarze Blattlaus den Dicken Bohnen am häufigsten Probleme. Ihr kannst du durch eine frühe Aussaat ein Schnippchen schlagen. Ansonsten wird empfohlen, die jungen Triebspitzen herauszubrechen, sobald die Hülsen reifen.

Wann kann ich Dicke Bohnen ernten?

Puffbohnen kannst du in der Regel etwa 120 Tage nach der Aussaat ernten, also im Juni. Die Hülsen reifen nacheinander von unten nach oben reifen – daher kannst du die Pflanzen mehrfach beernten.

Pflücke die Schoten, wenn sie noch jung sind. Sonst sind die Bohnen zäh und schmecken nicht mehr so gut. Es sei denn, du willst Saatgut gewinnen: Dann solltest du die Samen natürlich ausreifen lassen und sie erst ernten, wenn die Schoten getrocknet sind.

Vor dem Verarbeiten musst die Bohnen noch aus ihrem samtig-weichen Bett puhlen. Die Hülsen selbst sind leider nicht essbar. Du kannst sie aber zum Mulchen verwenden, ebenso wie den Rest einer gesunden Pflanze.

Bei ein paar Pflanzen auf dem Balkon ist die Ausbeute meist eher überschaubar – leider. Denn Dicke Bohnen schmecken gedünstet sehr lecker!

Ein wichtiger Hinweis noch zum Schluss:

Bei Menschen mit G6PD-Mangel (Favismus) können Dicken Bohnen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen und sogar zum Tode führen! Zum Glück gilt Favismus bei uns als eher selten.

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Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

13 Kommentare

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Claudia · 3. Februar 2019 um 1:31 pm

Sehr schöner Artikel! Mich würde noch interessieren, WARUM sie resistenter gegen Läuse sind, wenn man sie früher pflanzt?
Wir hatten mal Ackerbohnen, die waren erst sehr hübsch, dann sind sie alle umgefallen und das Beet sah sehr chaotisch aus. Hätten wir halt einzeln mit Stöcken stützen müssen.
Vielleicht mach ich mal einen Versuch mit dicken Bohnen, dann gleich mit Stützen.

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    Claudia · 12. Februar 2019 um 1:01 pm

    Wenn du früh aussähst sind die Läuse noch nicht zur Eiablage unterwegs. Wenn sie dann kommen ist das Gewebe der Bohnenpflanzen schon fest genug, so dass die Läuse nicht mehr viel ausrichten können. Die Jungtiere würden verhungern.

      Mel

      Mel · 27. Februar 2019 um 5:52 pm

      Resistent sind Dicke Bohnen eher weniger – aber die Läuse sind zu spät dran. ;-) Sie setzen sich gern in den zarten Triebspitzen fest und saugen der Pflanze die Kraft aus, die sie zum Blühen und Früchte ausbilden braucht.
      Stützen sind durchaus sinnvoll, wenn man nur wenige Pflanzen hat. Und anhäufeln hilft auch.
      Viel Erfolg!

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Laura · 10. Februar 2019 um 2:37 pm

Hallo Mel,

die Blüten der meiste Bohnen finde ich auch sehr hübsch. Und die Aussicht jetzt schon etwas vor meiner Haustür ausäen zu können, gefällt mir auch. Deswegen werde ich das mit den Bohnen bestimmt probieren :) also erstmal vielen Dank für die Inspiration und den tollen Blogbeitrag.
Du schreibst, dass du die Bohnen in einen großen Kübel säst. Beim Gärtnern auf dem Balkon hatte ich bisher eher nur mittelgute Ergebnisse und hab auch eher wenig Erfahrung. Deshalb interessiert mich noch: Was genau meinst du mit „großen Kübel“^^. Was für einen Kübel verwendest du? Wie groß sollte dieser Kübel mindestens sein?

Liebe Grüße, Laura

    Mel

    Mel · 27. Februar 2019 um 6:00 pm

    Hallo, liebe Laura,

    das ist eine sehr gute Frage! Groß ist ja eine recht subjektive Einschätzung.
    Ich habe eben noch mal nachgemessen: Der Kübel hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern. In diesem Jahr will ich es in einer 40 mal 20 Zentimeter großen Kiste ausprobieren.

    Letztlich kommt es darauf an, wie viele Pflanzen du hast. In die Kiste werde ich maximal zwei Bohnenpflanzen packen können, damit sie sich einigermaßen gut entwickeln.

    Ich hoffe, das hilft dir weiter, ansonsten gern noch mal fragen!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Claudia · 12. Februar 2019 um 1:06 pm

Hi Mel,
da ich einen Küchengarten habe will ich auch Vorratshaltung betreiben. Dabei sind die Dicken Bohnen ein Problem. Sie brauchen viel Beetfläche um einen nennenswerten Ertrag zu liefern. Dafür ist mein Garten wiederum zu klein. Aber einfach weil sie schön sind und ich dann doch nicht widerstehen kann, baue ich alle paar Jahre dann doch mal zwei Reihen an. Leider war es aber letztes Jahr ein riesen Misserfolg, dank Wetterverlauf und falscher Sorte.
Liebe Grüße
Claudia

    Mel

    Mel · 27. Februar 2019 um 5:49 pm

    Hi Claudia,

    ja, viel Ertrag bringen Dicke Bohnen in der Tat leider nicht. :-(
    Aber sie sind so lecker!
    Und sie schmecken so gut!!!

    Aber Platz ist durchaus ein Problem, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Welches Problem hattest du denn mit der Sorte? Kam sie mit dem Standort nicht zurecht?

    Ich will es dieses Jahr noch mal probieren. Weninigstens mit einer Kiste… :-)
    Hab einen schönen Saisonauftakt!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Cyrus · 19. Februar 2019 um 12:02 pm

Ich glaube ich habe mich seit gefühlt einem halben Jahrhundert nicht mehr mit Bohnen auseinandersetzt, dabei wachsen und blühen sie in der Tat meist sehr schön. Danke für die Erinnerung mal wieder solche anzupflanzen!

    Mel

    Mel · 27. Februar 2019 um 5:41 pm

    Bitte, gern geschehen! Mir ging es ähnlich: Ich hab als Kind so viele Bohnen gegessen, dass ich später jahrelang nicht mehr davon wissen wollte. Aber jetzt freue ich mich sehr, wenn ich sie auf dem Teller entdecke – vor allem wenn sie aus dem eigenen (Balkon-)Garten kommen! :-)

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Rita · 16. Juni 2019 um 5:20 pm

Dicke Bohnen kann man mit Schale essen.

Da sie unterschiedlich erntereif sind, haben wir die großen Schoten gepahlt, die kleinen mit Schale klein geschnitten und zusammen mit den großen Kernen, mit Speck und Zwiebeln, gedünstet.

Bin jetzt 81 Jahre alt und habe von Kindheit an dicke Bohnen mit Schale gegessen, bis heute!

Grüße

    Mel

    Mel · 1. Juli 2019 um 7:50 pm

    Hallo Rita,
    vielen Dank für den Hinweis! Ich wusste gar nicht, dass man Dicke Bohnen auch mit Schale essen kann. Gilt das dann für alle Sorten?
    Kistengrüne Grüße
    Mel

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Rita · 7. Juli 2019 um 12:27 pm

Hallo Mel,

habe leider keinen Garten mehr. Beim Besuch auf dem Markt frage ich, ob ich mir die kleinen Bohnen nehmen kann. Die suche ich mir selbst aus und bekomme auch noch Preisnachlass.

Hier habe ich noch ein Rezept für sie, wie man Bohnen mit Schale verarbeiten kann:

Geräucherten, durchwachsenen Speck in kleine Würfel schneiden, mit etwas Butterschmalz und wenig Hitze auslassen. Eine klein gewürfelte Zwiebel dazugeben und glasig werden lassen, nicht bräunen! Beim Anschneiden der Bohnenspitzen merkt man, ob sie weich oder hart sind. Diejenigen die hart sind, entkerne ich natürlich zuvor. Die kleinen schneide ich mit Schote in 2cm – 3cm lange Stücke. Dann gebe ich alles zusammen ins heiße Fett, gebe etwas Wasser dazu und dünste sie bei wenig Hitze. Mit Salz und Pfeffer würze ich nach Geschmack. Man kann auch Bohnenkraut dazugeben, was mir aber nicht so schmeckt. Mit Salzkartoffeln zusammen gibt es ein wundervolles Essen.

Guten Appetit,

Gruß Rita

    Mel

    Mel · 16. Juli 2019 um 2:11 pm

    Hallo Rita,
    hab vielen Dank für das Rezept.
    Ich hab eben noch mal dicke Bohnen ausgesät, weil ich es im Frühjahr verpasst hatte. Mal sehen, ob das was wird. ;-) Zuletzt habe ich mich gefreut, dass es im Laden bei uns welche gab – die gabe ich dann klassisch gepult und mit selbst gemachten Gnocchi gegessen -lecker!

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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