Mangold ist eine der Pflanzen, die häufig unterschätzt werden. Dabei bietet das Gemüse alles, was das Gärtnerherz begehrt: einfache Pflege, wunderschön anzusehende Sorten und schmackhafte, ertragreiche Ernten. Und das fast das ganze Jahr über.

Mangold

Stielmangold, hier die Sorte Glatter Silber.

Wer Mangold anpflanzen will, kann grundsätzlich zwischen zwei Arten wählen: Stielmangold und Blattmangold. Wie der Name schon vermuten lässt, entwickelt Stielmangold einen breiteren Stiel, Blattmangold hingegen große Blätter.

Mit ihren gelb-, rosa- oder violettfarbenen Stielen sorgen Blattmangoldsorten wie Rainbow oder Bright Lights für ein buntes Farbenspiel in Beeten und Balkonkästen. Stielmangoldsorten wie Glatter Silber sind mit ihren weißen, breiten Stielen wesentlich unspektakulärer, sollen aber schmackhafter sein.

Aussaat

Mangold könnt ihr von April bis Mitte August ins Freiland aussäen. Die Samen sollten etwa drei Zentimeter tief in der Erde.

Die Pflanze braucht Platz. Ansonsten bleibt sie nicht nur klein und mickrig, sondern ist auch anfällig für Mehltau. Am besten verwendet ihr tiefe Töpfe oder große Kübel.

Standort

Das Blattgemüse mag es sonnig, kommt aber auch ganz gut mit wenig Licht klar.

Die Pflanze ist zweijährig, aber nur bedingt frosthart. Daher solltet ihr sie im Winter besser abdecken.

Als gute Nachbarn gelten Radieschen, Möhren und Kohlarten.

Pflege
Angeknabberte Mangoldblätter

Vögel haben zartes Mangoldgrün zum Fressen gern.

Mangold ist nicht übermäßig anspruchsvoll. Aber ihr solltet ihn regelmäßig düngen und die Erde stets feucht halten, damit reichlich große Blätter nachwachsen.

Ansonsten gilt Mangold als recht robust. Mehltau ist ein Indiz dafür, dass die Pflanzen zu dicht stehen. Wenn Blätter so angeknabbert aussehen wie auf dem Foto, könnten gierige Schnäbelchen der Grund dafür sein.

Ernten

Zwei bis drei Monate nach der Aussaat könnt ihr bereits ernten. Und das den ganzen Sommer hindurch bis Ende Oktober.

Wie bei Pflücksalat solltet ihr immer die äußeren Blätter samt Stiel entfernen. Die inneren Blätter, das Herz, müsst ihr stehen lassen. Sonst wächst nichts mehr nach!

Im zweiten Jahr könnt ihr ebenfalls noch Blätter ernten. Allerdings beginnt der Mangold dann im Frühjahr irgendwann zu schießen und bildet Blüten und Samen aus. Wer ihn dann selbst aussäen lässt, sollte sich eigentlich um Nachschub nicht kümmern müssen. :-)

Verwendung
Mangold mit Kräuter-Joghurt-Dip.

Mangold mit Kräuter-Joghurt-Dip.

Smoothies, Auflauf, Suppen, Risotto, Blätterteigtaschen: Die Liste ist der Verwendungsmöglichkeiten ist lang – und lecker. Für viele ist Mangold das klassische Pendant zu Spinat. Die Blätter könnt ihr daher ebenso zubereiten. Der nussige Geschmack kommt mit einer Prise Muskat noch besser zur Geltung. :-)

Beim Kochen solltet ihr grundsätzlich den Stielen ein paar Minuten Vorsprung vor den Blättern geben. Dann sind die einen weich und die anderen noch nicht matschig. :-)

Rezepte mit Mangold

 

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Kategorien: Pflanzenporträt

Mel

Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

9 Kommentare

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Jacqueline · 4. April 2016 um 7:22 pm

Ich liebe Mangold!
Im letzten Jahr hatten wir 6 oder 8 Mangoldpflanzen (weiß es nicht mehr so genau). Vorher hatte ich erst einmal Mangold gekauft, aber das war absolut nicht zu vergleichen! Auch dieses Jahr steht Mangold wieder ganz oben auf meiner Ackerliste. Ich freue mich schon so darauf! Außerdem ist er wirklich sehr pflegeleicht und wenn die Temperaturen milde sind sehr lange zu ernten.
Hier noch der Link zu einem meiner Mangold-Lieblingsrezepte:
https://ackerzeit.wordpress.com/2015/11/20/645/

Viele Grüße,
Jacqueline

    Mel

    Mel · 5. April 2016 um 5:46 pm

    Hallo Jacqueline,

    vielen Dank für das Rezept! Mit Limette und Cranberrys – das klingt echt rafiniert… :-)
    Ich hatte vor zwei Jahren schon mal Mangold im Balkongarten, die Sorte Glatter Silber. Den Großteil haben die Meisen geklaut.
    Dass ich im vergangenen Jahr keinen hatte, war eher Zufall. Und dem bekannten Platzproblem geschuldet. In diesem Jahr freue ich mich schon auf die bunten Stängel. Ich hoffe, die Piepmätze lassen was übrig… ;-)

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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