Kistengrün

Wilde Woche: „Nicht ärgern, essen!“

Viele essbare Wildpflanzen wachsen in freier Natur – und als „Un-Kraut“ im eigenen Garten. Im dritten Teil des Interviews verrät Heilpflanzen- und Aroma-Expertin Bettina Burfeind, wie vielseitig sie den Speiseplan ergänzen können.

Bettina_Burfeind2_kistengruenWarum sollten wir Wildkräuter essen?

Essbare Wildpflanzen verfügen durch ihre Ursprünglichkeit über ein weitaus höheres Potenzial an wertvollen Inhaltsstoffen als unsere Kulturpflanzen. Sie besitzen um ein Mehrfaches höhere Konzentrationen an Mineralstoffen, Vitaminen und Eiweißen sowie einen weitaus höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativen Komponenten. Kurz: Frisch geerntet sind sie ein echtes Powerpaket.

 

Können Sie sich noch an Ihr erstes Wildkraut-Erlebnis erinnern?

Als Kind habe ich Sauerampfer kennengelernt. Seinen sauren Geschmack fand absolut spannend. Als Erwachsene war ich total begeistert von der vielfältigen Nutzung des Giersch (Aegopodium podagraria L.), der sich damals noch stark in meinem Garten vermehrte. Heute ist er dort leider nur noch sehr spärlich vertreten, weil ich ihn ständig ernte. Das beste Rezept gegen Giersch ist also: Nicht ärgern, essen! 🙂

 

Vom Salat mal abgesehen: Wofür kann ich essbare Pflanzen verwenden?

Kulinarisch gesehen ist Salat nur eine Variante. Essbare Pflanzen und Wildkräuter kann auch für Eintöpfe, Eierspeisen, Desserts, Konfekt oder Bonbons sowie für Limonaden, Likör, Magenbitter und Kräuterschnaps und vieles mehr verwenden. Außerdem sammele ich gerne Kräuter für meine kleine Hausapotheke.

 

Was ist Ihre Lieblingspflanze?

Es gibt viele essbare Pflanzen, die ich sehr schätze. Aber Giersch gehört sicherlich zu den Pflanzen, die ich am häufigsten verarbeite. Auch weil man ihn eigentlich das ganze Jahr hindurch ernten kann.

Giersch_kistengruenWas stellen Sie daraus her?

Man kann Giersch wie Spinat mit Knoblauch und Zwiebeln andünsten, in Kräuterquark oder grünen Brötchen mit anderen Kräutern verwenden. Oder man kann daraus erfrischende Limonaden oder Magenbitter herstellen. Mein Lieblingsrezept ist der Wiesendudler. Der ist schnell gemacht und schmeckt der ganzen Familie. Besonders wenn es sehr warm ist, ist er der perfekte Durstlöscher.

 

So macht man einen Wiesendudler.

Einige Pflanzen, die man jetzt sammeln kann, findet ihr im ersten Teil des Interviews.

Worauf man beim Sammeln besonders achten sollte, erfahrt ihr im zweiten Teil des Interviews.

Diese Regeln solltet ihr beim Sammeln beachten.

So lecker können Wildkräuter sein: Eure Rezepte.

Weitere Rezepte gesucht! Was kocht ihr am liebsten mit wilden Kräutern?

 

Zur Person:

Bettina Burfeind fand die Welt der Pflanzen schon als Kind sehr spannend. Daher hat sich die diplomierte Agraringenieurin an der Heilpflanzenschule Verden zur Heilpflanzenexpertin ausbilden lassen. Ihre Kenntnisse über essbare Wildpflanzen, ihre Verwendung in der Küche und für das Wohlbefinden sowie ihre Liebe zur Natur gibt sie gern Kindern und Erwachsenen bei Seminaren, Workshops, Kursen und Exkursionen in Bremen und umzu weiter.

Eine weitere Leidenschaft, vor allem in der kalten Jahreszeit, ist Tee. Besonders interessiert sie sich für seine Geschichte(n) und verschiedene Tee-Zeremonien. „Tee ein Lebenselixier mit Geschmack, eine faszinierende Pflanze mit viel Potenzial“, ist Bettina Burfeind überzeugt.

 

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8 Kommentare zu “Wilde Woche: „Nicht ärgern, essen!“

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