Kistengrün

Platz da! Warum du Pflanzen verziehen solltest

Pflanzen verziehen – das klingt irgendwie seltsam. Ich habe mit dem Begriff auch lange Zeit nicht wirklich was anfangen können. Doch gerade wenn man Möhren und Radieschen anbaut, ist das Verziehen wichtig – und ganz einfach gemacht.

Balkonkasten mit Salat, Spinat und Phacelia

Ganz schön eng: Im Balkonkasten wächst eine wilde Mischung, unter anderem Salat, Spinat und Phacelia.

Der Mai ist da und nicht nur die Bäume schlagen nun endlich aus. Auch in meinem Balkon-Garten sprießt und grünt es.

Allen voran im Balkonkasten. Dort zeigen sich neben Radieschen und Spinat, die ich bewusst dort ausgesät hatte, auch jede Menge andere Pflanzen, die sich selbst dort ausgebreitet haben.

Neben der Vogelmiere und den Hornveilchen habe ich dort auch Dill, Kohlrabi, Phacelia, Winterpostelein und Klee entdeckt. Und jede Menge Salat!

So sehr mich die Fülle an Pflanzen freut (und die Tatsache, dass ich sie nicht selbst aussäen musste): Im Balkonkasten ist es ganz schön eng geworden. Und daher muss ich jetzt ganz schnell die Pflanzen verziehen!

 

Was bedeutet Pflanzen „verziehen“?

Gemüse, Blumen und Kräuter brauchen Platz, um sich zu entwickeln. Und das sowohl über als auch unter der Erde. Ansonsten machen sie sich gegenseitig Raum, Licht und Nährstoffe streitig, die sie alle zum Wachsen und Gedeihen benötigen.

Salat zu dicht gesät: Viele kleine Pflanzen im Blumenkasten

Hier hat sich der Salat selbst ausgesät – leider viel zu dicht.

Die Folge: Die Pflanzen wachsen nur kümmerlich, können sich nicht voll entfalten – und die Ernte kann entsprechend mager ausfallen.

Bei der Aussaat direkt im Garten oder auf dem Balkon sollten wir also darauf achten, genügend Abstand zwischen den einzelnen Samen zu lassen. Das mag bei Radieschen und Bohnen ja noch recht einfach gehen, da die Samen recht groß sind.

Aber bei Salat oder Möhren ist es schon schwieriger, die kleinen Dinger so richtig zu fassen und einzeln zu legen. Außerdem weiß man ja nie, ob das Samenkorn wirklich aufgeht – und dann hat man eine Lücke, die gut ein anderes hätte füllen können!

Pflanzen verziehen: Diese Radieschen sind zu dicht gesät.

Diese Radieschen habe ich offensichtlich zu dicht ausgesät.

Ich säe daher auch eher zu dicht aus und muss dann zusehen, dass ich die Reihen rechtzeitig ausdünne. Ich muss also einige Pflanzen entfernen, damit die anderen genügend Platz haben, um sich voll zu entwickeln.

Diesen Vorgang nennt man im Gartensprech verziehen.

Wer Tomaten, Salat & Co vorzieht, kennt einen ähnlichen Vorgang: Dort nennt man das Vereinzeln der Jungpflanzen pikieren.

 

Welche Pflanzen muss man verziehen?

Meiner Ansicht nach ist es grundsätzlich immer ratsam, Blumen, Gemüse und Kräutern genügend Platz zum Wachsen einzuräumen – und die Reihen entsprechend auszudünnen.

Radieschen im Balkonkasten anbauen

Hier ist der Abstand zwischen den Radieschen groß genug.

Gartenprofis empfehlen aber, vor allem Wurzelgemüse wie Radieschen und Möhren zu verziehen. Sie brauchen in der Regel etwa drei Zentimeter Abstand in der Reihe, damit sich die einzelnen Wurzeln prächtig entwickeln können.

Dieser Abstand kann aber durchaus von Sorte zu Sorte anders sein. Am besten schaust du daher noch mal auf der Packung nach. Dort sollte der Pflanzenabstand angegeben sein.

Übrigens: Die Mini-Salate, Spinatpflänzchen und Radieschen-Blätter musst du nicht wegwerfen! Du kannst sie für Salat verwenden oder dein Abendbrot damit dekorieren. :-)

Frisch geerntet: Salat und Radieschen in einem Sieb

Heute gibt es Salat mit verzogenen Pflanzen. :-)

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