Eigentlich wollte ich am Wochenende den Balkongarten fit für die neue Saison machen. Doch der Frühjahrsputz war nur von kurzer Dauer: Das Wetter hat mir die Laune verhagelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mal wieder Regen...

Mal wieder Regen…

Wie hatte ich mich auf den (meteorologischen) Frühlingsanfang gefreut. Auf warme Sonnenstrahlen auf der Haut, jede Menge Vogelgezwitscher im Ohr und eine schöne Tasse Tee auf dem frisch geputzten Balkon, inmitten frisch bepflanzter Töpfe und Kästen. Meinetwegen auch noch mit Wolldecke um die Beine. Aber auf jeden Fall mit Sonne im Gesicht.

Stattdessen:

Regen. Sonne. Regen. Regenschauer. Hagel!!!

Sonne. Regen. Regen. Regen….

Sonne?! Regen… Hagel… Sonne…. keinen Bock mehr.

Mein Balkon - reif für den Frühjahrsputz

Mein Balkon – reif für den Frühjahrsputz

Kistengrüne Gartenträume

Der Frühling liegt ja schon seit Tagen irgendwie in der Luft, sämtliche Balkongarten-Blogger in der Republik und darüber hinaus haben schon aufgeräumt und / oder die ersten Samen in die Erde gebracht. Im Gegensatz zu mir. Mir war bislang eher nach Winterschlaf und kistengrünen Gartenträumen. Aber ich war, das muss ich zugeben, auch ein bisschen neidisch auf meine Kollegen.

Daher hatte ich den ersten Märzsonntag auserkoren für den Start in meine neue Gartensaison. Geworden ist daraus: nichts. Oder fast nichts. Ich habe immerhin die traurigen Reste von Tomate und Wicke entsorgt. Und die noch traurigeren Reste einiger Pflanzen, die eigentlich den recht milden Winter auf dem Balkon hätten überstehen müssen. Das Embiribiri, zum Beispiel, der Frauenmantel oder das Basilikum. Schade… :-(

Mangold

Mangold

Dafür haben sich andere ganz gut gehalten. Das Mangold ist zwar winzig, sieht aber echt lecker aus. Und auch die Zitronenmelisse, die ich Mitte des Jahres schon aufgegeben hatte, hat es irgendwie geschafft und sieht richtig gut aus. :-)

Zitronen-Katzenminze_Wicke_kistengruen

Wickenstroh mit Katzenminze (links)

Orangenminze_Loewenmaul_kistengruen

Orangenminze unter wildem Löwenmaul – leider mit Blattlaus

Wieder andere haben sich still und heimlich ausgebreitet: Unter dem Wickenstroh wuchs unbemerkt Zitronen-Katzenminze heran. Unter den noch immer grünen (!) wilden Löwenmäulchen hat sich Orangenminze breit gemacht. Sehr zu meiner Freude – und der der ersten Blattläuse. Das geht ja schon gut wieder los, Freunde! :-(

Minze in Dosen

Ganz ohne In-der-Erde-Wühlen wollte ich dann aber doch nicht den Tag verstreichen lassen. Daher habe ich endlich die schon lange wurzelnden Ableger der Marokkanischen Minze ins Trockene versetzt. Genauer gesagt: in eine ausgewaschene Blechdose. Ich hatte ja die Töpfe noch nicht ausgewaschen! Auch eine junge Katzenminze habe ich von der Mutterpflanze getrennt und einzeln in eine Dose gepflanzt. So langsam finde ich echt Gefallen am Recyclen dieser alten Blechdinger. :-)

Minzen_kistengruen

Marokkanische Minze und Katzenminze in Dosen

Beide Pflanzen stehen nun auf dem Fensterbrett in der Küche. Dort können ihnen die Launen des Wetters nichts anhaben. Und die Blattläuse auch nichts. Ätsch! :-)

Und der Rest? Tja, abwarten und Tee trinken, würde ich sagen. Und von blühenden Kästen und grünenden Kisten träumen. Im Moment aber doch lieber auf dem Sofa als auf dem Balkon. ;-)

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Mel

Mel arbeitet als freiberufliche Journalistin und hat ein Herz für grüne Themen. Auf Kistengrün zeigt dir die begeisterte Balkon-Gärtnerin, wie du dir auf kleinem Raum ein grünes Paradies schaffst.

7 Kommentare

Giorgione · 19. März 2015 um 8:37 pm

Wow, Du hast aber schöne Sachen schon, und auch in Hamburg, das schient ja die Stadt der Balkonbegrünung zu sein. In meiner Stadt hier bin ich eher die Ausnahme, hier ist die Normalbegrünung mit nur einer Pflanzensorte üblich. Herzlich, Giorgio

    Mel · 20. März 2015 um 12:44 pm

    Hallo Giorgione,

    vielen Dank für das Lob! *freu* :-)
    In Hamburg gibt es einige Balkongärtner und Balkongartenblogger, da hast Du recht. Da müssen wir uns hier in Bremen noch ein bisschen ranhalten. Aber das schaffen wir bestimmt. ;-)
    Wo balkongärtnerst Du denn?

    Herzliche Grüße
    Mel

Giorgio · 7. Juni 2015 um 8:58 am

Liebe Mel, nun habe ich ENDLICH diesen Eintag von mir wiedergefunden. Mir war das damals sehr peinlich, dass ich es nicht gewusst hatte, dass der Bremer Fernsehturm so ähnlich aussieht, wie der Hamburger. Daher hatte ich Dich fälschlich in Hamburg verortet, wegen dieses superschönen Bildes mit den Regentropfen auf der Scheibe und dem Turm. Das ich das verwechselt habe, war ja gar nicht sooo schlimm, aber ich habe damals erstmal den Kopf in den Sand gesteckt. Dass ich in Berlin balkongärtnere, das weißt Du inzwischen.
Herzlich Giorgio

    Mel · 7. Juni 2015 um 6:11 pm

    Ah! Das erklärt einiges! Der Turm war’s also, nicht die Pflanzen. ;-)
    Aber keine Sorge: Ich bin Dir nicht böse – auch wenn die Beziehungen zwischen Bremen und Hamburg nicht immer einfach sind… ;-)
    Kistengrüne Grüße in die Hauptstadt!

      Giorgio · 7. Juni 2015 um 10:41 pm

      Oje, ich bin ja, ich muss es gestehen, selbst ein Hamburger, da bin ich geboren, und habe 20 Jahre da gewohnt. Und, ich dachte als Kind immer, Bremen müsste doof sein, weil die haben auch ein Hansestadt auf dem Autokennzeichen! So einfach geht das, das man ein Vorurteil pflegt. Und, dann habe ich einfach mal ein günstiges Bahnticket gekauft, und mir Bremen angeschaut. Und, seitdem mag ich Bremen und ich habe mich dann mit jedem Hamburger angelegt, der etwas pauschales gegen Bremen sagte. Ist doch Blödsinn, wirklich! Also, lass Dich nicht ärgern. Bremen ist klasse! Danke, Dass Du mir nicht böse bist, ich habe einfach zu schnell geschossen, damals. Herzlich, Giorgio.

        Mel · 8. Juni 2015 um 3:13 pm

        Dem gibt es nichts hinzuzufügen. :-)

Blattläuse bekämpfen: Zehn wirksame Tipps · 7. Juli 2015 um 1:14 am

[…] Das geht ja gut los […]

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