Kistengrün

Lavendel durch Stecklinge vermehren

Lavendel ist eine tolle Pflanze für den BalkonGarten und lässt sich ganz einfach durch Stecklinge vermehren. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das geht.

Hummel im Lavendel

Ich mag Lavendel – und die Hummeln offensichtlich auch!

Bei Lavendel denken viele an Oma-Duft und Mottenkugel-Ersatz. Sein intensiver Duft gilt als beruhigend, kann aber auch abstoßend wirken – vor allem wenn man es damit übertreibt.

Trotzdem sollte er in keinem BalkonGarten fehlen: Er ist pflegeleicht, eine tolle Bienenweide und lässt sich auch in der Küche verwenden, zum Beispiel für leckere Lavendel-Kekse, Aroma-Wasser und beruhigenden Guten-Abend-Tee.

Ich jedenfalls mag Lavendel als Pflanze sehr gern. Daher habe ich seit vielen Jahren nicht nur einen, sondern zwei Halbsträucher im BalkonGarten. Und demnächst vielleicht sogar noch ein paar mehr…

Lavendel-Kekse

Lavendel-Kekse schmecken nicht nur in der Weihnachtszeit.

Die Nachbarin hat nämlich gestern ihren Lavendel-Strauch gestutzt. Ein wunderschönes Exemplar von mehr als einem Meter Durchmesser und einem halben Meter Höhe. Die Bienen und Hummeln fliegen total auf ihn: Als er blühte, herrschte dort ein beeindruckendes Gesumme und Gebrumme!

Ich habe mich daher sehr gefreut, als sie mir ein paar Zweige für Stecklinge anbot. :-)

 

Lavendel vegetativ vermehren: Vorteile und Nachteile

Sicherlich: Lavendel lässt sich auch über die winzigen Pflanzensamen vermehren, die sie nach der Blüte bilden. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das recht mühsam ist. Im Frühjahr haben wir im Umwelt-Projekt, in dem ich ehrenamtlich tätig bin, Lavendel ausgesät. Aber nach knapp einem Monat keimte nur die Erkenntnis: Kein Samenkorn war aufgegangen. :-(

Stecklinge hingegen gelten als sichere Methode, um Pflanzen zu vermehren. Das gilt übrigens nicht nur für Lavendel, sondern auch für andere verholzende Gewächse wie Rosmarin, Thymian und Salbei.

Lavendel Zweig

Aus diesem Zweig lässt sich der eine oder andere Steckling gewinnen. :-)

Stecklinge sind grundsätzlich nichts Anderes als junge Triebe, die abgeschnitten und eingepflanzt werden und dann in der Erde wurzeln. Die Pflanzen, die aus ihnen entstehen, haben dieselben Eigenschaften wie ihre Mutterpflanzen.

Das hat Vor- und Nachteile: Wir wissen genau, wie die Pflanze aussehen und duften wird. Neue Sorten können dadurch aber meines Wissens nicht entstehen. Das würde bedeuten: weniger Artenvielfalt.

Da ich das Ausgangsmaterial von meiner Nachbarin bekommen habe, kann ich mir aber nun zumindest sicher sein, dass der Lavendel nicht mit irgendwelchen Mitteln behandelt oder gespritzt wurde. Und selber ziehen ist immer noch günstiger als neu kaufen!

 

So vermehrst du Lavendel durch Stecklinge

Stecklinge kannst du den ganzen Sommer über schneiden. Als ideale Zeitpunkte gelten aber das Frühjahr und der Spätsommer.

Dann solltest du den Lavendel nämlich sowieso schneiden: Im Frühling bekommt der Halbstrauch seinen Formschnitt, damit er schön kompakt bleibt und nicht verholzt. Im Sommer solltest du zumindest die verblühten Blüten abschneiden.

Lavendel Stecklinge in einem Topf

Lavendel-Stecklinge sind schnell eingetopft.

Wenn du einen Lavendel durch Stecklinge vermehren willst, brauchst du:

  • einen Lavendel
  • eine Gartenschere
  • einen kleinen Blumen- oder Anzuchttopf
  • Anzuchterde

Und so geht es:

  • Schneide einen etwa zehn Zentimeter langen Trieb mit der Gartenschere ab. Der Trieb sollte noch weich und nicht verholzt sein. Außerdem sollte er nicht verzweigt sein. Hat er geblüht, schneide die Blütenreste ab.
  • Entferne die unteren Blätter – etwa ein Drittel bis die Hälfte.
Lavendel durch Steckling vermehren

Damit der Steckling Wuzeln bilden kann, musst du in der unteren Hälfte die Blätter entfernen.

  • Fülle den Blumentopf mit Anzuchterde.
  • Stecke den Steckling bis zum Blattansatz in die Erde und gieße ihn gut an.
Lavendel Steckling im Topf

Setze den Steckling bis zum ersten Blattpaar ein.

  • Stelle den Topf an einen hellen, warmen Ort. Im Winter sollte er nach drinnen umziehen. Die jungen Pflanze gilt als frostempfindlich.
  • Halte den Steckling gut feucht. In einem Anzuchthaus trocknet die Erde nicht so schnell aus.
  • In den kommenden Wochen bildet der Steckling nun Wurzeln. Das kann eine Weile dauern. Ob die Pflanze angeht, erkennst du in der Regel daran, dass sie neue Blätter bildet.
  • Schneide den Lavendel zurück, sobald er austreibt: Die Pflanze wächst dann kompakter und verzweigt sich stärker.

Lavendel, den du im Sommer aus einem Steckling gezogen hast, pflanzt du am besten im Frühjahr ein. Lavendel, den du im Frühjahr vermehrt hast, kannst du im Frühsommer einpflanzen.

junge Lavendelblätter auf dem Tisch

Diese Blätter kannst du nicht einpflanzen – aber vielleicht zum Kochen verwenden…?

Ich bin gespannt, wie sich meine Lavendel-Stecklinge entwickeln und freue mich schon auf viele weitere duftende Bienenweiden im kommenden Jahr… :-)

Viel Spaß und viel Erfolg!

Hast du schon mal Lavendel oder andere Pflanzen über Stecklinge vermehrt?

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